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Jubiläum «im Dienste der Bildenden Kunst»

Seit über 40 Jahren ist ein schmales, unscheinbares Haus in der Solothurner Altstadt Ort für Kunst und die Auseinandersetzung mit ihr. zmitz-Blogger Fabian Gressly hat sich die Geschichte des Künstlerhauses S11, dokumentiert in einer Jubiläumspublikation, mal angeschaut.

Das Künstlerhaus S11 an der Schmiedengasse wurde im vergangenen Jahr 40 Jahre alt. Es war Gelegenheit für das Haus, sich wieder einmal in der Öffentlichkeit stärker ins Bewusstsein zu bringen. Dies tut das Haus darüber hinaus auch mit einer Jubiläumspublikation, in der auf die bewegten Jahre zurückgeblickt wird und die dieses Jahr veröffentlicht wurde.

Auf über 250 Seiten wird die Geschichte des Hauses beleuchtet. Die Ausstellungen, deren Macher und die Gründer des Hauses, politische, kulturpolitische und künstlerische Debatten finden zwischen zwei Buchdeckeln Raum zur Auseinandersetzung mit dem Haus. Ehe das Haus Ende der 70er-Jahre mit Kunst beseelt wurde, beherbergte es eine Buchdruckerei und war die Solothurner Wohnung der noch jungen Familie Supino. Und deren Sprössling, Autor Franco, wirft im Buch einen Blick auf diese Zeit zurück, bevor S11-Vorstandsmitglied Martin Rohde und andere Exponenten sich der künstlerischen Geschichte widmen. Rohde hat sich in unzähligen Stunden im Archiv des Hauses und im Gespräch mit Protagonistinnen und Protagonisten in die Vergangenheit des Hauses vertieft. Sein Rückblick ist ergänzt mit Gedanken der Gründer und anderer Personen, welche diese Zeit prägten und miterlebten. Ebenso werden ausgewählte Projekte aus dieser Zeit wieder in Erinnerung gerufen. Wanda Kupper blickt auf die Frauen im S11. Eine davon, die im Frühling 2016 im Haus ausgestellt ist, kommt selbst zu Wort: Marianne Büttiker.

«Wir von der Schmiedengasse 11 hatten längst eigene Ateliers, als wir das Künstlerhaus gründeten. Das Gespräch unter Kunstschaffenden, die Möglichkeit Arbeiten und Ideen uneingeschränkt veröffentlichen zu können, Begabte zum Gestalten aufzumuntern und anzuleiten, ist soviel wert, dass wir Geld und Zeit dafür zu opfern bereit sind». Mit diesen Worten zitiert Rohde als Einstieg in seinen Rückblick Co-Gründer Heini Bürkli. Mit dem 1978 erworbenen Haus sollte ein selbstverwalteter Ort für Begegnungen und Aktionen werden. Das Haus sollte sich gegen die Trends der damaligen Zeit, in der Raum erstmals knapp und teurer wurde, stellen und wurde mit viel Idealismus und Gestaltungswille geführt.

Ein Blick in das reich illustrierte Buch - mit Fotos vergangener und weniger lange vergangener Ausstellungen, Briefen, Anlässen - zeigt, dass das Künstlerhaus in seinen 40 Jahren steter Veränderung unterworfen war. Das mag wie eine Binsenwahrheit klingen, nimmt aber im Falle des Künstlerhauses ziemlich gewichtige Dimensionen an. Man könnte sagen, das Haus stand nach Brüchen und Zerwürfnissen mehrmals fast vor einer sehr unsicheren Zukunft. Was sich gegen aussen reibt, reibt sich zwangsläufig auch innen. Dass es das Haus noch immer gibt, kann als Beweis für den Umstand gedeutet werden, dass es in Solothurn eine solche Institution braucht. Hier findet Kunst eine Plattform, die andernorts nicht beachtet würde. Und das sagt nichts über die Qualität aus, sondern darüber, wie sich der Kunstmarkt in den letzten Jahren verändert und kommerzialisiert hat.

Nun zählen wir 2019. Das Jubiläumsjahr ist vorbei. Doch das Künstlerhaus lebt weiter. Oder wie es ziemlich am Anfang des Jubiläumsbuches heisst: «Jeder der Teilnehmer steht im Dienste der Bildenden Kunst und prägt durch Aktivitäten das kulturelle Leben Solothurns mit. Dieses Wissen verpflichtet uns auch im neuen Jahr.» - Und hoffentlich darüber hinaus.

40 Jahre Künstlerhaus, die Jubiläumspublikation auf buchhaus.ch und mehr zum Jubiläum auf s11.ch

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