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Nähkästchen-Geschichte: Ganz tief unten in der Schublade...

Die «Bloodhound Gang» ist bekannt für ihre skandalträchtigen Auftritte. Neben der Bühne  mögen die Jungs ja ganz nett wirken, aber wie faustdick sie es wirklich hinter den Ohren haben, hat Bloggerin Lucilia Mendes von Däniken aus nächster Nähe erlebt.

Ich weiss bis heute nicht, was ich von diesem Erlebnis halten soll. Lustig? Schockierend? Einfach nur himmeltraurig? Lustig? Lustig? Lustig? Passiert ist jedenfalls das: Ich sitze ganz konzentriert bei meiner Arbeit, als mein Liebster mich anruft und fragt, ob ich spontan Lust auf eine Stadtführung hätte. - Stadtführung...? Mitten am Nachmittag? - Ja, mit der «Bloodhound Gang». Dazu muss man wissen: Mein Mann arbeitet im Kofmehl als Leiter Gastronomie. Die Jungs von der «Bloodhound Gang» sind also auf ihn zugekommen und haben ihn gebeten, sie in der Stadt rumzuführen und ihnen die Sehenswürdigkeiten zu zeigen.

Klingt lustig! Klar bin ich dabei! Ich packe meine Sachen und warte vor dem Bürogebäude, als unser Renault Scénic vorfährt. Auf dem Rücksitz zusammengequetscht Evil Jarred und zwei weitere Bandmitglieder. Ein ziemlich cooler Moment. Los gehts dann Richtung Altstadt. Kaum angekommen, wird uns klar, was die Jungs wirklich wollen: für die Show am Abend Fotos machen. Und wie es sich für die «Bloodhound Gang» gehört: Unterste-Schublade-Fotos. Evil Jarred will sich ablichten lassen, wie er die bekanntesten Gebäude Solothurns anpinkelt. Na bravo! Wir führen die Jungs zwar weiter rum, halten aber immer einen Sicherheitsabstand. Wir zwei wollen dann doch nicht, dass man merkt, dass wir Teil dieses dummen «Lausbubenstreichs» sind. Zu gut kennt man sich in Solothurn und im Gegensatz zu den Jungs, werden wir am Abend nicht wieder abreisen.

Kaum in der Gurzelngasse angekommen, kommen schon die ersten Fans und wollen Fotos machen. Danach wird zuerst die Kathedrale angepinkelt, danach wird der Brunnen vor dem Kunstmuseum begossen und auch der Muttiturm kriegt einen «Gutsch» ab.
Okay, okay... ich verrate es jetzt. Evil Jarred hat nicht wirklich gepinkelt, er hat eine Flasche Eistee zwischen die Beine geklemmt und den Tee rausspritzen lassen. Macht die Sache aber irgendwie nicht besser. Als er sich dann noch ganz brav mit zwei Ordensschwestern ablichten lässt und mir schon klar wird, dass das wohl während der Show nicht ganz so brav auf der Leinwand gezeigt wird, wie es hier in der Stadt wirkt, schäme ich mich ein bisschen fremd.

Aber auch das nur ein bisschen - im Vergleich zu dem, was ich während der Show am Abend fühle, als da auf der Bühne wirklich live gekotzt, gepinkelt, gerotzt und mit Fluchwörtern um sich geschlagen wird. Spätestens in der Mitte des Sets bin ich weg. Gaaaaanz weit weg!

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