Die Kultur fühlt sich im Stich gelassen. Seit Wochen wartet die Branche auf weitere Unterstützungsmassnahmen, um den verordneten Minderbetrieb abzufedern. Nun hat der Kanton Solothurn bis Ende 2021 rund 3,2 Mio. Franken bewilligt.

Während die finanzielle Unterstützung für die Wirtschaft zur Bewältigung der Corona-Krise nahtlos von der ersten Welle über den Sommer in die zweite weitergeführt wurde, war der Aufschrei in der Kultur gross – auch hier bei zmitz: Kulturschaffende konnten lediglich bis September Unterstützung beanspruchen bzw. bis Ende Oktober Gesuche eingeben. Seither warten sie auf Unterstützungsmassnahmen, obwohl sie – im Gegensatz zur Wirtschaft – mit massigen Einschränkungen behaftet wurde. Darauf wurde nun reagiert.

Wie die Staatskanzlei des Kantons Solothurn gestern bekannt gab, werden im Kanton die Unterstützungsmassnahmen verlängert, nachdem der Bund die dafür erforderlichen Gesetzesgrundlagen geschaffen hat. Und zwar bis sage und schreibe Ende des nächsten Jahres. Damit trägt man wohl auch dem Fakt Rechnung, dass so «Spätfolgen» abgefedert werden können, wenn der Kulturbetrieb wieder hochfährt, aber zum Beispiel wegen geringerer Einnahmen infolge reduziertem Platzangebot weiterhin ein Defizit besteht. Oder wie es in der Medienmitteilung des Kantons formuliert ist: «Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 auf den Kultursektor sollen weiterhin abgemildert, die nachhaltige Schädigung der Schweizer Kulturlandschaft soll verhindert und die kulturelle Vielfalt soll erhalten bleiben.»

Der Regierungsrat des Kantons Solothurn hat die Umsetzung der Massnahmen beschlossen und eine Unterstützungshilfe mit einem Kostendach von maximal 3’215’900 Franken genehmigt. Im Kanton Solothurn ansässige Kulturunternehmen können beim kantonalen Amt für Kultur und Sport Ausfallentschädigungen und neu Beiträge für sogenannte Transformationsprojekte beantragen. Das sind Projekte, welche die Anpassung von Kulturunternehmen an die durch die Covid-19-Epidemie veränderten Verhältnisse bezwecken und die strukturelle Neuausrichtung oder Publikumsgewinnung verfolgen. Die Mittel für die Ausfallentschädigungen und für die Transformationsprojekte werden von Bund und Kantonen gemeinsam zu gleichen Teilen bereitgestellt.

Zuständig für die Gesuche und für die Mittelvergabe ist das Amt für Kultur und Sport. Ab Dezember können Anträge für zusätzliche Unterstützungsbeiträge eingereicht werden. Die Gesuchsformulare und Merkblätter werden auf der Webseite corona.so.ch des Kantons unter der Rubrik «Kultur und Sport» aufgeschaltet.

 

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