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«Wir interessieren uns generell für Geschichten von Menschen, die sich irgendwo fremd fühlen oder als fremd wahrgenommen werden»

PASDICI haben kürzlich zu ihrem Lied «parti» ein wunderbares Musikvideo publiziert. Grund genug, mit Regula Born und Oliver Leist, der Sängerin und dem Komponisten der Solothurner Formation, ein Gespräch zu führen. 

Wie ist PASDICI entstanden?
Regula: Vor mehr als 15 Jahren sang ich in Jazzbands bekannte Standards und hatte den Wunsch, französische Texte zu interpretieren. In den Sommerferien hielten wir uns für drei Wochen in einem kleinen Häuschen in der Bretagne auf. Oliver musste noch einen Auftrag für eine Filmmusik fertigstellen. Ich stöberte derweil in Büchereien vor Ort auf der Suche nach französischer Lyrik. Abends zeigte ich Oliver meine tägliche Ausbeute und las ihm das eine oder andere Gedicht vor. Da sein Filmmusikauftrag schneller fertig war als gedacht, nutzte er die Zeit für erste Liedskizzen. Das war die Geburtsstunde von PASDICI.

Was hat es mit dem Namen auf sich?
Oliver: PASDICI «pas d’ici» bedeutet aus dem Französischen übersetzt «nicht – von – hier». Wir interessieren uns generell für Geschichten von Menschen, die sich irgendwo fremd fühlen oder als fremd wahrgenommen werden; in allen möglichen Situationen und Zusammenhängen – Deplatzierte, Ausgegrenzte, die also «pas d’ici» sind. Mit «Je ne suis pas d’ici» haben wir auch ein Chanson in unserem Programm. Der Text stammt vom französischen Autor Georges Perros. Das Lied hat die Idee zu unserem Konzept angestossen.

«Die Chansons gehen nun etwas mehr in die Beine…»

Wie würdet ihr die Musik von PASDICI beschreiben?
Oliver: Wer sich die Chanson-Versionen mit Pianobegleitung anhört, nimmt eine klassische Form der Liedbegleitung wahr; im Tempo variierend, dynamisch expressiver, eher rubato, wie man dies auch von der Klassischen Musik her kennt. Nachdem ich für PASDICI vorwiegend als Komponist tätig war, habe ich vor drei Jahren meine Instrumente aus dem Keller hervorgeholt. So ist mit Regula und mir ein neues – zusätzliches – Duo entstanden. Die Formation PASDICI maison interpretiert die Chansons neu mit Bass, Gitarre, Looper und Electronics. Die Chansons gehen nun etwas mehr in die Beine…
Mit PASDICI maison sind wir flexibel: Wir können mit der elektronischen Ausstattung einerseits grosse Räume bespielen, andererseits bieten wir ein akustisches Programm für intimere Rahmen an.

Wieso gerade französische Chansons?
Regula: Französisch ist meine Gesangssprache – so wie für Peter Bichsel das Hochdeutsche seine Schreibsprache war. Ich liebe den Klang der französischen Sprache; sie klingt auch gesprochen wie Musik in meinen Ohren! Obwohl ich nicht damit aufgewachsen bin, singt sich Französisch für mich natürlicher als alle anderen Sprachen.

«Die Inspirationsquelle zur musikalischen Gestaltung ist der Text.»

Habt ihr musikalische Vorbilder?
Oliver: Explizit haben wir keine Vorbilder. Wir haben in verschiedenen Formationen musiziert, sind mit verschiedenen Stilen in Berührung gekommen und haben viel Musik gehört. Das hat uns geprägt. Die Inspirationsquelle zur musikalischen Gestaltung ist der Text. Er gibt das mögliche Tempo vor. Text und Tempo führen mich dann zur Melodie und zum Arrangement. Manchmal ist ein Stil erkennbar, manchmal nicht. Entwickelt sich das Lied zu einem Reggae, einem Punkstück oder einer Ballade, hat das mit der Tempovorgabe und dem Textinhalt zu tun. Manchmal entwickle ich dasselbe Chanson parallel in unterschiedlichen Stilen. Am Schluss wird die Version ausgewählt, die am besten funktioniert.

Was ist der Hintergrund eures neusten Musikvideos?
Regula: Durch eine Anfrage unseres Freundes und Videoproduzenten Marcel Schumacher erhielten wir die Gelegenheit, Aufnahmen mit einer Unterwasserkamera zu machen. Wir überlegten, mit welchem unserer Chansons wir eine Geschichte mit solchen Wasser-Aufnahmen erzählen könnten. Die Wahl ist auf «parti» gefallen: Der Text von diesem Chanson stammt von der französischen Dichterin Hélène Cadou. Sie verarbeitet in diesem Text die Trauer über den Verlust ihres geliebten Gefährten. Das besonders Schöne an diesem Gedicht: Es ist ein Gespräch mit dem Verstorbenen und vereint Trauer, Ohnmacht, Hoffnung, Dankbarkeit, Liebe.

«Kommt an unsere Konzerte – wir freuen uns auf euch!»

Welchen Bezug habt ihr eigentlich zu Solothurn und zur Region?
Regula: Wir beide sind im Kanton aufgewachsen. Wir beide leben und arbeiten im Kanton.

Musik ist nicht euer Hauptberuf. Was macht ihr sonst noch?
Regula: Geld verdienen. Wir beide sind als Lehrpersonen tätig. Und: Wir haben einen grossen Garten – mit Vielem, was dann auf unsere Teller kommt. Wir lieben gutes Essen.

Was habt ihr in der nächsten Zeit für Pläne?
Regula: Am 24. Oktober 2026 werden wir zusammen mit den Gasthof Kreuz in Egerkingen den Anlass «Klang & Kulinarik» durchführen. Der Auftrittsort ist klein und fein. (Weitere Auftritte findet man auf der Webseite von PASDICI, siehe Link unten).

Was wollt ihr den Zmitz-Leser:innen sonst noch mitteilen?
Regula: Kommt an unsere Konzerte und hört euch die Musik von PASDICI an. Wir freuen uns auf euch!

Links:

«Es wird in jedem Fall anregend bis turbulent»

Am Freitag, 4. September 2026, startet Jens Wachholz bereits die dritte Reihe von Lesungen in verschiedenen Museen der Region. Was ist neu?  Was plant er sonst noch? Ein Gespräch mit dem Solothurner Schauspieler.

Du bist in der Region sehr präsent, über den Sommer hat man wenig von dir gehört….
Wenig von mir gehört ist einerseits richtig – ich habe andererseits hören lassen, und zwar habe ich das Freilichttheater in Grenchen inszeniert, dass sehr erfolgreich bis Mitte Juli lief. Danach war ich tatsächlich zwei Monate in Deutschland und habe selber Sommertheater gespielt. Jetzt bin ich wieder voll »in Town« und froh, dass es nun wieder mit den Museumslesungen los geht.

Genau, Anfang September startet bereits die dritte Ausgabe deiner Museumslesungen. Offenbar stimmt das Konzept?
Ich hoffe sehr, dass dieses Konzept stimmt und auch weiterhin Zuspruch findet. Die Synergien für die Museen und die Zuhörenden sind interessant, ausserdem ist es eine kostengünstige und niederschwellige Möglichkeit, nicht nur bekannte oder unbekannte Texte zu hören, sondern dies eben auch in einem Ambiente, das die Atmosphäre sehr mitträgt und einen neuen Raum der Wahrnehmungen eröffnen kann. Die Museen können gleichfalls auf Ihre jeweiligen Programme hinweisen und das ist – bei freiem Eintritt – eigentlich mehr als man sich zu wünschen getraut.

«Die Texte passen sehr gut in die jeweiligen Räume.»

Wie hast du dieses Mal die Auswahl der Autoren getroffen?
Dieses Jahr habe ich pro Museum wieder scharf nachgedacht und aus meinem endlosen Fundus Texte gefunden, die sehr gut in die jeweiligen Räume passen. Mit Kehlmanns «Vermessung der Welt» im Naturmuseum geht es los. Passender geht es kaum. Dann freue ich mich auch auf alle neuen Orte –das Steinmuseum und das Schlössli Vorder-Bleichenberg – sowie auf die Auswahl der Texte. «Felix Krull» im leicht mondänen Anwesen des Schloss Waldegg. Das wird ein grosser Spass – gemeinsam mit der Cellistin Barbara Gasser.

Dein Schauspielerkollege Hanspeter Bader ist bei einer Produktion auch wieder dabei.
Ja, mit Hanspeter Bader lese ich »Indianersommer« von Urs Widmer im Kunstmuseum Solothurn. «Im Westen nichts Neues» ist gerade heute wieder ein tragischerweise passender Text, den ich in unserem Alten Zeughaus zum besten geben werde. Mit Gerhard Meier (Schlössli Vorder-Bleichenberg) und Robert Walser (Blumenstein) habe ich diesmal auch zwei ehemals regional verankerte Autoren gewählt. Kafka im Kunsthaus Grenchen ist diesmal ein Vorschlag des Kunsthaus-Leiters Robin Byland zum Thema «Druck».

Was ist die Idee dahinter?
Die Maschine in der kafkaschen «Strafkolonie» ist nicht nur ein Hinweis auf kommendes maschinelles Eigenleben – Stichwort KI) – sondern beschreibt auch die Ohnmacht des Menschen vor Willkür und falscher Staatsräson. Die Drucktechniken im künstlerischen Bereich sind hier wie ein Namensgeber. Druck und Druck. Der «Mythos von Sisyphos» ist nirgendwo besser aufgehoben als im Steinmuseum. Also ein sehr dichtes, abwechslungsreiches Programm, dass man reservieren kann oder einfach spontan vorbeischaut. Es ist alles gratis und hinterher wird eine zwanglose Kollekte gereicht.

«Jeder Text ist Weltklasse.»

Hast du einen persönlichen Favoriten?
Eine gemeine Frage: Ich mag alle Texte sehr gern, sonst hätte ich sie ja nicht gewählt, und möchte hier meine persönliche Favoritenrolle nicht nennen. Es ist ja auch kein Wettbewerb.  Jeder Text ist Weltklasse. Aber über die Umsetzung möchte ich noch nicht allzu viel verraten. Es wird in jedem Fall anregend bis turbulent.

Ausser den Autoren: Gibt es weitere Änderungen?
Als neue Orte sind wie erwähnt das Steinmuseum Solothurn und das Schlössli Vorder-Bleichenberg in Biberist hinzugekommen, worüber ich sehr glücklich bin. Wunderbare Orte und hoffentlich auch viele interessierte Hörer:innen. Ich finde es auch anregend, wenn mir Zuschauende Ihre (literarischen) Wünsche verraten…. Auch das kann für mich sehr anregend sein. Ich werde fortan ein Gästebuch auslegen, in dem man Anregungen und Wünsche hinterlassen kann.

«Da freue ich mich sehr drauf.»

Hast du weitere Projekte im Köcher?
Ich wäre nicht Ich, wenn dem nicht so wäre. Ab dem 5. November zeigen wir in der Kulturgarage ein neues Theaterprojekt in zehn Vorstellungen. Wir nähern uns dem Kosmos des Rainer Maria Rilke an. Gemeinsam mit den Musikern Barbara Gasser und Martin von Allmen werden wir textlich und musikalisch den Lebens- und Schaffenskosmos Rilkes beleuchten.
Schon am 29. August 2026 liest der Berner Filmemacher Felix Tissi in der Kulturgarage Solothurn aus seinen zwei neuen Büchern und anschliessend schauen wir seinen letzten Film «Aller Tage Abend». Da freue ich mich sehr drauf. Ich bin da nur der Veranstalter, obwohl ich im Film auch mitspiele.

Kommt noch mehr von dir?
Nach dem erwähnten Rilke-Projekt im November gibt es Anfang Dezember einen Abend von Hanspeter Bader und Dülü Dubach in der Kulturgarage, den ich auch etwas betreue und auf den ich mich sehr freue. Es geht um die «lieben Nachbarn».
Und: Am – ACHTUNG – 1. Januar 2027 um 19 Uhr kann man mich mit Alfred Döblins »Berlin Alexanderplatz« erstmals in Solothurn in meiner »Mundart« hören. Der in Berlin spielende Roman wird von Ben Jeger und mir im Rahmen der Lesereise im Theater Delly in Solothurn gezeigt.  Bei dieser Lesereihe geht es in diesem Zyklus um Mundart. Für den Rest des Jahres also volles Programm. Ich freue mich auf jeden einzelnen Abend.

 

«Wir machen, worauf immer wir Lust haben»

Spätestens seit ihrer Hauptrolle im Film «Eden für jeden» von Rolf Lyssy im Jahr 2020 ist die Schauspielerin Steffi Friis auch dem breiten Publikum bekannt (siehe dazu den Zmitz-Beitrag: Link). Nun tritt die Solothurnerin zum ersten Mal als Musikerin mit dem Projekt MACBEFFI in Erscheinung: Soeben sind die ersten vier Stücke herausgekommen. Grund genug, mit Steffi ein Gespräch zu führen.

Im Film «Eden für jeden» hattest du deine erste grosse Hauptrolle. Nun hast du deine ersten vier Stücke als Musikerin veröffentlicht? Warum dieser Schritt?
Ich singe schon mein ganzes Leben. Im Jahr 2023 habe ich meinen Partner Michael Hirst kennengelernt, der zufällig ein hammermässiger Musikproduzent und Gitarrist ist. An unserem ersten Date haben wir bereits angefangen, einen Song “purrrdy” zu produzieren. Danach haben wir einfach weitergemacht, und daraus hat sich das Projekt MACBEFFI ergeben. Wir haben 15 Songs, die mehr oder weniger fertig sind und nun Schritt für Schritt veröffentlicht werden.

Dein Musikprojekt heisst MACBEFFI. Wie kommst du auf diesen Namen?
Mein Spitzname als Kind war Beffi – weil ich Steffi noch nicht aussprechen konnte. Das MAC ist entstanden, als Michael und ich mit unserem Drummer David Wieser im McDonalds sassen und uns aus irgendeinem Grund kaputtgelacht haben. Daraus ist die Kombi plötzlich entstanden, und nun heissen wir MACBEFFI. Viele assoziierten es auch mit Macbeth, weil ich Schauspielerin bin. Dies war allerdings kein bewusster Entscheid von uns.

Wer wirkt alles mit bei MACBEFFI?
Die Musik wird von Michael Hirst produziert. Wir schreiben die Lieder gemeinsam, und seit ich mehr von Musikproduktion verstehe, mische ich mich auch mehr ein und bringe Ideen und Inspirationen, die ich aufgelesen habe. Die Texte stammen zum grössten Teil von mir und sind auch immer auf sehr persönlichen Themen basiert. Allerdings haben wir es zu einem unserer Stilmittel gemacht, dass wir die Themen oft in ein Narrativ packen und sie durch Szenarien erzählen. Für zukünftige Live-Auftritte haben wir eine Band, die aus grossartigen Musikern besteht, bereit.

Was ist deine «Philosophie» als Musikerin?
Musik ist und war mir immer am wichtigsten im Leben. Ich kann dazu nichts neues erzählen, also was schon tausende Male von anderen gesagt wurde. Es ist ein kreatives Ventil und eine tolle, spassige und ehrliche Art, Dinge zu verarbeiten und erzählen. Meine Philosophie ist es, Musik zu machen, die gerade zur Stimmung passt, in der man ist. Ob bei uns in der Entstehung oder bei den ZuhörerInnen. Ich versuche Dinge anzusprechen, die sehr viele Menschen auf die ein oder andere Art nachvollziehen können. Aber so erzählt, dass man je nach Stimmung oder Lebensabschnitt das raushören und interpretieren kann, was man braucht oder will.

Wie würdest du deinen Musikstil beschreiben?
Wir nennen es ein Sandkastenprojekt. Wir machen, worauf immer wir Lust haben, und sind von der Vielfältigkeit und Kraft von Soundtrack zu der Netflix-Serie ARCANE inspiriert. Denn auch da ist jedes Lied anders. Wir haben also sogenannten Darkpop, Balladen, Metal, Drum and Bass, RnB…. kreuz und quer durch. Was sich aber beständig durchzieht, sind grosse Gesangs-Arrangements und meist grosse instrumentale Musikproduktionen. Mit einem gewissen Hang zum dramatischen Aufbau.

Deine Schwester Adina, die wir kürzlich im Zusammenhang  mit ihrer Band Luumu auch interviewt haben (Link), hat die Musik zum Film «Eden für jeden» geschrieben und sie ist als Musikerin unterwegs. Konntest du von ihr profitieren?
Wir konnten schon immer voneinander profitieren, aber je mehr ich von der Entstehung von Musik verstehe, desto mehr kann ich auch den Aufbau ihrer Musik schätzen und bewundern. Sie ist eine fantastische Musikerin und es fliesst ihr im ganzen Körper durchs Blut.

Plant ihr gemeinsame Musik-Projekte?
Ich durfte bei ihrem Chorprojekt “Ode an das Leben” 2023 mitsingen und auf ihrem neuen Album die tiefe Stimme im Lied “S’goldige Rad”. Gemeinsam reden wir bereits seit Jahren darüber, etwas zu machen und wer weiss, vielleicht entsteht noch etwas. Ansonsten hatten wir vor einigen Jahren die gemeinsame Cover Band Blue Raincoats.

Was sind deine weiteren Pläne als Musikerin und als Schauspielerin?
Vorläufig kommt demnächst eine Folge der MALONEY Serie heraus, in der ich mitgespielt habe. Und ich mache bald mein erstes richtiges Hörspiel mit einer sehr coolen Rolle. Mit der Musik sind wir fast wöchentlich daran, neues zu schreiben, die bereits vorhandenen Songs fertig zu machen und Veröffentlichungen am planen. Aber wir nehmen es locker und das Wichtigste ist der Spass daran. Und dieser befindet sich im Prozess der Entstehung.

Sind auch Live-Auftritte geplant – eventuell sogar in Solothurn?
Sobald wir ein gewisses Repertoire veröffentlicht haben, werden wir uns auf die Suche nach Auftrittsmöglichkeiten machen. Und Solothurn wird da keineswegs ausgeschlossen.

Was verbindet dich noch mit Solothurn und der Region?
Meine Eltern leben noch da, ich bin da grossgeworden von dem her gehört die Region irgendwie zu mir. Ich habe auch noch einzelne Freundinnen, die sich da aufhalten, und ich komme immer gerne nachhause für einen schönen Spaziergang auf dem Weissenstein mit meinem Hund.

«Es fühlt sich an wie ein Kurzurlaub»

 

MAMAGEHTTANZEN ist zwei Jahren auch in der Region Solothurn ein Begriff, die nächste Party steigt am 24. April 2026 in der Kulturfabrik Kofmehl in Solothurn. Das Konzept ist simpel: «Wir bieten Frauen den Rahmen, um wieder einmal richtig (ab-)tanzen gehen zu können – voller Leichtigkeit und frei von To do-Listen», erklären die beiden Organisatorinnen Nora Beyer und Julia Paul im Interview mit Zmitz.

Könnt ihr euch in ein paar Sätzen vorstellen?
Julia: Ich bin dynamisch, ideenreich und gut organisiert. Ich liebe gute Stimmung und Tanzen war für mich schon immer Abschalten, um Energie zu tanken. Mit MAMAGEHTTANZEN möchten wir diesen (Frei-) Raum auch anderen Frauen anbieten.
Nora: Ich bin ein offener, lebensfroher Mensch und liebe es, Menschen zusammenzubringen – am liebsten auf der Tanzfläche. Als Mama von drei Mädchen weiss ich, wie wertvoll kleine Auszeiten sein können.

Wie lange gibt es MAMAGEHTTANZEN schon?
Die Idee ist von zwei Frauen in Deutschland vor dreieinhalb Jahren aus dem eigenen Bedürfnis heraus entstanden. In der Schweiz sind wir vor zwei Jahren mit unserer Premiere am 27. April 2024 im Kofmehl gestartet. Somit ist alles relativ neu – jedoch wächst das Eventkonzept schnell, weil das Bedürfnis nach Partys für Frauen im Safe Space ganz nach dem Motto «tanzen wie früher, nur früher» riesig ist. Insgesamt organisieren mittlerweile 47 Frauen in sieben Ländern in über 250 Städten das Partyformat.

Wie ist das organisiert?
Wir arbeiten als Franchinsenehmerinnen, setzen die Events aber absolut selbständig lokal um. Das heisst: Wir wählen Locations aus, machen den gesamten Marketingteil inklusive Social Media, organisieren die Partys, buchen DJs, Fotografen und Special Acts, sind in engen Kontakt mit unserer Community und an den Events immer persönlich präsent – das alles mit viel Herzblut und einer Menge Spass.

Was ist die Idee dahinter?
Die Idee ist simpel: Wir bieten Frauen den Rahmen, um wieder einmal richtig (ab-)tanzen gehen zu können – voller Leichtigkeit und frei von To do- Listen. Unsere Partys starten früh und enden früh. So kann man ausgelassen feiern und am nächsten Morgen trotzdem für Freizeit und Familie Kraft haben.

Wie seid ihr darauf gekommen?
Wir sind selbst Mamas und haben gemerkt: Unsere ganze Freizeit und auch das Ausgehen verändert sich, bereits durch das Alter und umso mehr, sobald Kinder da sind. Spontane Clubnächte werden selten, aber der Wunsch nach Musik, Tanzen und Zeit für sich unter Freundinnen bleibt. Als wir von dem Konzept hörten, war sofort klar: Das passt perfekt – und das möchten wir auch hier in der Schweiz möglich machen.

Wie laufen eure Veranstaltungen ab?
Unsere Partys starten meistens am frühen Abend. Das heisst, Einlass ist bereits ab 19.30 Uhr.  Das Discofeeling beginnt direkt um 20.00 Uhr und unser Format endet um 23.00 Uhr. Von der ersten Minute an wird getanzt – keine langen Warm-ups. Der DJ spielt Songs, bei denen man sofort auf die Tanzfläche will: 90er, 2000er, aktuelle Hits sowie Evergreens durch alle Genres. Die Stimmung unter den Frauen ist immer unglaublich locker und absolut herzlich. Es wird laut mitgesungen und alle sind aus dem gleichen Grund da, gemäss dem erwähnten Motto: «tanzen wie früher, nur früher.» Das heisst, Spass haben, abschalten und Energie tanken.

Wo gibt es überall Partys?
Wir veranstalten MAMAGEHTTANZEN in mehreren Schweizer Städten, neben Solothurn unter anderem in Bern, Biel, Thun, Olten, Lyss und Basel – sind aber stets am Schauen nach neuen und geeigneten Locations. 2025 war unser Highlight auf dem Schiff der BSG auf dem Bielersee. Wir waren schnell ausverkauft und dies ist seit Anfang Januar für unser Summer Special am 20. Juni 2026 bereits wieder so. Ein weiteres Summer Special für 2026 ist in Planung.
Unser Ziel ist es, dass möglichst viele Frauen wieder unbeschwert die Tanzfläche stürmen und dort wild und ausgelassen mit einem tollen Gefühl tanzen können.

Gelten die herkömmlichen Rollenbilder überhaupt noch? Hört ihr auch kritische Stimmen?
Unsere Events sind keine gesellschaftspolitische Bewegung, sondern vor allem ein Ort für Spass und Gemeinschaft. Natürlich hören wir manchmal Fragen dazu, aber die Rückmeldungen sind überwiegend extrem positiv. Viele finden es einfach schön, dass es einen Raum gibt, der speziell für Frauen zugeschnitten ist.

Sind Männer ausgeschlossen? Und Frauen ohne Kinder?
Die Events sind bewusst für Frauen gedacht, die sich eine Auszeit gönnen möchten. Aber wir kontrollieren natürlich von niemandem den Familienstatus an der Tür. Wer sich mit dem Spirit identifiziert und einen entspannten Abend mit guter Musik verbringen möchte, ist willkommen.
Wir grenzen Männer nicht aus, sondern veranstalten einfach einen Event für Frauen😉.

Am 24. April 2026 steigt im Kofmehl Solothurn die nächste Party. Warum sollte frau unbedingt kommen?
Weil es sich anfühlt wie ein Kurzurlaub. Drei Stunden völlig losgelöst tanzen, lachen, Freundinnen treffen, neue Leute kennenlernen – und am nächsten Morgen trotzdem fit sein. Viele sagen nach ihrer ersten MAMAGEHTTANZEN: «Warum habe ich das nicht schon früher gemacht? Ich hätte nicht gedacht, dass es sooo gut tut. Und ich komme auf jeden Fall wieder!»

Web:

Französischer Charme, italienisches Temperament und bitzeli Schwyzerdütsch

Die meisten kennen Angela Petiti als engagierte Politikerin, die Solothurnerin ist aber auch Musiklehrerin, Sängerin und Songwriterin. Kürzlich ist ihre erste Solo-Single „Je chante“ erschienen, am 26. Februar 2026 tritt sie im Kapuzinerkloster Solothurn auf. Grund genug für ein Gespräch über ihre musikalischen Wurzeln, ihren Musikstil und ihre weiteren Pläne.

Du bist vor allem als Politikerin bekannt – wie bist du zur Musik gestossen?
Das ist lange her – ich bin in einer musikalischen Familie aufgewachsen. Mein Grossvater war Jazzmusiker und mein Vater unterrichtete Musik. Wir haben zuhause viel musiziert und mit 14 Jahren war ich das erste Mal in einer Schülerband. Meine Leidenschaft zur Musik entwickelte sich aber vor allem im musischen Gymnasium. Da kam ich mit Klassik und Jazz in Kontakt – in dieser Zeit entstand auch die Band «The Ladybirds»: vier Sängerinnen begleitet von einem Trio.
Seit mehr als 10 Jahren arbeite ich nun als Musiklehrerin und seit ein paar Jahren schreibe ich meine eigenen Chansons françaises.

Wie würdest du deinen Musikstil beschreiben?
Da ich die französische Sprache liebe – das hat wohl etwas mit meinen Wurzeln zu tun –, sind meine Songs auf Französisch. Der Stil ist schwer zu definieren: Chansons gemischt mit leichtem Jazz und etwas Pop würde es wohl treffen. Bei «The Ladybirds» hingegen spielen wir grösstenteils typische Jazzstandards.

Inwiefern beeinflusst deine politische Haltung deine Musik?
Die eigene Haltung beeinflusst die Musik wohl immer. Einige Lieder handeln von unserer Gesellschaft und wie wir miteinander umgehen, andere sind einfache Geschichten. Was aber bestimmt immer ein bisschen «durchdrückt» ist, wie das eigene Selbstbild von unserer Gesellschaft geprägt ist.

Inwiefern?
Dabei geht es auch um Selbstzweifel, denn gerade als Politikerin fällt mir auf, wie immer noch ein bestimmtes Bild in manchen Köpfen ist, wie Frauen zu sein hätten oder wie nicht. Wiederum sind Lieder wie zum Beispiel «Des milliers» tatsächlich politisch und auch verzweifelt und wütend. Ich könnte nie verstecken, dass es mich unglaublich wütend und fassungslos macht, dass ein paar narzisstische Machthaber für das Leid und Tod von Tausenden verantwortlich sind.

Warum sollte man das Konzert vom 26.2.2026 im Kapuzinerkloster auf keinen Fall verpassen?
Weil ich da von tollen Musikern – Matthias Urech und Thomi Christ – begleitet werde, tolle Spezialgäste dabei sein werden und es ein abwechslungsreicher Abend wird. Es gibt ein paar von meinen Liedern zu hören, aber auch viele bekannte Chansons und Canzoni in eigener Interpretation – ein Abend mit französischem Charme, italienischem Temperament und bitzeli Schwyzerdütsch.

Es wird ja wohl nicht bei der einen Single bleiben: Was sind deine weiteren Pläne in Sachen Musik?
Eigentlich ist es schon lange mein Traum, irgendwann meine Lieder auf die Bühne zu bringen oder ein Album aufzunehmen. Mal schauen, was daraus wird. Das braucht viel Zeit und Geld. Irgendwann werde ich das realisieren…
Was ich aber auf jeden Fall hoffe, ist, dass wir mit «The Ladybirds» noch lange unterwegs sein werden, auch wenn es nicht mehr oft ist wie früher.

Foto: Hanspeter Zaugg.

Foto: Hanspeter Zaugg.

Foto: Theo Gamper.

Foto: Theo Gamper.

Einzigartige Kombination aus Badespass und Musikgenuss

Der Festivalsommer 2026 ist um eine Attraktion reicher: Vom 22. bis 25. Juli geht das erste EicholzFestival über die Bühne. Das Spezielle: Der Event findet in der Badi Gerlafingen statt. Was die Idee dahinter ist, wie das funktionieren wird und was die Besucher:innen erwartet, erzählt uns Silvan Studer, Mitglied der Festivalleitung.

Der Vorverkauf für das EichholzFestival läuft bereits – seid ihr zufrieden?
Wir haben Anfang September mit dem Early Bird-Vorverkauf und seit Oktober mit dem regulären Vorverkauf gestartet. Seit der Bekanntgabe unseres Presenting Partners COOP sind kontingentierte Tickets auch rabattiert erhältlich über unsere Webseite (s. unten). Die Kommunikation des Line-Ups hat den Vorverkauf beflügelt, ja wir sind zufrieden, sind aber weiterhin auf gute Ticketverkäufe im Frühling, Frühsommer und bei Spontankäufen angewiesen.

Wie seid ihr auf die Idee eines Musikfestival in der Badi Eichholz gekommen?
Die Region hat ein Musikfestival in dieser Grössenordnung verdient! Als das Gelände rund um die Badi Eichholz als möglicher Standort eruiert wurde, war uns klar: Hier kann etwas Grosses entstehen! Die Kombination aus Badespass und Musikgenuss ist einzigartig und wird alle Zielgruppen begeistern. Mit dem Rückhalt aus Politik und Bevölkerung haben wir uns früh entschieden: Ja das machen wir!

Was ist die Philosophie des Festivals?
Die Grundidee ist, ein Festival für Alle in der Region zu verankern. Ein Festival für Jung und Alt, für Leute aus nah und fern. Es soll langfristig ein regionales Festival mit nationaler Ausstrahlung werden. Familienfreundlich, musikalisch breit aufgestellt, mit einem Unterhaltungsangebot für Jung und Alt sowie diverse Ausweichmöglichkeiten geben dem Festival eine ganz eigene Philosophie.

Wie hebt es sich von anderen Festivals ab?
Das Gelände, ganz klar. 20 Meter neben dem Haupteingang steht das Schwimmbecken! Die Poolparty im Nichtschwimmerbecken am Freitag und Samstag. Das Riesenrad direkt vor der Hauptbühne. Der Apres-Ski im Sommer-Partytempel auf dem Festgelände. Die Beachbar im Sand des Beachvolleyball-Feldes, der einzigartige VIP-Garten, die vielen schattenspendenden Bäume, das weitläufige Gelände. Alles ist einzigartig, das ist ja genau das Spannende daran!

Ist die Region Solothurn gut geeignet für solche Events?
Die Lage des Eichholz Festivals 2 Minuten von der Autobahnausfahrt Kriegstetten/Gerlafingen ist optimal. Von der Stadt Bern ist man schneller in der Badi Eichholz als auf dem Gurten, von Solothurn aus fahren Busse direkt vor den Haupteingang und die Erschliessung mit Velos und Autos ist auch sehr gut. Zudem ist die Nachfrage nach einem regionalen Musikfestival im Kanton gross und wir möchten dies allen Altersgruppen und allen Besucherinnen und Besuchern zu einem vertretbaren Preis ermöglichen.

Warum gerade im Eichholz?
Gegenfrage: Warum nicht? Alles spricht für: Bin ich nicht in den Ferien, schaue ich mir das mal an! Unser Ziel muss es sein, alle Besucherinnen und Besucher bei der Erstausgabe zu begeistern, und daran arbeiten wir tagtäglich.

Wie seid ihr organisiert?
Die Festivalleitung besteht aus drei Personen: Markus Wätli, Eichholz Festival GmbH, und langjähriges OK-Mitglied des Openairs Etziken, Inhaber der Firma powerhouse AG in Gerlafingen; Yves Ammann führt die Geschäftsstelle des EichholzFestivals, hat ebenfalls langjährige Festivalerfahrung im OK des Openairs Etziken, und meiner Wenigkeit.  Zusammen mit 18 Ressortverantwortlichen und den über 200 Helferinnen und Helfern steht ein sehr erfahrenes, breit abgestütztes Team hinter der Organisation des EichholzFestivals, auf das wir unendlich stolz sind

Wie und wer trifft die Auswahl der Acts? Sind auch regionale Musiker:innen und Bands berücksichtigt?
Dies fällt in die Ressortverantwortlichkeit «Booking», die bei Sacha Ischi angesiedelt ist. In der Festivalleitung wird dieses Ressort durch mich vertreten. Ja, wir haben diverse regionale Bands bei der Erstausgabe berücksichtigt und dieser Fokus wird uns auch langfristig begleiten: Wir planen Bandcontests oder eine regionale Bühne, welche KünstlerInnen aus der Region die Möglichkeit bieten sollen, von Anfang an, Teil des Eichholz Festivals zu sein.

Ist das Festival eine Eintagsfliege oder plant ihr bereits weitere?
Wir haben einen 10 Jahres-Plus-Plan: Von der Grösse des Festivals bis zum Nachhaltigkeitskonzept. Nein, das EichholzFestival wird bei einer erfolgreichen Erstdurchführung sicher keine Eintagsfliege, sondern die Sommertradition in der Region!

Alle Infos und Tickets auf EichholzFestival | 22. – 25. Juli 2026 – News

Visualisierung, Übersicht von oben.

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Visualisierung, Ansicht von Süden.

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Visualisierung, Hauptbühne.

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