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Fabian und das Buch mit den sieben Siegeln

- oder: (k)eine Liebeserklärung

zmitz-Blogger Fabian Gressly ist kein Literaturtage-Routinier. Er hat eh so seine Mühe mit der Literatur, hätte aber gern keine. Und so macht er sich alle Jahre zu Auffahrt etwa die gleichen Gedanken... Wer kann ihm helfen?

Noch bis morgen Sonntag dauern die 40. Solothurner Literaturtage. Jeweilen zu Auffahrt versammelt sich an der Aare, was in der Schreibenden Zunft Rang und Namen hat. Schon seit jeher, was bestimmt auch daran liegt, das Solothurn selbst immer ein Wörtchen mitzureden bzw. eben zu -schreiben hatte. Peter Bichsel, Franz Hohler, Otto F. Walter… Heute sind es nicht minder bedeutende Namen wie Peter Stamm, Pedro Lenz, Hansjörg Schneider, Martin Suter, Lukas Bärfuss, Regula Portillo, Franco Supino natürlich….

Es tut mir leid und ich wünschte ja, es wäre anders, aber irgendwie verbindet mich mit dem Buch eine Art Hassliebe. Während ich gern ins Kino gehe oder Konzerte besuche sowie stundenlang durch Museen wandeln kann, kanns mir das Buch irgendwie nicht so richtig antun. Ob das daran liegt, dass ich nachweislich nach einem Buch benannt wurde (nein, nicht «Klebebindung», sondern «Fabian» eben!), weiss ich nicht. Obwohl, auf Anraten meiner damaligen Freundin und jetzigen Frau hab ich das Kästner-Werk mal gelesen und war hell begeistert. Auch früher oder phasenweise habe ich immer mal gern gelesen. Globi, Mickey Mouse, Asterix oder Lucky Luke (jaja, lacht nur!). Aber als Teen auch jeden «Sherlock Holmes» oder quasi alles von Franz Hohler und später reihenweise «Brunetti». Ja, ich bin, am Tag als Donna Leons neuester Krimi in die Läden kam, sogar in den «Bücher Lüthy» geeilt! Auch in der Kanti gabs immer mal wieder Werke, die mich packten. Gerade meine Matur-Bücher «L’étranger», «Great Gatsby» oder «Törless». Später «Lila, lila», «Im Schatten des Windes»… Oder auch Franco Supinos Werke habe ich gern gelesen; weil ich einen Bezug zu ihnen habe, ihn kenne, mir (irgend)etwas vorstellen kann, was da zwischen den Buchdeckeln passiert. Aber mindestens doppelt so viele Bücher liegen bei mir neben dem Bett. Angelesen. Irgendwo um Seite 40 stecken geblieben. Vielleicht habe ich irgendwo in den wochenlangen Wälzungen in der Schule zwischen Köppen und Kleist eine sedierende Überdosis gekriegt. Vielleicht liegts auch daran, dass ich mich im Job jeden Tag mit Lesen und Schreiben befasse. Keine Ahnung…

Dabei würde ich eigentlich gern lesen, tauche gern in die Gedankenwelt ein, die ich mir – von einer Geschichte geführt – selbst ausmalen kann. Aber iiirgendwie tue ich mich schwer, das richtige Genre, die richtigen Autor/innen zu finden. Entsprechend tue ich mich auch schwer, in einen Saal zu sitzen und jemandem zuzuhören, wie er oder sie aus seinem oder ihrem Werk liest. Schon gar nicht, wenns draussen erstmals richtig warm und sonnig ist. Dann doch lieber durch die Stadt flanieren und da und dort kurz vor einer Aussenbühne innehalten. Wie gestern. Da lasen um 18 Uhr Franco Supino und einige Integrationsschüler aus Ländern wie Somalia oder Syrien aus «Hau ab, Bruderherz» (da hab ich schon drüber geschrieben, nämlich hier). Irgendwie eindrücklich, die «umgedrehte» Kriegs-Erzählung aus einer «umgedrehten» Perspektive erzählt zu kriegen. Oder danach Pedro Lenz mit einigen Kurzgeschichten. Der Oltenlangenthalerberner ist mir zwischenzeitlich mal kurz verleidet, aber er ist eben schon sehr gut…. Und nach dem Znacht in der Altstadt kurz Guy Krneta – endlich mal. So gefallen mir die Literaturtage!

Wie muss ichs anstellen, dass ich diese klassischen Lesungen doch noch gern bekomme? Muss ich überhaupt? Oder ist das so schon o.k.? Wer hat mir Literaturtipps? Vielleicht lässt sich aus den genannten Werken etwas interpretieren oder ableitend empfehlen. Wer kann mir «Lesestrategien für Dummies» empfehlen? Tipps sind herzlich wiilkommen! Damit ich an den 41. Literaturtagen gern mal wo reinsitze...

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