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«Zwüsche Schnaps und Knäckebrot lyt e Frou, und die isch tot.»

Blogger Ruedi Stuber kennt die Berner Troubadours persönlich sehr gut. Darum war er gespannt auf die Aufführung der «Kriminalgschicht» durch den Frauenchor Erlach.

Sie sehen alles andere als kriminell aus, die rund 20 Frauen, die gesittet und wie für den historischen Markt gekleidet auf der Bühne lismen: Der Frauenchor Erlach führt im Turbensaal Bellach eine Kriminalgeschichte auf, die die Berner Troubadours Mani Matter, Jacob Stickelberger und Fritz Widmer zu Beginn der 70er-Jahre geschrieben haben.

«Eigentlich bloss eine Chalberei», sagt Jacob Stickelberger noch heute dazu. Aber das Werk hat Schmiss und strotzt vor Skurrilität. Überraschende Wendungen wechseln mit augenzwinkernder Komik und Wortakrobatik.

«Eines der Lieder ist von den Autoren scherzhaft als a cappella-Lied für Frauenchor umschrieben», erklärt Dirigent Erwin Hurni. Er habe sich geschworen, wenn er je einmal einen Frauenchor leiten sollte, dann werde er die «Kriminalgschicht» aufführen.- Diesen Vorsatz hat er in die Tat umgesetzt. Und der Frauenchor trägt diesen Vorsatz fulminant mit, auf der Gitarre begleitet von Priska Weibel.

«Zwüsche Schnaps und Knäckebrot lyt e Frou, und die isch tot» - mit dieser Wendung kommt die Story in Fahrt. Der Mord geschah in Bümpliz und das Opfer ist die Bardame Manuela, die eigentlich einmal Annemeieli hiess und ihr Brot nicht nur mit Schnapsausschenken verdient hat.

Kurze, pointierte Zwischentexte, brillant eingestreut von Ruedi Ruch, sind Verbindungselemente zwischen den 14 Liedern, die den Frauen punkto Tempo und Kadenz einiges abverlangen. Aber als Zuschauer kann man dem Handlungsverlauf mühelos folgen, was für die gute Diktion der Sängerinnen spricht, die ohne Verstärkeranlage singen.

Überraschungseffekt: Bei einem der Lieder hört man ab Vinylplatte auch die Stimmen von Jacob Stickelberger und Fritz Widmer. Rund 50 Minuten nach dem röchelnden Ableben des Opfers ist der Fall gelöst: Der Mörder hat sich bei der Polizei persönlich gemeldet, weil er um einiges hübscher aussieht, als im Signalement durchgegeben.

Der Bellacher Martin Röthlisberger hat die Erlacher Produktion in den Turbensaal geholt und einem entzückten Publikum einen vergnüglichen Abend geboten.

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