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«Badi Sounds» rettet schütteren Festival-Sommer

Die Badis öffnen und so liegt es auch nicht allzu fern, dass auch «Badi Sounds» dieses Jahr stattfindet. Eins der wenigen Festivals, die Corona trotzen. zmitz-Blogger Fabian Gressly weiss, wie das geht.

Openair Etziken: abgesagt. Heitere: abgesagt. Gurten: abgesagt. Das scheint ein trister Festival-Sommer für die Region zu werden. Eine Ausnahme aber gibt es, wie letzte Woche bekannt wurde: Das «Badi Sounds» in der Badi Gerlafingen findet statt. Kaum gab der Bundesrat die Lockerung der Covid-19-Massnahmen bekannt, gaben die Verantwortlichen die gute Nachricht bekannt. «Wir hatten dieses Jahr das Programm bereits im Januar fertig», sagt Mitorganisator J.J. Flück. Auch die grafischen Arbeiten waren bereits zu weiten Teilen fertig. Deshalb habe man so kurzfristig entscheiden können. Nach dem Lockerungsentscheid «ging es vor allem darum, ob wir es durchziehen können und wollen und wie wir die Auflagen umsetzen».

Tickets gibt es dieses Jahr beispielsweise nur über den Vorverkauf (s.u.) – ausserdem nur 250 an der Zahl, damit man mit Helfern und Bands unter den weiterhin limitierten 300 Personen pro Anlass bleibt. Beim Eingang und an der Bar werden mit Abschrankungen die Distanzregeln umgesetzt und auch Desinfektionsmittel werden zur Verfügung gestellt. Vor der Bühne sind die zwei Meter Distanz aber schwer umzusetzen «und wir wollen bestimmt nicht Polizist spielen», sagt Flück. Deshalb wird eine Präsenzliste geführt, über die im Falle eines Corona-Falles die Rückverfolgbarkeit gewährleistet ist. Nicht zuletzt appellieren die Verantwortlichen aber auch an die Eigenverantwortung der Gäste.

Auch wenn diese Vorkehrungen viel zu tun geben und die Gefahr einer Ansteckung noch nicht ganz aus den Köpfen verschwunden ist, blickt J.J. Flück mit grosser Vorfreude auf das diesjährige «Badi Sounds»: «Es soll unbedingt wieder etwas passieren. Wir ziehen diese Ausgabe nicht aus finanziellen, sondern moralischen Gründen durch.» Für die Bands, die drei Monate lang nicht spielen durften, und das Publikum, das ebenso lange auf real erlebbare Kultur und Konzerte verzichten musste. «Ich bin ein unverbesserlicher Optimist und glaube daran, dass es gut und richtig ist, das Festival zu machen», sagt Flück weiter.

Die letzten Wochen haben bei J.J. Flück aber auch ganz generelle Gedanken zur Kultur aufkommen lassen. Nicht nur, weil das diesjährige «Badi Sounds» mit dem Mehraufwand und der Zutrittsbeschränkung allerhöchstens eine Null schreiben werde. Das sei dank des Sponsorings und der Unterstützung der öffentlichen Hand sowie dem Einsatz der Freiwilligen machbar. Ohne sähe es anders aus: «Den Leuten zu erklären, dass ein Ticket eigentlich etwa 60 Franken kosten müsste, wenn alle Kosten vollumfänglich gedeckt werden, ist ein schwieriges Unterfangen», sagt der Musiker. Daran arbeite er schon länger und er glaube, es müsse ein Umdenken stattfinden, «bezüglich dem Wert von Kultur und Musik im Speziellen. Sonst wird die Kulturszene sehr bald um einige Veranstalter und professionelle Künstler ärmer und das in einem der reichsten Ländern der Welt».

«Badi Sounds» in der Badi Gerlafingen: 19./20. Juni. Details und Vorverkauf auf der Website badisounds.ch

 

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