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Im Atelier in Sierre: Ein Rückblick von Ruedi Stuber

Seit 2015 können Solothurner Kunstschaffende in der Villa Ruffieux in Sierre wohnen und so in Ruhe an einem Projekt arbeiten. Am 23. März präsentieren sie das Resultat ihres Sierre-Aufenthaltes an einem abwechslungsreichen Abend auf Schloss Waldegg.

 

Die Stiftung Schloss Waldegg und das Château Mercier in Sierre schreiben seit 2015 jährlich ein Atelier-Stipendium für Solothurner Künstlerinnen und Künstler aus. Solothurner Künstler erhalten so die Gelegenheit, während mehrerer Wochen in der Künstlerresidenz Villa Ruffieux  zu wohnen und an ihren Werken zu arbeiten. Als erster war das der Autor Felix Epper, ihm folgten der Fotograf André Albrecht und 2017 der Liedermacher Ruedi Stuber. Die drei stellen am 23. März auf Schloss Waldegg vor, was während ihrer Stages entstanden ist: Texte, Bilder und Töne. Auf zmitz erzählen sie im Vorfeld, was sie in Sierre erlebt haben. Für Ruedi Stuber war es eine sehr produktive und gesellschaftliche Zeit.

Wie hatten Sie sich auf die Zeit im Atelier in Sierre vorbereitet?
Ich habe mit Michel Bühler (*1945) Kontakt aufgenommen und ihm von meinem Projekt erzählt. Dann hab ich mir seine Lieder besorgt. Er hat 2008 ein dickes Buch mit rund 200 Liedtexten und Harmonien veröffentlicht. Darin hab ich vorsortiert, was sich für meine Übertragungen eignen könnte.

Wie lange waren Sie dort? 
Ich war 9 Wochen in Sierre.

Rückblickend: Was ist geblieben von der Zeit in Sierre?
Ich suchte schon vor meinem Aufenthalt den Kontakt zu meinen beiden Vorgängern (Epper und Albrecht). André kam mich später dreimal (viermal?) in Sierre besuchen.
Das Stipendium gab mir Gelegenheit, während längerer Zeit intensiv an Texten zu arbeiten. Ich stand wie ein Fabrikarbeiter um 6 Uhr auf und konnte intensiv in einer optimalen Umgebung arbeiten. Die Abende verbrachte ich mit den drei anderen Résidents aus Frankreich, Italien und Polen/Kolumbien oder mit den neuen Bekannten aus der Umgebung des Châteaus. Unsere Kontaktperson in Sierre machte uns früh mit Nachbarn und Exponenten des Kunstbetriebs in Sierre bekannt. So hatte ich, kaum angekommen, schnell einen Bekanntenkreis in Sierre. Von ihnen erfuhr ich, welches angesagte Beizen in der Stadt (16000 Einwohner!) sind. Ich konnte selber auch Kontakte vermitteln zwischen Leuten, die – ohne sich zu kennen – ähnliche Interessen hatten. So lernte ich z. B. Xavier Moillen kennen, der Matters Zündhölzli auf Französisch übersetzt und aufgenommen hatte oder Raphael Gunti, der ein Tonstudio besitzt und ein Ein-Personenstück geschrieben hat, das mich fasziniert. Mit ihm gab ich in Montana gar ein Konzert gab, dem mehrere Proben vorausgingen, von denen André eine fotografisch festhielt.
Bei mir entstanden 16 neue oder fertiggestellte Lieder, zum einen Übersetzungen von Bühler, daneben auch eigene.

Infos zu Ruedi Stuber: https://www.ruedistuber.ch/

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