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Wenn Kontakte plötzlich fehlen...

Bald werden sich die Museen wieder mit Leben füllen. Die Betreiber freuen sich darauf. Thomas Briner vom Naturmuseum Solothurn hat uns erzählt, wie der Museumsbetrieb während der Lockdown-Zeit ausgesehen hat - und worauf er und sein Team sich freuen.

Auch wenn die Tore der Museen während der Lockdown-Zeit geschlossen waren: Untätig waren die jeweiligen Teams nicht. Einerseits hat man online-Angebot generiert - oder bestehende bekannter gemacht. Es wurde umgebaut, geputzt, Pendenzen wurden abgebaut. So auch im Naturmuseum Solothurn. 

Hier kurz, wie man das Naturmuseum auch in dieser speziellen Zeit «besuchen» kann. 

Angebot #nmsdeheim: https://naturmuseum-so.ch/angebote/downloads/nmsdeheim/
Infos zu Sammlungen: https://naturmuseum-so.ch/sammlungen/
Bestimmungsdienst: https://naturmuseum-so.ch/angebote/bestimmungsdienst/
Speannende Downloads (Bastelanleitungen, Quiz...): https://naturmuseum-so.ch/angebote/downloads/

Doch bald geht es wieder richtig los im Naturmuseum Solothurn. Museumsleiter Thomas Briner hat zmitz erzählt, wie die Arbeiten in den vergangenen Wochen ausgesehen haben und worauf er sich zusammen mit seinem Team freut. 

Lieber Thomas, wie geht es dir und deinem Team?
Mir und dem Team geht es den Umständen entsprechend gut. Wir sind zum Glück nach wie vor alle gesund, was das wichtigste ist. Die Situation brachte für uns alle aber einiges an neuen Erfahrungen, vom Homeoffice über Videokonferenzen bis zu den «Entzugserscheinungen» wegen dem fehlenden Publikumsbetrieb. Langweilig wurde uns aber nie, da wir alle genügend Projekte haben, die wir auch hinter den Kulissen, von zuhause aus bearbeiten konnten.

Seit dem 13. März durftet ihr keine Gäste ins Museum lassen – wie war das für euch?
Als Museumsmenschen sind wir uns gewohnt, regelmässig mit Menschen in Verbindung zu treten. Das Gewusel in den Ausstellungsräumen, die interessierten Teilnehmer an unseren Veranstaltungen, der Austausch mit Fachkollegen… All dies fiel auf einmal weg. Diese Kontakte fehlen uns sehr. Kommt hinzu, dass wir im Normalbetrieb sehr viel Energie darauf verwenden, spannende Naturthemen auf attraktive Art und Weise aufzubereiten, so dass wir den Besuchern viel Freude machen und ihre Begeisterung für die Natur wecken können. So haben wir zum Beispiel sehr viel in die aktuelle Sonderausstellung «Hermelin und Mauswiesel» investiert. Und plötzlich können wir dies nicht mehr zeigen. Das tut schon etwas weh.

Wie habt ihr die Lockdown-Zeit im Museum genutzt – wie sah euer Alltag aus?
Soweit möglich haben wir uns an die Empfehlungen des BAG und des Bundes gehalten und haben im Homeoffice gearbeitet um möglichst den gegenseitigen Kontakt zu vermeiden. Einzig unser Haustechniker Max Widmer war täglich im Museum, um die Fische zu füttern, die Post entgegen zu nehmen und zu schauen, ob im Haus alles in Ordnung ist. Viele von uns haben Kinder zuhause und so mussten wir zuerst einen geregelten Ablauf zwischen Homeoffice, Homeschooling und allen anderen Anforderungen finden. Das hat sich aber ganz gut eingependelt. Ich persönlich habe jeweils am Morgen konzentriert Homeoffice gemacht, am Nachmittag dann nur noch sporadisch Anfragen und Emails beantwortet und daneben Familienzeit genossen. Am Abend, nachdem die Kinder im Bett waren, bin ich dann nochmals an den Computer gesessen und habe weitergearbeitet. Jeweils am Dienstag haben wir eine Team-Skypekonferenz durchgeführt und uns gegenseitig ausgetauscht über die laufenden Arbeiten. Schwerpunktmässig haben wir an der neuen Dauerausstellung zur Hauskatze gearbeitet, welche im Juni eröffnen wird, wir haben an der Inventarisierung der Sammlung gearbeitet und mit der Planung eines neuen Depotraumes begonnen. Ausserdem haben wir einige Revisionen in der bestehenden Dauerausstellung in Angriff genommen und die Planung für eine neue Inszenierung des Foucault-Pendels vorangetrieben. Damit uns die Leute während des Lockdowns nicht vergessen, haben wir regelmässig über die Socialmedia kommuniziert.

Wisst ihr nun schon, wann ihr genau öffnen werdet?
Wenn nichts dazwischen kommt, öffnen wir zum ersten Mal am 12. Mai wieder unsere Ausstellung. Montag ist das Museum ja jeweils geschlossen… Die Öffnungszeiten werden dieselben sein wie vor dem Lockdowns.

Was wird sich für die Besucher nach dem Lockdown ändern – welche Massnahmen müsst ihr ergreifen?
Wir halten uns da an die Regeln des Bundes. Der wird die Rahmenbedingungen festlegen, die es braucht um das Museum wieder eröffnen zu können. Möglicherweise wird auch der Kanton oder die Stadt noch Weisungen erlassen. Ausserdem ist unser Branchenverband, der Verband der Museen der Schweiz (VMS) am Ausarbeiten von Richtlinien. All diese Rahmenbedingungen werden in ein Konzept einfliessen, das wir spezifisch für das Naturmuseum ausarbeiten. Genaue Details dazu kann ich aber noch nicht nennen. Wichtig wird aber auf alle Fälle die Eigenverantwortung der Besucher sein. Nach wie vor sind eine gute Hygiene und genügend Distanz zwischen den Personen die wichtigste Massnahme zur Verhinderung von neuen Ansteckungen.

Privat gesehen: Worauf freust du dich nach dem Lockdown und was wirst du vermissen?
Ich freue mich auf den direkten Kontakt mit Menschen. Wir haben während des Lockdowns auch privat darauf geachtet, nicht zu viel Kontakt mit anderen Personen zu haben. Ein gemütliches Zusammensein mit guten Freunden – darauf freue ich mich. Vermissen werde ich die Unbeschwertheit, nicht dauernd in die Agenda schauen zu müssen, um keinen Termin zu verpassen. Das entschleunigte Leben war eine schöne Erfahrung, welche hoffentlich unsere Gesellschaft als ganzes positiv beeinflussen wird und auch für die Natur positiv spürbar war.

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