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Kultürchen 6: «in flagranti» - Liaisons

zmitz hat im Archiv gegrübelt und CDs und Bücher von Solothurnerinnen und Solothurnern hervorgekramt. Ruedi Stuber hat sich die CD «Liaisons» von «in flagranti» angehört.

 

Wieso ich die CD empfehle
Die internationale Volksmusik, die «in flagranti» spielt, drückt eine breite Vielfalt menschlicher Gefühle aus. Obwohl sich wilde Rhythmen und melancholische Lieder und Instrumentalstücke abwechseln, löst die CD in mir Ruhe aus. Mollmelodien aus dem Balkan dominieren.

Was besonders daran ist
Diese Art Musik hatte vor allem in den 70er-Jahren eine grosse Anhängerschaft. Folk-Clubs waren in, das Folk-Festival auf der Lenzburg und Benno Kälins Folk-Sendungen am Radio hatten grosse Wirkung. Interessant ist, was übrigbleibt, wenn ein solcher Boom abflacht: Gruppen wie «in flagranti» bestehen weiter mit einem treuen Publikum im Gefolge, das nicht gleich jeder neuen Modeströmung aufspringt.

Und das ist die CD
Nach «Variolo» (1997) erschien «Liaisons» 2002 als zweite CD von «in flagranti». Auch wenn die CD-Produktion von «in flagranti» stagniert: Die Formation gibt es nach wie vor, - in leicht geänderter Besetzung. Die Mitglieder der Gruppe würde ich alle als «maniacs» bezeichnen: Musikverrückte, welche Internationale Volksweisen sammeln, in eigener Regie arrangieren und rhythmisch komplexe Stücke präzis und federleicht interpretieren. Die Stücke stammen vorwiegend aus Ländern, in denen das Volkslied höheren Stellenwert geniesst als bei uns: Rumänien, Thrakien, Italien, Bosnien, Serbien, Irland. Um auch der Schweiz die Referenz zu erweisen, ist mit «C’erano tre sorelle» auch ein traditionelles Tessiner-Lied mit auf der CD. Mein Favorit heisst aber «Eagles whistle», - ein Stück aus Irland, das Kurt Studer auf seinem irischen Dudelsack – den Uilleannpipes – interpretiert. Daneben kreiert Renato Loretan bis heute Eigenkompositionen, die sich passgenau in das «in flagranti»-Repertoire einfügen.
Zu Zeiten von «Liaisons» bestand «in flagranti» aus Barbara Andres, Renata Würsten, Barbara Fluri, Kurt Studer und Renato Loretan. Die meisten von ihnen – daher maniacs – spielen daneben noch in anderen Formationen. Vielfalt bedeutet in meinen Augen immer auch Reichtum. Das internationale Repertoire und die breite musikalische Abstützung der Mitglieder von www.in-flagranti.ch reichern die CD mit Kontrasten und verspielten Variationen aus einer reichen Gefühlspalette an. Wer über das entsprechende Empfangssensorium verfügt, wird sich gern in solche «Liaisons» verstricken lassen.

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