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Circensische Poesie

Wer Lust auf ein Zirkuserlebnis der ruhigeren Art hat, konnte dieses bis am Sonntagnachmittag in Solothurn geniessen. Danach fuhr der Circus Monti weiter nach Biel. Er kommt erst im Oktober wieder in die Region - nämlich nach Luterbach.

Stühle, Tische - schummrige Stimmung. Willkommen in der Welt der Bohèmiens. Circus oder Theater? Theatralisches Circuserlebnis oder circencisches Theater? Im Circus Monti wird die Manege zur Bühne - und umgekehrt. Die Artisten sind keine Einzelkämpfer, die kurz ihre Show zeigen, um dann bis zum Schlussbild wieder in ihrem Zirkuswagen zu verschwinden. Immer wieder tauchen die Artisten auf - in den unterschiedlichsten Rollen. Werden zu Helfern ihrer Kollegen, zu Statisten, während ein anderer die Hauptrolle spielt. Sie sind mal im Hintergrund, mal im Rampenlicht.

Was dem Publikum geboten wird, ist nicht lauter Klamauk. Tiere sind seit 2011 keine mehr im Monti-Programm zu finden. Stattdessen Poesie, Theater, bezaubernde Kostüme und Artisten, die ohne viel Trara zu überzeugen wissen.

Fasziniert schaut man hin - und möchte trotzdem fast wegschauen, wenn die Schlangenfrau sich windet. Fast schwindlig wird es einem, wenn man den fliegenden Keulen, Diabolos und Bällen während der Jonglage-Nummern zuschaut. Das clowneske Duo «Kapelle Sorelle» lässt den Zuschauer im Spiel mit der meterlangen - oder eher meterhohen? - Handorgel vergessen, dass man in einem Zirkuszelt und nicht irgendwo in einem kleinen Theater sitzt. Mit einer Leichtigkeit winden sich die zwei Finninnen am Trapez, die kambodschanischen Akrobaten arbeiten nicht nur Hand-in-Hand, sondern vor allem Hand-auf-Hand. Dass Besen nicht nur zum Kehren da sind, sondern fast wie von Zauberhand bedient durch die Luft fliegen können, zeigt der Jongleur aus Amerika.

Und dann ist da noch die Circus-Familie Muntwyler. Mario jongliert, Tobias lässt Diabolos durch die Luft fliegen und Johannes Muntwyler widmet sich der komischen Zauberei. Er sorgt dafür, dass seine Partnerin immer wieder neue Kleider am Leib trägt - einfach zauberhaft. Sogar der jüngste Monti traut sich erstmals vors Publikum. Noch etwas unsicher, aber doch schon mit viel Charme schnuppert Nicola Manegen-Luft.

Gegen Ende des Programms kommt dann auch noch der unsichere und etwas tolpatschige Clown zu seinem grossen Auftritt. Mit seinem Roue Cyr bringt er das Publikum zum Staunen und gleichzeitig zum Lachen.

«Bonjour la vie!» ist die 30. Inszenierung des Circus Monti. Zu sehen ist sie derzeit eine Woche lang in Biel. Am 21./22. Oktober kommt der Circus Monti nochmals in die Region - und zwar nach Luterbach.

Infos: www.circus-monti.ch

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