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Inkognito in Solothurn

Drei Solothurner Frauen haben vor wenigen Tagen für ein Privatkonzert einen Weltstar nach Solothurn geholt. Wie es dazu kam, haben sie unserer Bloggerin Lucilia Mendes von Däniken erzählt.

Vor rund 20 Jahren wäre es schier unmöglich gewesen, dass die Sängerin mit dem langen blonden Haar in Solothurn in aller Ruhe ein Privatkonzert im Kapuzinerkloster hätte geben können. Nicht weil das Kloster damals noch als solches benutzt wurde, sondern vor allem, weil die Fans und Medien schon Stunden vor dem Konzert das Kloster belagert hätten. Es wäre auch unvorstellbar gewesen, dass die Sängerin tags darauf in aller Ruhe in der Suteria unerkannt einen Kaffee hätte geniessen können. Doch bei ihrem Besuch in Solothurn war das so. Wobei, ganz unerkannt blieb sie nicht. Drei junge Frauen freuten sich extrem, als sie Patricia Kelly - Mitglied der legendären Kelly-Family - in Ruhe vor der Kathedrale sitzen sahen.

Seit 1994 sind Andrea Glanzmann, Stefanie Maradan und Nicole Aeberhard Fans der «Kelly Family». Während sich Steffi zwar heute nicht mehr als Fan sieht, gibt Andrea zu, dass mit den Jahren die Freude und Leidenschaft gewachsen ist. Sie Beide sind damals durch den Song «An Angel» auf die Kellys aufmerksam geworden. Als Teenies mussten sie alle drei oft dumme Sprüche anhören: «Damals war man entweder Backstreet Boys- oder Kelly-Fan. Und die Kelly-Fans waren wohl die uncooleren.» Man machte sich lustig über den Lebensstil der Familie, ihre Kleider und die langen Haare. Auch wenn der Hype um die Kellys vorbei ist, reiben es die Drei noch nicht jedem unter die Nase, dass sie die Musik der Kellys mögen. Wobei es oft vorkomme, dass sich das Gegenüber auch oute und erzähle, dass ihm diese Musik auch gefällt oder gefallen habe.

Zurück zum Privatkonzert im Solothurner Kapuzinerkloster, welches auf Initiative von Steffi, Andrea und Nicole entstanden ist. Die Idee: Freunde und Verwandte hautnah erleben lassen, warum die Musik der Kellys den drei Frauen auch nach so langer Zeit noch gut tut. Aber weshalb gerade Patricia? «Sie war von Anfang an mein Idol. Im Teenie-Alter kaufte ich mir ähnliche Kleider und Schmuck. Ich versuchte sie nachzuahmen», gesteht Andrea. Patricia beeindruckt die Drei aber auch heute noch: «Wir fanden, dass sie die nahbarste der Familie ist – und dies wurde uns an diesem Tag bestätigt.» Das Konzert hat den eingeladenen Freunde und Verwandte gefallen. Und für die drei Organisatorinnen ist ein Traum in Erfüllung gegangen: «Erstmals konnten wir ohne langes Anstehen, Gedränge und Hysterie in Ruhe in der ersten Reihe das Konzert geniessen.» Denn Andrea erlebte im Jahr 2000 ein Konzert in Basel so: «Bei den Konzerten der Kellys gab es immer eine Gruppe Leute, die Nummern von 1 bis 100 verteilte. Dies bedeutete, dass die ersten 100 Fans der Reihe nach in die Halle gelassen wurden. Man musste aber viermal vor dem Konzert nach Basel fahren. Einmal zur Entgegennahme der Nummer und drei Mal um diese zu bestätigen. Weitere Bedingung: wir mussten am Abend vor dem Konzert vor der Halle übernachten. Haben wir alles gemacht. Verrückt, oder?»

Damals wäre Andrea, Steffi und Nicole nie im Traum in den Sinn gekommen, dass sie später mal ein Privatkonzert mit einem der Kellys organisieren würden. Umso mehr genossen es die drei Fans in Solothurn in Ruhe mit Patricia Kelly Znacht zu essen, mit ihr zu plaudern und ihr den Backstage-Bereich einzurichten. Für sie ist nicht ausgeschlossen, dass sie weitere Konzerte mit den Kellys organisieren werden. Natürlich weiterhin unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

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