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Der Bildschirm bringt das Bild nach Hause

Die Magnolien vor dem Haus blühen wie immer zu dieser Jahreszeit. Eingang ins Kunstmuseum findet man aber derzeit natürlich nicht. Jedenfalls nicht durch die mächtigen Holztüren. Durchs Kabel aber schon - in die online-Sammlung.

Eigentlich würde das Solothurner Kunstmuseum derzeit mit einer Ausstellung in Zusammenhang mit der 2000-Jahr-Feier der Stadt locken. Solothurner Maler, aber auch andere Kunstschaffende, die bildlich auf die Stadt blicken und nicht zuletzt auch die Kunst im öffentlichen Raum der Stadt wären im Haus zu sehen. Wären, denn natürlich ist auch das Kunstmuseum bis auf weiteres zu…

Wer aber unter Entzugserscheinungen zu leiden beginnt oder aus anderen Gründen nicht auf die Werke im Kunstmuseum verzichten will, der oder die kann sich die künstlerischen Schätze auch in die eigenen vier Wände holen. Natürlich nicht per Lieferdienst, wie man das von einer Pizza kennt. Aber indem er oder sie sich die Sammlung online anschaut.

Und das gilt auch für virenfreie Zeiten. Denn von den rund 6000 Werken – Gemälde, Arbeiten auf Papier, Skulpturen, Installationen und Videoarbeiten – kann nur ein kleiner Teil in den Ausstellungsräumen gezeigt werden. Dank der Sammlung online kann aber fast der gesamte Bestand des Kunstmuseums durchgesehen werden. Die Arbeiten an der online-Inventarisierung laufen noch. Derzeit ist mit 1200 Werken gut ein Sechstel erfasst. Aber das reicht hoffentlich, um Kunst-Aficionados bis am 19. April bei Laune zu halten. Hoffentlich endet dann zumindest der Lockdown.

Stöbern ist etwas schwieriger im online-Zugang zur Sammlung. Man kann nur über eine Suchfunktion auf die Sammlung zugreifen, muss also nach Künstler/in, Jahr bzw. Zeitspanne oder anderen Kriterien suchen. «Offen», ohne Selektion klappts nicht. Das hat aber auch Vorteile. Ich konnte mir, geprägt von vielen Ausstellungen zu Surrealismus, Kubismus und anderer Kunstströmungen der 20er-Jahre, die ich mir in den vergangenen Monaten angesehen habe, zum Beispiel anschauen, was wir denn aus dieser Zeitspanne im Kunstmuseum haben. So bin ich etwa auf Otto Morachs eindrückliche «Kathedrale St. Jean in Lisieux» von 1927 gestossen. Oder auf «La table et le fauteuil» von Juan Gris.

Und wie ich am Bildschirm so durch die Sammlung wandle und all die Werke entdecke, die den Weg in Ausstellungen oft nicht finden, da erinnere ich mich an das Erweiterungsprojekt, das vor bald 20 Jahren angedacht wurde. Schade, hat unser Museum nicht mehr Platz… Schön, sind seine Werke wenigstens auf diesem Weg zu sehen.

Hier geht’s zur Sammlung online des Kunstmuseums Solothurn.

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