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Kultürchen 17: Rabauz - «Vollmond»

zmitz hat im Archiv gegrübelt und CDs und Bücher von Solothurnerinnen und Solothurnern hervorgekramt. Mirjam Staudenmann hat sich die CD «Vollmond» von «Rabauz» angehört.

Wieso ich die CD empfehle
Weil sie den «Moudi» in uns anspricht. Die Rabauzen singen von der weiten Welt und vom vielschichtigen Leben – und trotzdem vermittelt uns Dülüs Stimme dieses Gefühlt vom Daheimsein in Solothurn. Und: Weil das Band-Bild im Booklet 90ies pur ist!

Was besonders daran ist
Solothurn verfügt über eine unverkennbare Stimme. Dank ihrem Timbre könnte Dülü auf Swahili oder Vietnamesisch singen – man würde ihn noch immer erkennen. Und: Die CD ist aus dem Jahr 1993, aus der digitalen Steinzeit also. Im Internet sucht man (fast) vergebens danach. Schön, dass auf einer kleinen, runden Scheibe die Zeit keine Rolle spielt.

Und das ist die CD
Gibt es eine Person aus Solothurn (um die 40 Jahren alt), die diese Platte nicht kennt? Herumgefragt im Bekanntenkreis, konnten mir alle Solothurner/innen im entsprechenden Alter etwas zu dieser Platte erzählen: «Oh, dr Moudi…», «Kanape isch unschtärblich…» usw. Nicht selten ist die Erinnerung an die Platte mit einer Liebesromanze verbunden (die heute 40-jährigen waren damals ja auch grad im Teenie-Alter…). Für mich als Wahlsolothurnerin (und erst etwas über 30) war «Vollmond» unbekannt. Und dann doch irgendwie nicht. Ich hörte einige Takte von «Kanape» und die ersten Worte von Dülüs Stimme und – zägg – wusste ich irgendwie, wieso ich heute in Solothurn lebe. Dülü ist Solothurn: Einfach, aber nicht profan. Warm, aber nicht dem Dauerhochdruck verfallen. Gefühlvoll, aber nicht sentimental. Schlicht, aber nicht anspruchslos.

Und für die Jüngeren unter uns, denen man die CD doch noch erklären muss: Dülü singt und spielt Sax, damals noch in anderer Besetzung als heute bei «Supersiech», nämlich mit Rahel Studer, Reto Schneider, Pietsch Kohler, Beat Müller, Daniel Tschirren und Olivier Mühlemann. Die Musik lebt aber – ähnlich wie heute – von kleinen Alltagsgeschichten, etwas Weltschmerz, viel Herz und stimmigen Arrangements. Aber: Holt sie doch einfach aus dem CD-Gestell eurer Eltern oder älteren Kollegen. Es lohnt sich!

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