Am 6. November wird es in der Kirche Langendorf ein besonderes Licht- und Klangspektakel zu erleben geben. Bloggerin Lucilia Mendes von Däniken hat bei den Hauptinitianten – dem Chorleiter Florian Kirchhofer sowie dem Komponisten Raphael Sommer – nach der Hauptprobe mal den Puls gefühlt.

2017 führten drei Chöre – unter anderem auch der Katholische Kirchenchor Langendorf – in Murten, Basel und Solothurn zusammen mit Solisten und einem Orchester ein stimmungsvolles Konzert auf. Im Zentrum stand das «Requiem» des zeitgenössischen walisischen Musikers und Komponisten Karl Jenkins. Ergänzt wurde dieses mit dem neu komponierten «Requiem» des jungen Basler Komponisten Raphael Sommer aus Basel. Schon kurz nach den Aufführungen hatte Florian Kirchhofer, der musikalische Leiter der Chöre, die Idee für ein neues Projekt. Und es war klar: Raphael Sommer sollte wieder eine Komposition einbringen. Ergänzt wird das diesjährige Projekt von einer Lichtshow, welche der Solothurner Lichttechniker Bjarne Friis kreiert.

Geplant waren 2020 vier Aufführungen von «Dimension». Doch aufgrund der Pandemie mussten die Termine immer wieder verschoben werden, Proben wurden abgesagt, Unsicherheiten entstanden. Trotzdem: Die Initianten hielten an der Idee fest und freuen sich nun, an zwei Abenden das Resultat der Bemühungen zeigen zu dürfen.

«Dimension» heisst euer neues Projekt – was erwartet das Publikum?
Florian Kirchhofer: Es handelt sich um ein Nachfolge-Projekt zu «Requiem», welches damals mit seiner Musik die Besucher geerdet hat. Nun wollen wir mit «Dimension» die Verbindung in alle Ebenen schaffen: Angefangen im tiefen Meer über den Himmel bis hin zur Endlichkeit und dann wieder zurück zum Naturwunder der Nordlichter. Das Ganze wird mit einer Lichtshow verstärkt.
Raphael Sommer: Das Publikum erlebt einen sphärischen Abend mit abwechselnden Lichtern und einem musikalischen Filmmusik-Klassik-Mix mit Chorklängen. Keine experimentelle Musik, einfach schöne symphonische Musik(-Welten). Für mich war wichtig, das Publikum von Anfang an auf eine spannende und abwechslungsreiche musikalische Reise mitzunehmen. Jede der sieben Dimensionen, die wir bereisen, soll Abwechslung, Entspannung und Faszination bieten.

Wie ist das Gesamt-Kunstwerk entstanden?
Sommer: Ungefähr drei Monate nach unserem gemeinsamen «Requiem»-Projekt 2017 fragte mich Florian Kirchhofer erneut für ein gemeinsames Projekt an. Seine Vision war eine Licht- und Klangwelt mit einer Reise durch verschiedene Dimensionen. Seine Aufgabe an mich: Die Menschen aus ihrem Alltag zu entführen und einen Moment der Entspannung zu bieten. Es war für mich herausfordernd, meinem Stil und meiner Art des Musikschreibens treu zu bleiben und gleichzeitig eine andere, neue Seite zu zeigen. «Dimension» hat in mir selbst eine neue musikalische Dimension geöffnet, die nachhaltig weitere Projekte beeinflusst. Florian hat mich in den richtigen Momenten unterstützt und motiviert. Es war eine sehr schöne Zusammenarbeit – auch mit dem Chor, der unter der Leitung von Florian unermüdlich die manchmal nicht einfachen Passagen einstudiert hat.
Kirchhofer: «Dimension» soll alle Sinne berühren, so werden die Konzertbesucher nicht nur sehen und hören, sondern vielleicht auch die Meeresbrise riechen.

Ihr seid schon ziemlich lange an diesem Projekt. Was hat die Pandemiezeit verändert, verbessert – oder wo war Corona Spielverderber?
Kirchhofer: Der Chor hat sich etwas verkleinert, dafür hat sich der Klang um einiges verbessert. Nach der dritten Absage der Konzerte war auch mal ein Motivationshänger drin.
Sommer: Ja, es war ein ziemlicher Rückschlag, als der Lockdown unsere Konzerte verhinderte. Florian hatte ziemlich früh ein gutes Gespür, wie sich Corona entwickeln würde und hat im richtigen Zeitpunkt die Notbremse gezogen. Ich fand das super. Klanglich hat sich das Projekt in dieser Zeit toll weiterentwickelt. Bei der letzten Orchesterprobe war so viel positive Energie bei allen Beteiligten zu spüren. Jetzt können wir uns richtig freuen und es kaum abwarten!

«Dimension» So, 6. November, 18 Uhr, Kath. Kirche Langendorf. Türöffnung: 45 min. vor Beginn. Detaillierte Infos zu den Aufführungen in Liestal und Langendorf findet man hier. Tickets für Langendorf hier.

 

Ohne Lucilia wäre zmitz nicht zmitz. Denn im Jahr 2014 gründeten sie und Fabian den Kulturblog, um die vielseitige Kultur rund um Solothurn strahlen zu lassen. Aus langjähriger beruflicher Tätigkeit und purem persönlichem Interesse kennt sie die Kulturbetriebe der ganzen Region und denkt immer eine Nasenspitze weiter. Sie ist aber nicht nur Co-Leiterin der Redaktion, sondern auch Vizepräsidentin des Vereins zmitz.