Am vergangenen Samstag hat in der Kulturfabrik Kofmehl in Solothurn nach 16 Monaten Corona-Pause wieder mal eine Party stattgefunden. Bloggerin Lucilia Mendes von Däniken hat sich mit Pipo Kofmehl darüber unterhalten, wie es dazu gekommen ist und wie es sich angefühlt hat.

Wenn ich das richtig verstanden habe, wolltet ihr eigentlich erst im Herbst starten. Nun hattet ihr am Samstag eine «Welcome back»-Party. Warum?
Die Überlegung ist: Neustart in der zweiten Hälfte August, da der Bundesrat angekündigt hat, dass die Normalisierungsphase voraussichtlich am 20. August 2021 startet. Aber: Am 23. Juni 2021 hat der Bundesrat viel mehr Lockerungen beschlossen, als angekündigt und wir fanden, das muss unbedingt gefeiert werden. Darum haben wir mehr oder weniger spontan eine Poardy auf den 3. Juli 2021 angesetzt… und jetzt ist der Fokus wie geplant auf die letzten zwei August-Wochen gerichtet für den Neustart. 😉

War die Party ein «Danke für eure Treue» oder ein Testlauf für den Saisonstart?
Ich würde sagen: Beides!

Wie viele Leute haben die Party besucht?
Rund 600 Besucher*innen!

Was bedeutete das logistisch für euch, so eine «einmalige» Party vor der Sommerpause zu organisieren?
Ja nun, das war ehrlich gesagt ein wenig ein Abenteuer! Einige Abläufe stimmten natürlich noch nicht wie vor Corona. Aber: Die Motivation im Team war hoch. Von daher: Mit einem motivierten Team versetzt man Berge oder stampft spontan eine grossartige ausserordentliche Poardy aus dem Boden, weil es einfach grad wichtig ist 😉.

Warst du vor Ort?
Yes – vor Ort & zmitz-drinnen! Wunderbar viel Normalitäten wurden auf einen Schlag sichtbar! Es hat sich angefühlt, wie wenn es uns mental alle aus dieser Corona-Bubble beamt und die Zeit danach eingeläutet wird. Und ja: Das hat allen sehr, sehr viel Spass gemacht!

War das Kofmehl «Versuchskaninchen» für die Eventbranche?
Es gab in vielen Kantonen verschiedene Testanlässe – aber die Welcome-Back-Poardy war kein Versuchskaninchen in dem Sinne. Wir haben nach den aktuellen Corona-Bedingungen gearbeitet, im Modus «Covid-Zertifikat only» – ohne Masken, ohne Abstände, ohne Kapazitätseinschränkung. Aber klar – wir haben sicher ein paar Erkenntnisse gewonnen, die wir den Entscheidungsträger*innen weitergereicht haben – so, wie wir das seit Ausbruch dieser Krise tun.

Noch ist das Kofmehl auch Covid-Testcenter. Behindert der strikte Ablauf dieses Centers nicht etwas den kreativen Fluss eines Kulturbetriebes?
Nein – ganz im Gegenteil. Das Covid-Testcenter ist eine hochdynamische Angelegenheit und inspiriert unser kulturelles Werken sehr. Tönt komisch, ist aber so!

Was wünscht sich das Kofmehl für den Saisonstart?
Viel Normalitäten. Sie machen vieles möglich und total fest Spass!

Ohne Lucilia wäre zmitz nicht zmitz. Denn im Jahr 2014 gründeten sie und Fabian den Kulturblog, um die vielseitige Kultur rund um Solothurn strahlen zu lassen. Aus langjähriger beruflicher Tätigkeit und purem persönlichem Interesse kennt sie die Kulturbetriebe der ganzen Region und denkt immer eine Nasenspitze weiter. Sie ist aber nicht nur Co-Leiterin der Redaktion, sondern auch Vizepräsidentin des Vereins zmitz und schaut, dass seine Mitglieder nicht zu kurz kommen.