Jahreswechsel! Zeit für zmitz-Bloggerin Lucilia Mendes von Däniken zurück und noch viel lieber: voraus zu schauen.

Da ist es jetzt also, das neue Jahr. Der Jahreswechsel ist immer der Moment, wo man Bilanz macht. Sich überlegt, was war, was sein wird. Was man besser machen möchte. Vorsätze! Bildschirmzeit reduzieren. Mehr Bewegung. Weniger Muss, mehr Genuss. Früher ins Bett. Mehr Ordnung halten. Weniger Schokolade. Mehr Gemüse. Mehr Wasser trinken. Und sich Zeit nehmen für ein Glas Wein.

Hatte man eher ein «schlechtes» Jahr, hegt man grosse Hoffnungen: «Das kommende Jahr kann nur besser werden.» Man fühlte sich irgendwie aufgeregt, euphorisch, war voller Erwartungen. Dieses Jahr fehlte das. Nicht aufgrund der nicht existierenden Festivitäten – die haben mir nie wirklich viel gesagt. Aber es fehlte dieses «mit Schwung ins neue Jahr». Warum wohl? Weil wir diesmal – mehr als sonst – von äusseren Vorgaben bestimmt sind? Wir haben es nicht mehr alleine in der Hand, wie 2021 wird, was wir daraus machen. Wir sind «on duty». Planen macht weniger Spass – oder sogar wenig Sinn.

Dank zmitz hat die Kultur in meinem Leben einen überdurchschnittlich hohen Stellenwert erhalten. Es geht nicht mehr alleine um den Konsum, um «Kultur tut mir gut!». Mich interessiert immer mehr das «Wer?», «Wie?», «Warum?». Kultur sind für mich inzwischen nicht einfach Konzerte, Theaterstücke, Lesungen, Museumsbesuche. Kultur sind immer mehr auch Menschen. Solche die Kultur schaffen und solche, die für die Kultur schaffen.

Hätte man mich vor einem Jahr gefragt, wie mein Kulturjahr wird, hätte ich wohl ziemlich übermütig geantwortet: «Reich wie noch nie!» Ein Jahr später zeigt die Bilanz ein anderes Bild. Was den Konsum betrifft, so lässt sich das ziemlich genau auflisten: Museumsbesuch: 1, Konzerte: 4, Kulinarik-Anlässe mit Bands: 2, (Freiluft-)Ausstellung: 1, Schweizer Filme im Kino: 3, Theaterbesuche: 3, Bücher gelesen: unzählige, neue CDs gehört: 1, Online-Konzerte: 1.

Und doch kann ich aus dem vergangenen Jahr eine sehr schöne und wichtige Erkenntnis mitnehmen: Die Solothurner Kultur – und ganz speziell die vielen Menschen dahinter – sind mir noch viel mehr ans Herz gewachsen.

Darum dieses Jahr keine Vorsätze, sondern eine ganze Reihe von «Hoffnungen»: Ich hoffe, dass die Konsumenten-Bilanz in einem Jahr besser aussieht. Das Angebot darf von mir aus noch klein und fein bleiben. Aber die Dichte dürfte wieder zunehmen. Ich hoffe, dass wir uns bald wieder Seite an Seite begegnen. An einem Konzert, im Theater, vor einem Gemälde oder einer Leinwand, hinter der Kulisse, auf der Bühne. Vielleicht mit einem Bier in der Hand, ganz sicher aber mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht, welches – auch hoffentlich – nicht mehr von einer Maske bedeckt ist.

Träumen darf man ja, oder?

Share This