Im Sommergarten vom Alten Spital Solothurn trafen sich vergangene Woche drei Gitarren-Haudegen zu einem Konzert, welches sich wie ein Jam anfühlte: spontan, unterhaltsam und immer wieder überraschend. Bloggerin Lucilia Mendes von Däniken hat bei «MGM» reingehört.

«MGM» steht nicht, wie von Gastgeber Christoph Rölli angekündigt , für «Moore gueti Musig!», sondern für die Abkürzung von drei Namen: Didi Meier und Philipp Gerber sind mir schon lange ein Begriff – den Namen Schöre Müller kannte ich zwar nicht, aber seine Band Span natürlich schon. Das Wetter war prächtig – gottseidank, sonst wäre das Konzert für mich gestrichen gewesen, da ich nur Openair-Tickets hatte. Brav auf dem Stuhl sitzend – was für mich bei Konzerten schwierig, sehr schwierig ist – mit Maske bestückte, schickte ich mich in das erste Konzert seit einer gefühlten Ewigkeit. Die drei Herren setzten sich, mit akkustischer Gitarre in der Hand, auf ihre Stühle – und plauderten los. Es war nicht einfach ein Konzert, sondern es war tatsächlich so ein bisschen wie eine Jamsession: Jeder wählte für ihn besondere Stücke aus. Selber geschriebene, aber auch Welthits – und jeder wusste zu «seinem» Stücke eine Geschichte zu erzählen. Da landete man als Gefangener im Paradies, erfuhr, wie Phippu zum Blues kam, tauchte ein in den Louenesee – und staunte, über die sich von der Bühne her verbreitende Liebe zur Musik. Die drei Herren spielten trotz des unterschiedlichen Alters jederzeit auf Augenhöhe. Da gab es keinen Altrocker und keinen Jungspund, sondern einfach drei Musiker, die durch die gespielten Stücke zu einer Einheit zusammenwuchsen.

Erst als nach dem Mundartklassiker von Span das Lied «Wild Horses» von den Rolling Stones angekündigt wurde – und gleichzeitig Schöre Müller seine Vokuhila-Mähne wie ein wildes Pferd nach hinten warf, war es für mich langsam an der Zeit mein Pferd zu satteln und westwärts in die immer noch sommerlich warme Nacht einzutauchen.

Ohne Lucilia wäre zmitz nicht zmitz. Denn im Jahr 2014 gründeten sie und Fabian den Kulturblog, um die vielseitige Kultur rund um Solothurn strahlen zu lassen. Aus langjähriger beruflicher Tätigkeit und purem persönlichem Interesse kennt sie die Kulturbetriebe der ganzen Region und denkt immer eine Nasenspitze weiter. Sie ist aber nicht nur Co-Leiterin der Redaktion, sondern auch Vizepräsidentin des Vereins zmitz und schaut, dass seine Mitglieder nicht zu kurz kommen.