Nach zwölf Jahren ist es auch für zmitz-Gründerin und Co-Redaktionsleiterin Lucilia Mendes von Däniken an der Zeit, sich von zmitz zurückzuziehen. Wehmut steckt in den Zeilen des Abschiedstext. Aber auch viel Dankbarkeit: Für erfüllende Erlebnisse in der Kulturregion Solothurn.

Das ist sie also, meine persönliche Dernière. Der erste zmitz-Text ging an den Solothurner Filmtagen 2014 online. Den Start machte damals Fabian – ich nun den Abschluss. Ja, dies hier ist mein letzter zmitz-Beitrag. Vorläufig! Denn wenn ich etwas in all diesen zmitz-Jahren gelernt habe, dann dass es wirklich zutrifft: «Sag niemals nie!»

Hätte ich damals erwartet, dass wir zwölf Jahre später immer noch «zmitzen»? Nie! Wir haben damals einfach angefangen. Nicht blauäugig oder so. Dem Startschuss lag eine lange Planungsphase zugrunde. Für meinen Geschmack eine viel zu lange. Denn eigentlich wollte ich nur eines: Kultur geniessen und darüber schreiben. Doch es war wichtig und gut herauszufinden, was die Bedürfnisse sind. Wie wir über Solothurner Kultur berichten sollen – und wie nicht.

Entstanden sind über die Jahre über 345 Texte aus meiner Feder – äh, Tastatur. Spartenmässig bin ich mir im Durchschnitt treu geblieben: Ich liebe Konzerte und ich habe eine enge Verbundenheit zur Kulturfabrik Kofmehl, mein Wohnzimmer in meinen 20ern. Das hat man gemerkt – und das durfte man auch merken.

Und doch hatten wir uns vorgenommen, offen zu sein für neue Kulturrichtungen. Uns auch da nach dem Motto «sag niemals nie» zu richten. Einzig dem Schlager gegenüber bin ich bis heute konsequent abgeneigt geblieben. Aber ansonsten: Plötzlich besuchte ich Lesungen, Poetry-Slams, ging ins Theater, an die Filmtage, in Museen und öffnete meine Augen für die Kunst im öffentlichen Raum (z.B. hier). Ich wandelte durch die Kulturnächte Solothurns (z. B. hier und hier) und Grenchens, hatte dieses Jahr meine Literaturtage-Premiere und lernte unglaublich viele Menschen kennen. Solothurner Kulturschaffende und Kulturbetreiber vor allem.

2020 war rückblickend das wohl spannendste Kultur- und somit auch zmitz-Jahr. Das Jahr, in dem die Kultur aufgrund der Pandemie stillstand. Paradox, aber wahr: In der Zeit hatten wir einen wahren zmitz-Höhenflug. Weil wir Zeit und Lust hatten, denjenigen eine Stimme zu geben, die eben keine Bühne, keine Plattform mehr hatten. Wir erzählten von Balkon-Konzerten, schauten in Ateliers, drückten aus, wo der Schuh drückt. Wir blieben neugierig oder wurden es sogar noch etwas mehr. Mit dem Resultat, dass wir für dieses Engagement den Medienpreis AG/SO 2020 erhalten haben. Eine schöne Auszeichnung.

Doch noch schöner war es, einfach immer wieder zu spüren, dass wir mit unserem Blog – wenn oft auch nur im Kleinen – etwas bewegen und Menschen erreichen konnten. Unser Adventskalender – das Kultürchen – zum Beispiel, war diesbezüglich immer wieder herzerwärmend. So viele persönliche Nähe alleine nur mit Texten aufbauen zu können: Wunderschön! Manchmal haben wir uns aber auch duelliert, unangenehme Fragen gestellt und uns erlaubt, kritisch zu sein, was in einer so kleinen Bubble manchmal nicht ganz einfach ist.

zmitz wird mir fehlen. Dieser Blog hier war und ist meine persönliche Herzensangelegenheit. Denn er verbindet, wofür ich brenne: Die Kultur und das Schreiben.

Was bleibt, sind unglaublich viele Erinnerungen – und ein grosses «Merci!» für die Freundschaft zu den engagierten Blogger:innen, die uns über die Jahre begleitet haben. Manche fast durchgehend, andere nur ganz kurz. Aber jede:r Einzelne war Teil dieser Idee.

Ein noch grösserer Dank geht aber an dich, Fabian. Wir waren ein gutes Team, haben stundenlang diskutiert, waren nicht immer selber Meinung und haben uns doch irgendwo in der Mitte gefunden: Weil wir für dasselbe brennen und wussten, dass das was wir machen, wichtig ist. Und danke dir, Gianni, dass du weiterhin an zmitz glaubst – und weiter daran arbeiten magst.

Der Solothurner Kultur bleibe ich treu: Immer! Mit ungebrochener Neugier und Hunger auf viele weitere nährende Momente. Vielleicht nicht mehr immer «zmitz» drin, aber immer noch mit ganzem Herzen dabei.

 

Ohne Lucilia wäre zmitz nicht zmitz. Denn im Jahr 2014 gründeten sie und Fabian den Kulturblog, um die vielseitige Kultur rund um Solothurn strahlen zu lassen. Aus langjähriger beruflicher Tätigkeit und purem persönlichem Interesse kennt sie die Kulturbetriebe der ganzen Region und denkt immer eine Nasenspitze weiter. Sie ist aber nicht nur Co-Leiterin der Redaktion, sondern auch Vizepräsidentin des Vereins zmitz.