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Solothurner Kulturnacht: Unterwegs in gemeinsamer Mission

Es ist das grosse Ganze, was Blogger Fabian Gressly an der Kulturnacht liebt. Die Kulturnacht verbindet. Die Besucher unter sich. Die Veranstalter unter sich. Die Kunstschaffenden. Und alle untereinander miteinander. Die gemeinsame Idee machts aus!

36 Kulturveranstalter in und um Solothurn haben gestern in 30 Lokalen fast 200 Kulturevents geboten. 4000 Besucherinnen und Besucher wurden erwartet und waren – trotz des zweifelhaften Wetters – auch gekommen (vermute ich nun einfach mal, die Bilanz wurde noch nicht kommuniziert. Aber ich hab gezählt. Es waren so viel!*) Und das allein zeigt, was ich an der Kulturnacht liebe.

Es ist das gleiche, das ich letzten Oktober an der Nuit Blanche in Paris geliebt habe. Vor einigen Jahren an der Fête des Lumières in Lyon, an der ersten Kulturnacht in Solothurn und jeder anderen seither. Es ist, was ich am Treiben während der Filmtage mag oder an der Museumsnacht in Bern: «Tout le monde» ist unterwegs mit dem gleichen Ansinnen. Es ist ein Spirit, der das Treiben umgibt. Da ist etwas, das einen mit einer beträchtlichen Masse Menschen verbindet. Und dieses zufriedene Gefühl der Erfüllung ist einzigartig. Wenn ich so drüber nachdenke, ist diese Kulturnacht ein Sinnbild für Inspiration für mich. Es spielt keine Rolle, was man sich anschauen und -hören geht und wo man das tut.

Ich war in der Mausefalle und habe gestaunt, wie man mit wenig Requisiten und einer eigentlich lapidaren Situation einen spannenden, amüsanten Einakter hinkriegt. Ich war im Museum Altes Zeughaus, wo Dülü Dubachs Supersiech zwischen Szenen von Krieg und Gewalt, inmitten von Hellebarden, Schwertern und Kanonen Liebeslieder sang. Ich war bei Uta Köbernick im Salon des Museums Blumenstein – ganz nah an ihrer Mimik. Ich war im Stadttheater – gut da hab ich mich im Programm verlesen, aber ist egal! – in der One-Woman-Show von Anne Sauvageot und war verblüfft (bis leicht peinlich berührt, aber ich bin ziemlich sicher, dass das Teil des Konzepts ist) von ihrer direkten Performance. Ich war (wieder, darum das mit dem Verlesen eben) im Stadttheater beim Luumu und diesmal weniger bei der Musik sondern mehr bei den sagenhaften Bildwelten von Joana Locher. Und danach im Gewölbekeller des Alten Spitals in musikalischer Nostalgie schwelgen.

Aber eigentlich spielt es keine Rolle, wann ich wo war und was ich gesehen habe. Prägender war für mich eher die Zeit dazwischen. Wenn man mit dem Rad der Aare entlang braust auf dem Weg zum nächsten Termin. Wenn man in der Bar, ehe es losgeht, noch etwas trinkt und mit der Frau hinter dem Tresen spricht. Wenn man unverhofft alten Bekannten begegnet, die man schon länger nicht mehr gesehen hat. Abseits der echten Geschehnisse kommt zum Ausdruck, was die Kulturnacht ausmacht. Dass man, egal auf welcher Seite des Anlasses man steht, die gleiche Idee hat. Ich freue mich auf die siebte Kulturnacht!

 * nach der Publikation des Posts vermeldeten die Organisatoren 3500 Besucherinnen und Besucher. Aber ich bin sicher: Es waren 4000! Ich hab jede/n einzelne/n gezählt!

 

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