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Kultürchen 3: Chlausejagen in Balsthal

Im Advent dieses Jahres blickt zmitz auf Bräuche und Anlässe, auf Geschichten und Sehenswürdigkeiten, die in der Weihnachtszeit unsere Region prägen. Heute berichtet zmitz-Blogger Roland Müller vom Chlausejagen aus Balsthal.

Seit 1885 pflegt der Turnverein Balsthal das «Chlausenjagen» am 6. Dezember und das «Chlöpfen mit den Hingertsi-Geisseln.» Bis zum Jahr 1904 war ein einziger Chlaus für Balsthals Kinder zuständig; heute sind es ca. 30 Chläuse mit ebenso vielen Schmutzlis. Seit den 1980er-Jahren hilft auch der FC Klus-Balsthal bei der Durchführung mit. Umrahmt wird der Anlass durch ca. 30 Stände, die eine angenehme, vorweihnächtliche Stimmung auf den Dorfplatz zaubern. So liegt Glühweinduft in der Luft und spezielle Thaler Produkte warten darauf, gekauft zu werden. Viele weitere Angebote des Samichlausmarktes erfreuen die Leute beim Bummeln durch die verschiedenen Marktstände. Mit Treicheln marschiert eine Gruppe in harmonischem Schritt und Ton durchs Dorf und weist mit seinen lauten Klängen auf den Höhepunkt des Anlasses hin: Alle Chläuse rennen neben einander mehrmals die Herrengasse auf und ab, gefolgt von ihren Schmutzlis. Letztendlich werden sie von Glocken tragenden Kindern und «Geissle-Chlöpfern» gejagt. Der Abschluss des ortstypischen Brauches, der weit über die Dorfgrenze hinaus bekannt ist, findet auf der «Kreuz»-Treppe statt: Alle Chläuse sprechen lautstark im Chor den typischen Balsthaler Samichlausspruch, den sie zuvor jeweils zur Begrüssung in den Familien rezitierten.

Den Besuch dieses einzigartigen und traditionellen Samichlaus-Spektakels lassen sich Einheimische, aber auch viele Heimweh-Balsthaler und Gäste nur ungern entgehen. Für mich als Einheimischer ist dieser Anlass unverzichtbar und zum festen Bestandteil meiner Kulturbesuche geworden.

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