Das Buchfestival Olten feiert Jubiläum: Von Freitag, 30. Oktober, bis Sonntag, 1. November 2026, geht die 10. Ausgabe über die Bühne. Grund genug für ein Gespräch mit Christian Meyer, Mitinhaber der Oltner Buchhandlung Klosterplatz und Mitorganisator des Buchfestivals. Er erklärt unter anderem, was das Festival ausmacht, wie es sich in den Jahren verändert hat und was die Besucher:innen erwartet.

Das Buchfestival Olten findet zum 10. Mal statt. Was hat sich in diesen Jahren verändert?
Die grössten Veränderungen sind einerseits der Ort, wo die Hauptanlässe stattfinden: von sehr gross zu etwas kleiner, vom Stadttheater zu einem Kulturzentrum, zu einem Kino; und andererseits das Angebot: von vorwiegend Buchpräsentation mit noch etwas Lesungen und Anlässen, hin zu Lesungen und Anlässe mit noch Buchverkauf.

Was ist in einem Satz die „Philosophie“ eures Festivals?
Das Buch in möglichst vielen Facetten zu zeigen oder wie wir es sagen: vielseitig zu sein.

Was unterscheidet eures von anderen Buch- und Literaturfestivals?
Bestimmt die Vielseitigkeit und natürlich Olten als Ort, aber sonst suchen wir eher Gemeinsamkeiten als Unterschiede.

«Jeder Anlass hilft, dem Buch Sichtbarkeit zu schenken.»

Braucht es neben den Solothurner Literaturtagen ein weiteres Festival in so einem kleinen Kanton?
Es braucht alle Anlässe, bei denen es um Kultur und speziell um Literatur geht. Jeder Anlass hilft, dem Buch Sichtbarkeit zu schenken. Wir leben zudem in einer Zeit, wo es bitter nötig ist, auf Bücher, Autorinnen und Autoren und ihre wichtige Stimme hinzuweisen. Wir verstehen uns nicht in Konkurrenz zu den Literaturtagen, das wäre auch sehr vermessen, sondern als kleinen Nebenast des grossen Baumes.

Habt ihr euch dieses Jahr für die 10. Ausgabe etwas Spezielles ausgedacht?
Die Jubiläumsausgabe steht unter dem Thema „Lesen und Genuss“. Das Spezielle daran ist, dass es neben Büchern auch noch kleine Degustationen von z.B. Schokolade, Wein oder Käse gibt, oder ein Mittelalter-Menue passend zum neuen Buch von Rebekka Salm «Metzina».

Welches sind die speziellen Highlights?
Diese Frage ist für mich immer sehr schwierig zu beantworten, weil es aus meiner Sicht natürlich nur Highlights gibt … aber klar: der Müsterli-Abend mit seinem wunderbaren Angebot, die Dreitannenbuchpreis-Verleihung mit einmaligen Schriftstellerinnen und das Gespräch zwischen Alex Capus und Rebekka Salm sind bestimmt Glanzpunkte, die hervorstechen.

«Wir sind eine bunte Truppe mit sehr viel Kreativität und Ideen.»

Für ein Buchfestival braucht es finanzielle und personelle Ressourcen: Wie seid ihr organisiert und wie finanziert ihr euch?
Grundsätzlich als Verein und sonst leicht chaotisch – es hat keinen Wert, dies zu verschweigen. Für die Finanzierung dürfen wir, Gottseidank, auf vielerlei Unterstützung zählen: Kanton, Stadt, Stiftungen, Spenden, Einnahmen. Aber selbst mit alle dem: Die Ehrenamtlichkeit macht, so denke ich, den grössten Teil aus.

Wie seht ihr eure Zukunft?
Wir sind eine bunte Truppe mit sehr viel Kreativität und Ideen. Die Zukunft entsteht jeweils immer gerade vorzu und daher sind wir selber sehr gespannt, was daraus wird.

Was wollt ihr uns zum Schluss noch mitgeben?
Menschen, lest mehr Bücher! Und tauscht euch darüber aus. Und liebt einander.

Informationen:

Gianni ist Blogger der ersten Stunde. Er hat schon überall geschrieben und kommuniziert. Bei der Zeitung, für den ÖV, für Spitäler, fürs Vini, jetzt für die öffentliche Verwaltung im östlichen Nachbarkanton. Wieso also nicht für zmitz – wieder. Gianni trifft man immer und überall. Darum schreibt er auch über vieles. Und das durchaus auch mal mit kritischem Blick. Aber lässt sichs auch gut gehen, wenn ihm danach ist.