PASDICI haben kürzlich zu ihrem Lied «parti» ein wunderbares Musikvideo publiziert. Grund genug, mit Regula Born und Oliver Leist, der Sängerin und dem Komponisten der Solothurner Formation, ein Gespräch zu führen.
Wie ist PASDICI entstanden?
Regula: Vor mehr als 15 Jahren sang ich in Jazzbands bekannte Standards und hatte den Wunsch, französische Texte zu interpretieren. In den Sommerferien hielten wir uns für drei Wochen in einem kleinen Häuschen in der Bretagne auf. Oliver musste noch einen Auftrag für eine Filmmusik fertigstellen. Ich stöberte derweil in Büchereien vor Ort auf der Suche nach französischer Lyrik. Abends zeigte ich Oliver meine tägliche Ausbeute und las ihm das eine oder andere Gedicht vor. Da sein Filmmusikauftrag schneller fertig war als gedacht, nutzte er die Zeit für erste Liedskizzen. Das war die Geburtsstunde von PASDICI.
Was hat es mit dem Namen auf sich?
Oliver: PASDICI «pas d’ici» bedeutet aus dem Französischen übersetzt «nicht – von – hier». Wir interessieren uns generell für Geschichten von Menschen, die sich irgendwo fremd fühlen oder als fremd wahrgenommen werden; in allen möglichen Situationen und Zusammenhängen – Deplatzierte, Ausgegrenzte, die also «pas d’ici» sind. Mit «Je ne suis pas d’ici» haben wir auch ein Chanson in unserem Programm. Der Text stammt vom französischen Autor Georges Perros. Das Lied hat die Idee zu unserem Konzept angestossen.
«Die Chansons gehen nun etwas mehr in die Beine…»
Wie würdet ihr die Musik von PASDICI beschreiben?
Oliver: Wer sich die Chanson-Versionen mit Pianobegleitung anhört, nimmt eine klassische Form der Liedbegleitung wahr; im Tempo variierend, dynamisch expressiver, eher rubato, wie man dies auch von der Klassischen Musik her kennt. Nachdem ich für PASDICI vorwiegend als Komponist tätig war, habe ich vor drei Jahren meine Instrumente aus dem Keller hervorgeholt. So ist mit Regula und mir ein neues – zusätzliches – Duo entstanden. Die Formation PASDICI maison interpretiert die Chansons neu mit Bass, Gitarre, Looper und Electronics. Die Chansons gehen nun etwas mehr in die Beine…
Mit PASDICI maison sind wir flexibel: Wir können mit der elektronischen Ausstattung einerseits grosse Räume bespielen, andererseits bieten wir ein akustisches Programm für intimere Rahmen an.
Wieso gerade französische Chansons?
Regula: Französisch ist meine Gesangssprache – so wie für Peter Bichsel das Hochdeutsche seine Schreibsprache war. Ich liebe den Klang der französischen Sprache; sie klingt auch gesprochen wie Musik in meinen Ohren! Obwohl ich nicht damit aufgewachsen bin, singt sich Französisch für mich natürlicher als alle anderen Sprachen.
«Die Inspirationsquelle zur musikalischen Gestaltung ist der Text.»
Habt ihr musikalische Vorbilder?
Oliver: Explizit haben wir keine Vorbilder. Wir haben in verschiedenen Formationen musiziert, sind mit verschiedenen Stilen in Berührung gekommen und haben viel Musik gehört. Das hat uns geprägt. Die Inspirationsquelle zur musikalischen Gestaltung ist der Text. Er gibt das mögliche Tempo vor. Text und Tempo führen mich dann zur Melodie und zum Arrangement. Manchmal ist ein Stil erkennbar, manchmal nicht. Entwickelt sich das Lied zu einem Reggae, einem Punkstück oder einer Ballade, hat das mit der Tempovorgabe und dem Textinhalt zu tun. Manchmal entwickle ich dasselbe Chanson parallel in unterschiedlichen Stilen. Am Schluss wird die Version ausgewählt, die am besten funktioniert.
Was ist der Hintergrund eures neusten Musikvideos?
Regula: Durch eine Anfrage unseres Freundes und Videoproduzenten Marcel Schumacher erhielten wir die Gelegenheit, Aufnahmen mit einer Unterwasserkamera zu machen. Wir überlegten, mit welchem unserer Chansons wir eine Geschichte mit solchen Wasser-Aufnahmen erzählen könnten. Die Wahl ist auf «parti» gefallen: Der Text von diesem Chanson stammt von der französischen Dichterin Hélène Cadou. Sie verarbeitet in diesem Text die Trauer über den Verlust ihres geliebten Gefährten. Das besonders Schöne an diesem Gedicht: Es ist ein Gespräch mit dem Verstorbenen und vereint Trauer, Ohnmacht, Hoffnung, Dankbarkeit, Liebe.
«Kommt an unsere Konzerte – wir freuen uns auf euch!»
Welchen Bezug habt ihr eigentlich zu Solothurn und zur Region?
Regula: Wir beide sind im Kanton aufgewachsen. Wir beide leben und arbeiten im Kanton.
Musik ist nicht euer Hauptberuf. Was macht ihr sonst noch?
Regula: Geld verdienen. Wir beide sind als Lehrpersonen tätig. Und: Wir haben einen grossen Garten – mit Vielem, was dann auf unsere Teller kommt. Wir lieben gutes Essen.
Was habt ihr in der nächsten Zeit für Pläne?
Regula: Am 24. Oktober 2026 werden wir zusammen mit den Gasthof Kreuz in Egerkingen den Anlass «Klang & Kulinarik» durchführen. Der Auftrittsort ist klein und fein. (Weitere Auftritte findet man auf der Webseite von PASDICI, siehe Link unten).
Was wollt ihr den Zmitz-Leser:innen sonst noch mitteilen?
Regula: Kommt an unsere Konzerte und hört euch die Musik von PASDICI an. Wir freuen uns auf euch!
Links:
- Webseite von PASDICI: www.pasdici.ch
- Youtube-Video «parti»: https://www.youtube.com/watch?v=qqo1LZE30B4
- Anmeldelink Klang und Kulinarik vom 24.10.2026: https://shop.e-guma.ch/genuss-gastro.plus/de/events/klang-kulinarik-mit-pasdici-1483385


Gianni ist Blogger der ersten Stunde. Er hat schon überall geschrieben und kommuniziert. Bei der Zeitung, für den ÖV, für Spitäler, fürs Vini, jetzt für die öffentliche Verwaltung im östlichen Nachbarkanton. Wieso also nicht für zmitz – wieder. Gianni trifft man immer und überall. Darum schreibt er auch über vieles. Und das durchaus auch mal mit kritischem Blick. Aber lässt sichs auch gut gehen, wenn ihm danach ist.
