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Kultürchen 1: Regula Portillo, Frankfurt

Die in der Region aufgewachsene Autorin Regula Portillo (36) lebt seit 2009 im Ausland. Erst in Mexiko Stadt, jetzt in Frankfurt. Einer «kleinen Grossstadt» mit allem drum und dran.

 Wieso und wann sind Sie ins Ausland gegangen?
Wir (mein Mann, unsere beiden Söhne und ich) sind 2009 nach Mexiko Stadt gezogen, in die «Heimat» meines Mannes. Nach drei Jahren ist er beruflich nach Frankfurt am Main versetzt worden.

Und wie lebt es sich dort so im Vergleich zur guten, alten Heimat?
Ohne überhaupt vergleichen zu wollen: Es lebt sich wunderbar in Frankfurt! Frankfurt ist eine familienfreundliche, kleine Grossstadt mit einem vielfältigen kulturellen Angebot. Man ist schnell im Grünen, schnell mittendrin und anderswo. Meiner Meinung nach ist Deutschland auch gerade in Sachen Kinderbetreuung beispielhaft, es gibt öffentliche zweisprachige Kindergärten. Es ist normal, dass schulpflichtige Kinder nach der Schule in den Hort gehen, dass beide Elternteile arbeiten...

Wie unterscheidet sich das Kulturleben zwischen Frankfurt und der Schweiz? Ist es bei Ihnen «leichter»?
Frankfurt hat ein sehr reiches Kulturangebot, da passiert sehr viel. Auch gerade im Bereich der Literatur(-Vermittlung) ist Frankfurt u.a. mit dem Literaturhaus, der Romanfabrik einerseits und der Kulturfabrik andererseits gut aufgestellt. Mein Netzwerk ist in der Schweiz aber wesentlich grösser, auch weiss ich besser, mit welchem Anliegen ich mich an wen wenden kann. Hier läuft (so wie fast überall) viel über Beziehungen und Kontakte, um darauf zurück zu greifen, muss ich noch etwas länger hier bleiben... Dass sich auf diesem für mich erstmals etwas unbekannten Terrain die eine oder andere Lesung und Zusammenarbeit ergeben haben, freut mich umso mehr.

Was vermissen Sie hier, was Sie in ihrer Heimat hatten?
Meine Familie und meine Freunde fehlen mir. Zwar dauert die Zugreise von Frankfurt nach Solothurn oder Bern nur viereinhalb Stunden, doch im Alltag oder je nach Situation können viereinhalb Stunden manchmal auch lang sein.

Es gibt ja Dinge aus der Schweiz, die man (ein bisschen) vermisst. Was ist das bei Ihnen? Was nehmen Sie jeweils mit, nachdem Sie mal wieder hier waren?
Als wir noch in Mexiko lebten, gab es viele Dinge, die ich vermisste. Bücher in deutscher Sprache, Käse, Schokolade, gutes Brot. In Deutschland gibt es das alles. Manchmal vermisse ich das Gefühl der Vertrautheit – Materielles vermisse ich eigentlich nicht. Gut, vielleicht das Vanille-Rhabarber-Joghurt aus der Migros oder die farbig gepunkteten Schokoladeneiner zu Ostern...

Wo trifft man Sie regelmässig an? Wo verbringen Sie Ihre Freizeit?
In Deutschland hat mich das Lauffieber, von dem ich stets etwas befallen war, endgültig gepackt. Ich bereite mich immer mal wieder auf einen Marathon vor und laufe deshalb viel dem Main entlang, trainiere im Wald oder im Park. Frankfurt eignet sich dazu vorzüglich.

Aus welchem Grund würden Sie wieder in die Schweiz zurückkehren?
Ich kann mir gut vorstellen, in die Schweiz zurückzukehren, kann mir aber auch prima vorstellen, ganz woanders hinzuziehen, nach Uruguay oder Panama beispielsweise... Das hängt insbesondere von der Arbeitsstelle meines Mannes ab.

Welches Solothurner Kulturlokal oder -ereignis fehlt Ihnen bzw. würden Sie nach Frankfurt zügeln?
Ereignisse und Lokale sind ja immer stark mit einem Ort verbunden, so wären mir die Solothurner Filmtage in Frankfurt und umgekehrt die Frankfurter Buchmesse in Solothurn etwas suspekt...

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