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Es braucht keinen Gott, um Pfarrer zu werden

Der obiges sagt, steht vor einem Mikrofon und die Gemeinde singt andächtig mit ihm. Die Halle ist voll. Durchschnittsalter geschätzte 35+.

Wenn sich Hanspeter aus dem Galgefäld ans Piano setzt, tut er’s schwerfällig: Hanspeter ist Büne Huber. Er und sein Meccano Destructif Commando haben am 21. März mit dem Kofmehl-Publikum liebe Vertraute vis-à-vis: Wenn man die meisten Songs auch kennt, der Abend bringt Überraschungen. Seien es der krachende Gewittersturm aus der Technik-Küche zum Empfang oder ungewohnte Arrangements. Dann auch Bünes Geschichten, die er so beiläufig erzählt. Jene von Pesche zum Beispiel, den Büne aus seiner Zeit als Sozialpädagoge kennt. Pesche, der rasch fünf Autos und ein Garagentor zu Schrott gefahren hat. Überraschend Hubers betörend- und beschwörendes Lechzen eines schmachtenden Liebhabers in der Elvis-Parodie und überraschend Christian Brantschen, der Patent-Ochsner-Tastenmann, der ausser Programm plötzlich am Piano sitzt und vom Publikum herzlich begrüsst wird.

Im Meccano Destructif Commando spielt neben Andi Hug am Schlagzeug und Wolfgang Zwinauer am Bass Gitarrist Disu Gmünder. Gmünder outet sich mit Akkordeon, Posaune, Tasten und „Theremin“, einem elektronischen Instrument sowjetischer Provenienz mit dem Klang einer singenden Säge, als wahrer Multiinstrumentalist.

Im Gegensatz zu Ochsner-Auftritten bleibt das Publikum bei den zahlreichen Balladen ruhig. Einzig bei den Geschichten werden ein paar wenige zappelig. Dabei wäre die Story mit Mosers Heimorgelbausatz doch Epik vom Feinsten.

Höhepunkt des Abends für mich war «I myr Nachbarschaft» – ein Tom Waits-Titel, von Büne Huber auf seine Mitmenschen im Galgefäld übertragen.

Es braucht keinen Pfarrer, um eine Gemeinde andächtig werden zu lassen. Ein Huber genügt.

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