Seit kurzem steht eine Eisenplastik von Schang Hutter in der Apart-Galerie in Solothurn. Der Galerist und Kunstsammler Markus Däppen erklärt, wie er das Werk von Berlin nach Solothurn geholt hat, warum es sich um eine Rückkehr handelt und was es mit der kryptischen Botschaft des Künstlers zu seiner Skulptur auf sich hat: «Mit abgefallenen Armen kann ich nicht arbeiten».
Markus Däppen ist nicht nur ein Galerist – er betreibt in Solothurn die apart-Galerie – sondern auch privat ein leidenschaftlicher Kunstsammler. So stöbert er unter anderem auch das www regelmässig nach Kunstobjekten durch, man weiss ja nie, ob sich da was Interessantes findet. Und tatsächlich, da tauchte doch unlängst eine schöne Eisenplastik von Schang Hutter in Berlin auf, und erst noch zu einem vernünftigen Preis zu erwerben. «Ich überlegte nicht lange, machte bei der Online-Auktion mit und bekam den Zuschlag», so Däppen.
«Nur 60 Kilo kamen mir schon etwas komisch vor…»
Doch wie sollte das Werk nach Solothurn kommen? Zuerst holte Däppen eine Offerte bei einem Transportunternehmen ein. «Das wäre aber teurer gekommen als der Kaufpreis.». Deshalb beschloss er kurzerhand, den «Hutter» mit einem Freund mit dem Auto persönlich in Berlin abzuholen; bei einer ca. 1,50 Meter hohen Skulptur schien das kein Problem – «wobei mir das Gewicht von 60 Kilo, das ihm der Verkäufer angab, schon etwas komisch vorkam». Vor Ort stellte sich dann heraus, dass die Plastik – weil eben nicht aus Plastik, sondern aus Gusseisen – fast 180 Kilo schwer war und unmöglich von zwei Männern in ein Auto gehievt werden konnte. Glücklicherweise konnte jemand einen kleinen Gabelstapler auftreiben und der Eisen-«Hutter» passte fast millimetergenau ins Auto. Beim Ausladen in der Schweiz dann noch einmal die gleiche Übung, bis die Skulptur endlich im Eingangsbereich der apart-Galerie sein definitives Ruheplätzchen bekam. «Für die oberen Stockwerke des Altbaus wäre sie definitiv zu schwer gewesen», meint Markus Däppen.
«Mit abgefallenen Armen kann ich nicht arbeiten»
Die mit der Skulptur mitgelieferten Dokumente sowie weiteren Recherchen von Markus Däppen haben Interessantes hervorgebracht: Es handelt sich um ein Selbstporträt von Schang Hutter, von dem es nur drei Exemplare gibt; das aus Berlin ist die Nummer 1/3. Hutter hat sein Werk zudem mit einer kryptischen Botschaft versehen: «Mit abgefallenen Armen kann ich nicht arbeiten». Die Erklärung: Die Skulptur entstand in der Zeit, als Schang Hutter die Klosterkirche St. Joseph – heute das Haus der Kunst St. Josef – nicht nur mitgestaltete, sondern auch als Atelier nutzte. Gemäss einigen Quellen kam es wegen des Ateliers zu einem Streit zwischen Hutter und den Behörden, worauf der Künstler Solothurn 1982 in Richtung Hamburg und Berlin verliess. Und die hängenden Arme der Skulptur, die Markus Däppen nun wieder nach Solothurn geholt hat, seien der Ausdruck der grossen Enttäuschung des Künstlers gegenüber der Stadt. Se non è vero, è ben trovato … das Wichtigste ist eh: In Solothurn gibt’s einen «Hutter» mehr zu bestaunen.
Webseite Apart-Galerie: apart Galerie | Impressionen die beeindrucken.
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