Mindestens zwei Generationen sind in Bellach schon auf Kunst von Peter Travaglini rumgeklettert. Und dabei war den Wenigsten bewusst, dass es sich dabei eben um Kunst handelt. Bloggerin Lucilia Mendes von Däniken weiss das aus eigener Erfahrung.

«Bitte nicht berühren» – so stellt man sich Kunst oft vor. Abstand halten zu Skulpturen und Gemälden, auf keinen Fall anfassen! Oft sind die Werke sogar hinter Scheiben versteckt oder von Abstandsbändern umrahmt. Etwas anders sieht es bei der Kunst im öffentlichen Raum aus – und ganz speziell bei einer, auf der ich schon rumgeklettert bin und auf der ich schon gepicknickt habe. Die grossen Beton-Zahlen auf dem Pausenplatz beim Schulhaus Kaselfeld in Bellach sind beliebt bei den Kids – und zum Teil auch (schon) bei deren Eltern. Die riesigen Zahlen dienen als Versteck, als Klettergerüst, als Liegestuhl zum chillen.

Per Zufall habe ich irgendwann erfahren, dass das nicht einfach Platzschmuck, sondern Kunst im öffentlichen Raum ist. Und zwar von einem in unserer Region nicht ganz unbekannten Künstler: Peter Travaglini – der 2015 in Büren a. A. gestorben ist – hat die Betonzahlenwand 1971 in Bellach geschaffen. Vor 40 Jahren! Heisst: Bereits mindestens zwei Generationen haben diese Kunst «bespielt» und erkundet. Dazu passt ganz schön, was auf Travaglinis Website steht: «Die Gemeinschaft war Peter Travaglini das Wichtigste im Leben. Er schuf gemeinschaftsfördernde Werke und ihnen gingen oft gemeinschaftsfördernde Prozesse voraus.»

Übrigens: Travaglini hat in Bellach auch noch an einer weiteren prominenten Stelle gewirkt. Aber dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr.

Infos zum Künstler findet man hier.

Ohne Lucilia wäre zmitz nicht zmitz. Denn im Jahr 2014 gründeten sie und Fabian den Kulturblog, um die vielseitige Kultur rund um Solothurn strahlen zu lassen. Aus langjähriger beruflicher Tätigkeit und purem persönlichem Interesse kennt sie die Kulturbetriebe der ganzen Region und denkt immer eine Nasenspitze weiter. Sie ist aber nicht nur Co-Leiterin der Redaktion, sondern auch Vizepräsidentin des Vereins zmitz und schaut, dass seine Mitglieder nicht zu kurz kommen.