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Anvil - nicht im falschen Film!

zmitz-Blogger Marcel Frey ist ja ein Rocker erster Güte und immer mal auf der Suche nach Unentdecktem oder zwischenzeitlich Vergessenem. So auch gestern in der Raumbar des Kofmehl. Dort traten Musiker auf, die wohl kaum mehr damit gerechnet hatten. So viel sei verraten: Marcel hats gefallen.

An Solothurn mag ich, dass man immer mal wieder die Chance erhält, musikhistorische Kuriositäten zu erleben. Anvil gestern Abend im Kofmehl war so ein Fall. Sie haben mit Ihrem Thrash-beeinflussten Heavy Metal anfangs der achtziger Jahren mit Grössen wie Anthrax, Metallica und Motörhead gespielt. Lemmy wollte den Gitarristen sogar als Ersatz für «Fast Eddie Clarke» zu Motörhead holen – sagt jedenfalls Wikipedia.

Doch dann ging irgendwie alles schief. So schief, dass bei einer Tour in Rumänien der Band ein Publikum von 20`000 Leuten angekündigt wurde. Gekommen sind dann in das Riesengelände 174 Leute. So schief auch, dass Sänger und Gitarrist Steve «Lips» Kudrow in seiner kanadischen Heimat als Sonnenbrillenverkäufer in einem Callcenter strandet. Dies wurde alles im wunderbaren Dokfilm «Anvil – die Geschichte einer Freundschaft» festgehalten. Dieser Film macht sie für mich zu einer Kuriosität. Denn Anvil schaffte das Comeback nicht über eine Tour oder eine neue Platte, sondern über diesen mehrfach ausgezeichneten Dokfilm, an dem nur am Rande um Heavy Metal geht, aber viel um Träume und Freundschaften.

Dieser Film hat sie wieder auf ein Niveau gehoben, dass sie wieder in vollen Clubs spielen lässt. So auch gestern Abend, als etwa 150 Leute die Raumbar sehr gut füllten. Als Opener spielten Trance aus Deutschland, welche auch schon vor über 30 Jahren gegründet worden sind. Sie spielten German Power Metal im Geiste von Helloween, mit einem jungen Sänger, welcher die hohen Passagen top meisterte. Ich fragte dann bei Dani Beck nach, ob ich den Namen hätten kennen sollen/können. Als er verneinte, war ich froh. Und Anvil? Anvil waren toll. Ein wenig Probleme mit dem Sound aber sonst… Man merkt der Band immer noch an, dass sie ihr Glück mit über 60 Jahren wieder auf der Bühne zu stehen, kaum fassen können. Und wenn «Lips» Anekdoten vom Stapel liess, erzählte er sie mit dem Enthusiasmus eines Fans. Musikalisch waren sie gut eingespielt, auch wenn es mich dünkte, dass die Stimme von «Lips» manchmal etwas wackelte. Sie spielten alte, wie neue Lieder. Die Stimmung war top, die Leute sangen mit. Und dort, wo eine Faust in den Himmel gereckt werden musste, wurde sie gereckt. Und die Jeanskutten, die manche trugen, waren imposant. Es sind gute Momente, diese Konzerte in der Raumbar zu Kofmehl Solothurn..!

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