Die meisten kennen Angela Petiti als engagierte Politikerin, die Solothurnerin ist aber auch Musiklehrerin, Sängerin und Songwriterin. Kürzlich ist ihre erste Solo-Single „Je chante“ erschienen, am 26. Februar 2026 tritt sie im Kapuzinerkloster Solothurn auf. Grund genug für ein Gespräch über ihre musikalischen Wurzeln, ihren Musikstil und ihre weiteren Pläne.
Du bist vor allem als Politikerin bekannt – wie bist du zur Musik gestossen?
Das ist lange her – ich bin in einer musikalischen Familie aufgewachsen. Mein Grossvater war Jazzmusiker und mein Vater unterrichtete Musik. Wir haben zuhause viel musiziert und mit 14 Jahren war ich das erste Mal in einer Schülerband. Meine Leidenschaft zur Musik entwickelte sich aber vor allem im musischen Gymnasium. Da kam ich mit Klassik und Jazz in Kontakt – in dieser Zeit entstand auch die Band «The Ladybirds»: vier Sängerinnen begleitet von einem Trio.
Seit mehr als 10 Jahren arbeite ich nun als Musiklehrerin und seit ein paar Jahren schreibe ich meine eigenen Chansons françaises.
Wie würdest du deinen Musikstil beschreiben?
Da ich die französische Sprache liebe – das hat wohl etwas mit meinen Wurzeln zu tun –, sind meine Songs auf Französisch. Der Stil ist schwer zu definieren: Chansons gemischt mit leichtem Jazz und etwas Pop würde es wohl treffen. Bei «The Ladybirds» hingegen spielen wir grösstenteils typische Jazzstandards.
Inwiefern beeinflusst deine politische Haltung deine Musik?
Die eigene Haltung beeinflusst die Musik wohl immer. Einige Lieder handeln von unserer Gesellschaft und wie wir miteinander umgehen, andere sind einfache Geschichten. Was aber bestimmt immer ein bisschen «durchdrückt» ist, wie das eigene Selbstbild von unserer Gesellschaft geprägt ist.
Inwiefern?
Dabei geht es auch um Selbstzweifel, denn gerade als Politikerin fällt mir auf, wie immer noch ein bestimmtes Bild in manchen Köpfen ist, wie Frauen zu sein hätten oder wie nicht. Wiederum sind Lieder wie zum Beispiel «Des milliers» tatsächlich politisch und auch verzweifelt und wütend. Ich könnte nie verstecken, dass es mich unglaublich wütend und fassungslos macht, dass ein paar narzisstische Machthaber für das Leid und Tod von Tausenden verantwortlich sind.
Warum sollte man das Konzert vom 26.2.2026 im Kapuzinerkloster auf keinen Fall verpassen?
Weil ich da von tollen Musikern – Matthias Urech und Thomi Christ – begleitet werde, tolle Spezialgäste dabei sein werden und es ein abwechslungsreicher Abend wird. Es gibt ein paar von meinen Liedern zu hören, aber auch viele bekannte Chansons und Canzoni in eigener Interpretation – ein Abend mit französischem Charme, italienischem Temperament und bitzeli Schwyzerdütsch.
Es wird ja wohl nicht bei der einen Single bleiben: Was sind deine weiteren Pläne in Sachen Musik?
Eigentlich ist es schon lange mein Traum, irgendwann meine Lieder auf die Bühne zu bringen oder ein Album aufzunehmen. Mal schauen, was daraus wird. Das braucht viel Zeit und Geld. Irgendwann werde ich das realisieren…
Was ich aber auf jeden Fall hoffe, ist, dass wir mit «The Ladybirds» noch lange unterwegs sein werden, auch wenn es nicht mehr oft ist wie früher.
- Link auf Angela Petiti – Kantonsrätin | Gemeinderätin Stadt Solothurn
- Link auf Clip von „Je chante“ auf Youtube: Angela Petiti – Je chante
- Link auf Öffentliche Anlässe – Kapuzinerkloster Solothurn – Eine Oase im Herzen der Stadt

Foto: Hanspeter Zaugg.

Foto: Theo Gamper.
Gianni ist Blogger der ersten Stunde. Er hat schon überall geschrieben und kommuniziert. Bei der Zeitung, für den ÖV, für Spitäler, fürs Vini, jetzt für die öffentliche Verwaltung im östlichen Nachbarkanton. Wieso also nicht für zmitz – wieder. Gianni trifft man immer und überall. Darum schreibt er auch über vieles. Und das durchaus auch mal mit kritischem Blick. Aber lässt sichs auch gut gehen, wenn ihm danach ist.
