adiheutschi.ch webdesign

Kulturnacht Solothurn: sieben auf einen Streich

Das tapfere Schneiderlein? Nein, aber allenfalls die tapfere Kulturnacht-Gängerin! Das Programm von zmitz-Bloggerin Dominique Niklaus jedenfalls war ziemlich vollgepackt.

Wir haben einen wahrlichen Kulturmarathon hingelegt an der Solothurner Kulturnacht vergangenen Samstag. Insgesamt sieben Anlässe haben wir besucht, wenn man die Afterparty im Alten Spital mal grosszügig nicht mitzählt. Bereits um 15 Uhr begann unsere Reise mit dem historischen Zügli nach Fraubrunnen, dann führte die Zeitreise ins Computermuseum Enter. Dort blieben wir länger in der analogen Zeitschlaufe stecken als geplant. Deshalb folgte ein kurzer Abstecher ins Radiostudio von Radiologisch gleich ums Eck. Erster musikalischer Anlass war der Auftritt der Band «Moes Anthill» im Alten Spital, die beim Publikum so gut ankamen, dass sie vielleicht schon im August wieder an der Acoustic Night auftreten werden.

Eigentlich wollten wir danach direkt ins Kofmehl um weitere Konzerte zu sehen, doch der Weg führte uns, wiederum ungeplant, durch den Aarhof, dem geschichtsträchtigen Gebäude an der Aare aus dem Jahr 1619. Nachdem wir dort das Türmchen erklommen hatten, nahmen wir die vorerst letzte geplante Etappe in Angriff, das Konzert von «Steiner & Madlaina» in der Raumbar. Anscheinend auch ein beliebter Treffpunkt für Kulturblogger, wobei ich Kollege Sven nachträglich noch Hallo sage, denn der war zu ergriffen von der Musik, als dass er seine Umwelt noch wahrgenommen hätte. Zu Recht, möchte ich hier noch nachschieben, wir wären auch noch geblieben, wenn nicht der Shuttlebus gewartet hätte. Unsere Gäste aus Biel wollten zurück in ihre temporäre Residenz in der «Couronne», ja sechs Anlässe sind schon das doppelte Soll eines gemeinen Kulturnachtbesuchers, die Füsse müde, der Geist auch.

Als wir unsere Gäste sicher im Bett wussten, schlichen wir uns getrieben von Neugier in die Bar zu «Fitzgerald & Rimini», einem Duo, das sich kaum beschreiben lässt. Gesungene und gesprochene Poesie, begleitet von einer verschrobenen Klangwelt. Nach diesem langen Tag voller Eindrücke doch ein happiger Happen, aber genau diese Entdeckungen machen die Kulturnacht aus.

Rekord: Nicht nur die Anzahl Anlässe, die wir dieses Jahr besucht haben, ist ein persönlicher Rekord, beim retro-gamen im Museum Enter habe ich den Flipper Apollo 13 in die Knie gezwungen. 13 Bälle beim Mulitball, da gab’s einen regelrechten Kugelstau. Das führte unweigerlich zu Flipperrütteln und TILT, dennoch habe ich einen Highscore erzielt und konnte mich in die Bestenliste eintragen. I’m so, so proud.

Aufgefallen: «Fitzgerald & Rimini», ich werde mir sie gerne noch einmal zu Gemüte führen, wenn ich weniger Meilen in den Stiefeln habe und ich dem genialen Wortwitz in verschiedenen Sprachen besser folgen kann.

Aufreger: Ausgerechnet an der Kulturnacht fand auf dem Marktplatz ein Taufritual einer Studentenverbindung statt. Ich habe ein grundsätzliches Unverständnis gegenüber Studentenverbindungen und deren Rituale, solange sie aber in ihren Kellern bleiben, kann es mir aber egal sein. Doch mitten in der Nacht bei Eiseskälte jemanden in Badehosen öffentlich auszupeitschen ist einfach nur beschämend.

Logo Zmitz300cont