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Kultürchen 13: Die (Ambassadoren-)Krippe

Im Advent dieses Jahres blickt zmitz auf Bräuche und Anlässe, auf Geschichten und Sehenswürdigkeiten, die in der Weihnachtszeit unsere Region prägen. Heute schauen wir ein paar Krippen an, eine davon ganz besonders.

Krippen: Sie stehen schon in vielen Wohnungen bereit und üben bereits auf die Kleinsten eine grosse Faszination aus. Bewundert wird nicht nur das Christkind, das in der Krippe liegt, sondern auch die Tiere, die Hirten, Maria, Josef und vielleicht ein paar Engel. Noch beeindruckender sind die Krippen im Grossformat, welche man in Kirchen findet. Sie sehen ganz unterschiedlich aus, sowohl von der Grösse als auch vom Material her, und auch das Arrangement ist immer wieder komplett anders. Da wird mit Moos und Wasser gearbeitet, dort liegen Heuballen. Kerzen brennen genauso wie elektrische Lichterketten.

Vor ein paar Jahren habe ich mir bewusst mal einen Nachmittag Zeit genommen und bin im Wasseramt Krippen anschauen gegangen. 

Kriegstetten

Im Herbst habe ich in den Ferien in einer Kirche im Süden Portugals eine Ausstellung von Krippen bewundert:

Egal wo und wie: Krippen sind alle mit Liebe gemacht und darum so schön anzuschauen. Bis am 6. Januar findet übrigens auch im Landesmuseum Zürich eine Ausstellung zum Thema Krippen statt. Infos dazu gibt es hier

Für meinen Geschmack nicht die lieblichste, aber von der Geschichte her faszinierendste Krippe ist die Ambassadorenkrippe, die aktuell in der Jesuitenkirche zu besichtigen ist. Die alten Figuren, mit ihren Wachsköpfen, den Muranoglas-Augen, den Echthaar-Frisuren und den Kleidern aus alten, wertvollen Stoffen gehe ich mir jedes Jahr wieder kurz anschauen. Vergangenen Samstag lag dort mitten in den Figuren ein handgeschriebener Zettel, auf welchem ein Besucher moniert, dass eine Krippe nicht so prunkvoll zu sein habe, sondern Bescheidenheit ausstrahlen sollte.

Wer aber die Erklärungen zu der Krippe in der Kirche oder noch einiges ausführlicher hier liest, wird auch bald gefesselt sein. Viele Wege und Irrwege hat die Krippe schon hinter sich. Wann sie genau entstanden ist, ist unklar. Sicher ist nur, dass sie im Solothurner Frauenkloster St. Joseph hergestellt worden ist. Mal war sie für längere Zeit verschwunden, dann ist sie wieder aufgetaucht. Eine bis heute mysteriöse Geschichte.

Der Erhalt der Krippe ist eine logistische Herausforderung, gibt es doch nur noch Wenige, die die Figuren überhaupt restaurieren könnten. Darum wird speziell Sorge getragen: Jede Figur hat eine eigene Holzkiste, mit massgefertigtem Innenleben. Aufgestappelt warten sie ab Januar wieder in ihrem Lager, um dann im neuen Jahr am ersten Advent wieder für ein paar Wochen die Besucher der Jesuitenkirche zu erfreuen.

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