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Wie ein Fischstäbchen...

Mehr als ein halbes Jahr Konzert-Abstinenz. Ganz schön hart für eine Livemusik-Liebhaberin. Darum fühlte sich Bloggerin Lucilia Mendes von Däniken ganz schön auf rosa Wolken, als sie vergangene Woche im Garten des Alten Spitals in Solothurn wieder mal ein Konzert besuchen durfte.

Wann ich das letzte Konzert besucht habe und welches es war, weiss ich gar nicht mehr genau. Ich sage ja eigentlich immer, dass ich bereits in ganz jungen Jahren mit einem Konzerttagebuch hätte starten sollen. Aber damals war mir noch nicht bewusst, dass aus diesem «Hobby» eine Langzeitliebe wird. Was ich hingegen noch weiss: Dass ich ganz kurz vor dem Lockdown an einer Buchvernissage im Buchhaus Lüthy war (hier der Bericht dazu).

Seither liegt mein Live-«Kulturkonsum» coronabedingt nahezu brach. Lange ging das gut: Mehr Zeit für Bücher, wieder mal alte CDs hervorkramen, LPs auf den Plattenspieler legen - und staunen, was da alles für kreative Ideen bei Kulturschaffenden und -Institutionen aus dieser komischen Situation emporgestiegen sind. 

Aber seit den Sommerferien kribbelte es mich. Langsam riecht es nach Saisonstart. Und damit wacht auch die Hoffnung auf, dass es - unter neuen Umständen - wieder möglich sein wird Kulturanlässe zu besuchen. Vorsichtig werden Programme studiert - und da hüpft das Herz: Im Alten Spital findet bald ein «Acoustic Nights»-Konzert statt. 

Tatsächlich etwas aufgeregt begebe ich mich nach einer Sitzung mit etwas Verspätung in den Garten des Alten Spitals - in den Aaregarten. Es ist - so zeigt es der Wetterbricht - der wohl letzte warme Abend vor einem Wetterumschwung. Das Konzert hat bereits begonnen. Vorne stehen nicht wie erwartet die drei Männer von «Pink Pedrazzi», sondern eine quirlige Frau, die unglaublich viel Power ausstrahlt. Kein Wunder - denn wie ich später erfahre, ist Bettina Schelker nicht nur eine unglaublich starke Sängerin mit einer kraftvollen Präsenz, sondern sie ist sogar ehemalige Box-Schweizermeisterin. Wow! 

Und sie bringt die ganze Stimmung, die im Aaregarten herrscht, mit einem ziemlich speziellen Vergleich auf den Punkt: «Lange Zeit habe ich mich gefühlt wie ein gefrorenes Fischstäbchen - und jetzt bin ich sowas von reif für die Pfanne.» Alle Anwesenden lachen und nicken, ja, man versteht, was sie meint. 

Als dann «Pink Pedrazzi» übernehmen und in einer Pause Bettina Schelker ihrer Sitznachbarin im Publikum erklärt, dass sie sehr gute Erinnerungen an Solothurn habe - «früher bin ich mit einer Tasche voller Platten nach Solothurn gereist, um sie dann Mike Stocker im Tribe zu übergeben», spätestens da lehne ich mich so richtig wohlig zurück und weiss wieder, warum ich das alles so unglaublich vermisst habe.

 

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