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Im Atelier in Sierre: Ein Rückblick von Felix Epper

Seit 2015 können Solothurner Kunstschaffende in der Villa Ruffieux in Sierre wohnen und so in Ruhe an einem Projekt arbeiten. Am 23. März präsentieren sie das Resultat ihres Sierre-Aufenthaltes an einem abwechslungsreichen Abend auf Schloss Waldegg.

Die Stiftung Schloss Waldegg und das Château Mercier in Sierre schreiben seit 2015 jährlich ein Atelier-Stipendium für Solothurner Künstlerinnen und Künstler aus. Solothurner Künstler erhalten so die Gelegenheit, während mehrerer Wochen in der Künstlerresidenz Villa Ruffieux  zu wohnen und an ihren Werken zu arbeiten. Als erster war das der Autor Felix Epper, ihm folgten der Fotograf André Albrecht und 2017 der Liedermacher Ruedi Stuber. Die drei stellen am 23. März auf Schloss Waldegg vor, was während ihrer Stages entstanden ist: Texte, Bilder und Töne. Auf zmitz erzählen sie im Vorfeld, was sie in Sierre erlebt haben. Den Start macht Felix Epper.

1. Wie hatten Sie sich auf die Zeit im Atelier in Sierre vorbereitet?
Als Vater von zwei Kindern im Schulalter musste ich natürlich die Betreuungssituation regeln, dann einen unbezahlten Urlaub in der Genossenschaft Kreuz, wo ich meinen Haupterwerb habe, organisieren und den Zweitjob optimieren (mehr Homeoffice). Ich bin dann zwischen Sierre und Solothurn hin- und hergependelt und habe die Kinder an zwei Wochenenden mit ins Wallis genommen. Platz genug war ja vorhanden und der Schlossgarten ist einfach wunderbar.

2. Wie lange waren Sie dort? Wie hat ihr Alltag in Sierre ausgesehen, mit welchem Projekt waren Sie beschäftigt?
Ich war vom 1. April bis zum 30. Mai 2015 dort. Die unglaubliche Gastfreundschaft von René-Pierre Antille, dem Betreuer der Künstler-Ateliers, werde ich nie vergessen. Er hat mich sowie die franco-marokkanische Künstlerin Zainab Andalibe und den US-amerikanischen Drehbuchschreiber Joseph Ferrante mit offenen Armen empfangen. Besuche bei den Winzern in Sierre gehörten dazu. Und das Filmfestival «Dream Ago» und das Festival «Orient-Occident» im Châteu Mercier fielen in diese Zeit. Neben der Schreib- und Objektarbeit in den Ateliers kochten die Künstler regelmässig und die Apéros in der Villa Ruffieux oder in der Stammkneipe dem «Café du 1er Août» in Muraz waren Ehrensache.
Die Beschäftigung mit Rilke drängte sich in Sierre natürlich auf. Ich führte ein kleines Tagesbuch und schrieb an einer längeren Erzählung mit dem Arbeitstitel «In den Bergen». Sie ist noch unveröffentlicht.

3. Rückblickend: Was ist geblieben von der Zeit in Sierre?
Der Frühling 2015 war eine persönliche Umbruchzeit. Der Tapetenwechsel hat mein Leben wieder auf die Füsse gestellt. Ich schaue immer wieder mit grosser Freude zurück auf meine Zeit dort. Mit einigen der Künstlern der Villa Ruffieux gab es letztes Jahr ein kleines Wiedersehen – im losen Kontakt bleibt man sowieso in den sozialen Medien. Ich würde natürlich jederzeit gerne wieder gehen, aber diese Gelegenheit gibt es nur einmal und das ist gut so für die, welche nach mir kommen. Sie sollen die Pfauen grüssen von mir und die Blutbuche.
 
Infos zu Felix Epper: www.felu.ch

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