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Mundartiges - und auch -unartiges

Die 12. Mundartnacht «gägäWärt» war wohl eine der besten Ausgaben bis heute. Das Niveau war durchgehend hoch, die Stimmung gemütlich und die Vielfalt gross. Einziger Kritikpunkt: Keine einzige Frau stand auf der Bühne.

Um eine kleine Übersicht über den ereignisreichen Abend in der Kulturfabrik Kofmehl zu erhalten, hier zuerst mal ein paar Eckdaten:

Herkunft der Auftretenden: 6xBE sowie je 1xAG/SG/BL/GR/UR/TG

Geschlecht: 13x männlich, 0x weiblich

Lieblingsmundartwörter der Künstler: Chrottepösche und füdliblutt (Interrobang), Öpfubitschgi (Raphael Kaufmann), Hegu (Stefan Heimoz), Tohuwabohu (Walter Däpp), «verbrännti Zeine» (Dominik Muheim), gäggele (Hans Jürg Zingg), Bütsch (Flurin Caviezel), jä da, schiins sowie lagomio («Einzig, dr Andr und Diisä»), «dr Bigger» (Bänz Friedli), megahärzig (Christoph Simon).

Jawoll, so vielfältig wie die Lieblingsmundartwörter war auch das Programm der 12. Mundartnacht. Es wurde auf Baseldeutsch geslamt, «vielsaitig» auf Berndeutsch gesungen und der Thurgauer Raphael Kaufmann erntete schon nach dem ersten Satz Lacher: seines Dialektes wegen. Manche Wortspielereien machten fast schwindlig, andere waren so von schwarzem Humor geprägt, dass man kurz leer schlucken musste. Wortspielereien reihten sich an Zungenbrecher, öV-Unterhaltungen wechselten sich mit Sohn-Inputs ab und ruhige Troubadour-Klänge mit satten Beat-Box-Einlagen.

Nebst gestandenen Namen wie Bänz Friedli oder Walter Däppen gab es auch viele Neuentdeckungen zu machen. Wenn zum Beispiel Christoph Simon über Vasektomie spricht, dann ist das nicht nur ein ungewöhnliches, überraschendes Thema, sondern erstaunlicherweise auch schampar witzig. Und wenn Hans Jürg Zingg, der aussieht wie der nette Grossvater von neben an, über Aabee, Klos oder WC spricht, die derbsten Sprüche des Abends macht und es trotzdem keinem peinlich ist – dann ist dies Unterhaltung pur.

Das Moderatorenduo «Interrobang» – schafft es, das Publikum so durch den Abend zu führen, dass man zwar die Einschübe der Moderatoren durchaus auch als Showblock wahrnahm, man aber nie das Gefühl hatte, dass sie den anderen Auftretenden die Show stahlen.

Meine persönliche Entdeckung des Abends: «Einzig, dr Andr und Diisä». Coole Musik zum mitwippen, ein netter Dialekt und kurlige Gestalten aus dem Uri.

Das Niveau der Auftretenden war durchs Band hoch, der Spassfaktor sogar noch etwas höher und die Lust auf mehr, ist auch diesmal wieder gewachsen. Einziger Kritikpunkt ist lediglich die Absenz von Mundartistinnen. Wie es dazu kam, erklärt Co-Initiant Rainer von Arx ganz einfach: «Wir hatten durchaus ein paar Frauen im Visier, aber aus diversen Gründen hats am Schluss einfach nicht gepasst. Und «umsverrode» eine Quotenfrau engagieren, das wollten wir auch nicht.» Egal, Spass hats trotzdem gemacht und bei der 13. Ausgabe von «gägäWärt» am 15. Mai 2015 werden die Karten eh neu gemischt.

Wer die Mundartnacht verpasst hat, hat auf SRF1 noch zweimal die Gelegenheit, das nachzuholen:
Spasspartout: Mi, 11. Juni, 20.03 Uhr
Schnabelweid: Do, 19. Juni, 21.03 Uhr

Infos: www.mundartnacht.ch

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