Spätestens seit ihrer Hauptrolle im Film «Eden für jeden» von Rolf Lyssy im Jahr 2020 ist die Schauspielerin Steffi Friis auch dem breiten Publikum bekannt (siehe dazu den Zmitz-Beitrag: Link). Nun tritt die Solothurnerin zum ersten Mal als Musikerin mit dem Projekt MACBEFFI in Erscheinung: Soeben sind die ersten vier Stücke herausgekommen. Grund genug, mit Steffi ein Gespräch zu führen.

Im Film «Eden für jeden» hattest du deine erste grosse Hauptrolle. Nun hast du deine ersten vier Stücke als Musikerin veröffentlicht? Warum dieser Schritt?
Ich singe schon mein ganzes Leben. Im Jahr 2023 habe ich meinen Partner Michael Hirst kennengelernt, der zufällig ein hammermässiger Musikproduzent und Gitarrist ist. An unserem ersten Date haben wir bereits angefangen, einen Song “purrrdy” zu produzieren. Danach haben wir einfach weitergemacht, und daraus hat sich das Projekt MACBEFFI ergeben. Wir haben 15 Songs, die mehr oder weniger fertig sind und nun Schritt für Schritt veröffentlicht werden.

Dein Musikprojekt heisst MACBEFFI. Wie kommst du auf diesen Namen?
Mein Spitzname als Kind war Beffi – weil ich Steffi noch nicht aussprechen konnte. Das MAC ist entstanden, als Michael und ich mit unserem Drummer David Wieser im McDonalds sassen und uns aus irgendeinem Grund kaputtgelacht haben. Daraus ist die Kombi plötzlich entstanden, und nun heissen wir MACBEFFI. Viele assoziierten es auch mit Macbeth, weil ich Schauspielerin bin. Dies war allerdings kein bewusster Entscheid von uns.

Wer wirkt alles mit bei MACBEFFI?
Die Musik wird von Michael Hirst produziert. Wir schreiben die Lieder gemeinsam, und seit ich mehr von Musikproduktion verstehe, mische ich mich auch mehr ein und bringe Ideen und Inspirationen, die ich aufgelesen habe. Die Texte stammen zum grössten Teil von mir und sind auch immer auf sehr persönlichen Themen basiert. Allerdings haben wir es zu einem unserer Stilmittel gemacht, dass wir die Themen oft in ein Narrativ packen und sie durch Szenarien erzählen. Für zukünftige Live-Auftritte haben wir eine Band, die aus grossartigen Musikern besteht, bereit.

Was ist deine «Philosophie» als Musikerin?
Musik ist und war mir immer am wichtigsten im Leben. Ich kann dazu nichts neues erzählen, also was schon tausende Male von anderen gesagt wurde. Es ist ein kreatives Ventil und eine tolle, spassige und ehrliche Art, Dinge zu verarbeiten und erzählen. Meine Philosophie ist es, Musik zu machen, die gerade zur Stimmung passt, in der man ist. Ob bei uns in der Entstehung oder bei den ZuhörerInnen. Ich versuche Dinge anzusprechen, die sehr viele Menschen auf die ein oder andere Art nachvollziehen können. Aber so erzählt, dass man je nach Stimmung oder Lebensabschnitt das raushören und interpretieren kann, was man braucht oder will.

Wie würdest du deinen Musikstil beschreiben?
Wir nennen es ein Sandkastenprojekt. Wir machen, worauf immer wir Lust haben, und sind von der Vielfältigkeit und Kraft von Soundtrack zu der Netflix-Serie ARCANE inspiriert. Denn auch da ist jedes Lied anders. Wir haben also sogenannten Darkpop, Balladen, Metal, Drum and Bass, RnB…. kreuz und quer durch. Was sich aber beständig durchzieht, sind grosse Gesangs-Arrangements und meist grosse instrumentale Musikproduktionen. Mit einem gewissen Hang zum dramatischen Aufbau.

Deine Schwester Adina, die wir kürzlich im Zusammenhang  mit ihrer Band Luumu auch interviewt haben (Link), hat die Musik zum Film «Eden für jeden» geschrieben und sie ist als Musikerin unterwegs. Konntest du von ihr profitieren?
Wir konnten schon immer voneinander profitieren, aber je mehr ich von der Entstehung von Musik verstehe, desto mehr kann ich auch den Aufbau ihrer Musik schätzen und bewundern. Sie ist eine fantastische Musikerin und es fliesst ihr im ganzen Körper durchs Blut.

Plant ihr gemeinsame Musik-Projekte?
Ich durfte bei ihrem Chorprojekt “Ode an das Leben” 2023 mitsingen und auf ihrem neuen Album die tiefe Stimme im Lied “S’goldige Rad”. Gemeinsam reden wir bereits seit Jahren darüber, etwas zu machen und wer weiss, vielleicht entsteht noch etwas. Ansonsten hatten wir vor einigen Jahren die gemeinsame Cover Band Blue Raincoats.

Was sind deine weiteren Pläne als Musikerin und als Schauspielerin?
Vorläufig kommt demnächst eine Folge der MALONEY Serie heraus, in der ich mitgespielt habe. Und ich mache bald mein erstes richtiges Hörspiel mit einer sehr coolen Rolle. Mit der Musik sind wir fast wöchentlich daran, neues zu schreiben, die bereits vorhandenen Songs fertig zu machen und Veröffentlichungen am planen. Aber wir nehmen es locker und das Wichtigste ist der Spass daran. Und dieser befindet sich im Prozess der Entstehung.

Sind auch Live-Auftritte geplant – eventuell sogar in Solothurn?
Sobald wir ein gewisses Repertoire veröffentlicht haben, werden wir uns auf die Suche nach Auftrittsmöglichkeiten machen. Und Solothurn wird da keineswegs ausgeschlossen.

Was verbindet dich noch mit Solothurn und der Region?
Meine Eltern leben noch da, ich bin da grossgeworden von dem her gehört die Region irgendwie zu mir. Ich habe auch noch einzelne Freundinnen, die sich da aufhalten, und ich komme immer gerne nachhause für einen schönen Spaziergang auf dem Weissenstein mit meinem Hund.

Gianni ist Blogger der ersten Stunde. Er hat schon überall geschrieben und kommuniziert. Bei der Zeitung, für den ÖV, für Spitäler, fürs Vini, jetzt für die öffentliche Verwaltung im östlichen Nachbarkanton. Wieso also nicht für zmitz – wieder. Gianni trifft man immer und überall. Darum schreibt er auch über vieles. Und das durchaus auch mal mit kritischem Blick. Aber lässt sichs auch gut gehen, wenn ihm danach ist.