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Blick hinter die Welt der Fechtproben zu «Romeo und Julia»

Aktuell wird am TOBS ganz fleissig für die Premiere von «Romeo und Julia» geprobt. Unsere Bloggerin Vera Brotschi durfte einen Blick hinter die Kulissen einer ganz speziellen Probe werfen.

Ich hatte das grosse Vergnügen, den Schauspielern vom TOBS (Theater Orchester Biel Solothurn) bei ihren Fechtproben zu «Romeo und Julia» zusehen zu dürfen. Von Beginn an verspürte ich einen freundschaftlichen Umgang sowohl zwischen den Schauspielern als auch zwischen Schauspieler, Dramaturgin, Choreograph und Regisseur. Sie alle weisen unterschiedliche Persönlichkeiten aus, die zusammen harmonisieren. Stark zu spüren ist das gegenseitige Verständnis, das die Schauspieler haben. Ich fühlte mich, wie in deren eigene kleine Welt eingedrungen, in der diese wortlosen Verständigungen für mich nicht sichtbar wurden.

So irritierte mich, dass ich so gut wie nie den Switch von Real zu Schauspiel mitkriegte, was meines Erachtens von grossem Schauspielkönnen zeugt, da die Darsteller ihre Rolle sehr glaubwürdig und realitätsnah ausführen. Obwohl jedes Detail von den – körperlich wirklich anstrengenden! – Fechtkämpfen einstudierte Choreografie ist, bringen die Schauspieler es rüber, als würden sie improvisiert kämpfen, wie es die Figuren im Schauspiel selbst ja auch tun. Mich beeindrucken die hervorragenden Fechtkenntnisse und die Ausdauer der Darstellenden. Einige von ihnen erlernten den Kampfsport während ihres Schauspielstudiums, die Choreografie selbst üben sie erst seit Anfang Januar.
Für mich als Zuschauerin war nicht nur das Schauspiel unterhaltsam, sondern auch die Momente dazwischen. Humorvoll und mit ersichtlichem Genuss und Enthusiasmus gingen die Schauspieler ihre Probe an. Freude, die ansteckt.

Als der Regisseur gegen Schluss die Probe mit aufheiternden Klavierstücken hinterlegte, begannen die Darsteller verspielt zu werden. So dass der Choreograph mal zur Konzentration ermahnen musste, die daraufhin gleich wieder da war. Ein wunderbares Zusammenspiel von Arbeit und Spass.

Es ist spannend, zu sehen, was hinter dem schlussendlichen, meist zu selbstverständlichen Theater für grosse Arbeit steckt. Schön ist es, wenn einem das im Publikum sitzend bewusstwird und man somit die Arbeit der Darstellenden nochmal mehr schätzt als hoffentlich sonst schon.
Nun bin ich sehr gespannt auf das gesamte Theater, wo ich bestimmt noch tiefer in eine andere Welt versinken werde.
Das Stück geht ab 7. März über die Bühnen von Solothurn und Biel.

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