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Von Solothurn über Bern nach Latvia

Sie sind eine der musikalischen Entdeckungen unserer Bloggerin Lucilia Mendes von Däniken im Jahr 2017: Troubas Kater. Bis jetzt hat sie die Band nur an Openairs erlebt - und war begeistert. Ob sie in Clubs auch eine solche Stimmung hinkriegen?

Bei Troubas Kater gelingt mir das, was ich bei Berner Bands wie den Ochsner, den «Züris» oder bei Polo recht schnell konnte, nicht: mitsingen! Klar ein zwei Ohrwürmer hats auch im Repertoire der «Kater», aber bei den meisten konnte ich dem Sänger kaum folgen. Das ist nicht grundsätzlich negativ, aber manchmal wünschte ich mir, ein CD-Booklet in der Hand zu halten und den Text mitlesen zu können. Es liegt nämlich nicht an den Texten, es liegt an der Art, wie die Lieder vorgetragen werden. Und da sind wir bei meinem zweiten Klischee betreffend Berner Bands: Irgendwie haben die Sänger, die ich mir bis jetzt etwas intensiver angehört habe, einen etwas speziellen oder zumindest klangvollen Namen: Der Büne, der Polo, der Kuno... Da klingt «Markus Sollberger» unglaublich normal. Fast langweilig. Vom Namen aber auf die Musik zu schliessen, wäre falsch. Zudem nennt sich Markus Sollberger eben nicht Markus Sollberger, sondern Soulberger oder noch besser «QC». So... und damit kommen wir der Sache etwas auf den Grund. QC ist ein Rapper und zwar einer – da wären wir wieder bei den Klischees... – der nicht in Hoodies und Baggypants auf der Bühne steht, sondern mit Jeans, Hemd, «Chittu», Hut. Und auch die Zusammenstellung macht deutlich, dass zwar mit QC ein Rapper auf der Bühne steht, aber kein Rap im eigentlichen Sinne zu erwarten ist. Denn die instrumentalischen Zutaten sind Gitarre, Schlagzeug, Akkordeon und was mir besonders zusagt: Bläser. Beim Konzert vom vergangenen Freitag in Solothurn waren dies: zwei Posaunen und eine Trompete sowie zeitweise auch eine Tuba. 

Dass sie Frischluft-Konzert lieben, habe ich sowohl am Openair Etziken als auch an der Badenfahrt erlebt. Sie fühlten sich wie ein Fisch im Wasser und rissen das ganze Publikum innert Sekunden mit in ihr Klangmeer. Die Weite einer Openair-Bühne in einen Club mitzunehmen, ist nicht einfach. Zumindest für das Konzert im Kofmehl haben siche die Jungs aber etwas einfallen lassen: Sie spazierten nicht direkt auf ihre Bühne und nahmen ihren fixen Platz ein, nein, sie spazierten über die Estrade, die Treppe runter und dann mitten durch das Publikum auf die Bühne. Strassenmusik-Gefühlt kommt auf. 

Auf der Bühne haben die «Kater» Spass, mächtigen Spass am Musik machen. Sie experimentieren gerne: Da ein bisschen Ska, dort rockiges, ein bisschen Mundartpop und viel Folk. Und immer wieder der Rap-Gesang von QC. Eines der Highlights war, als er nach Stichworten aus dem Publikum verlangte um diese spontan in seine Rhymes einzubauen. Ein anderes Highlight war natürlich der Song «Latvia». Den Ohrwurm singt man einfach so mit, weil man ihn sicher schon im Radio irgendwann mal gehört hat. Und das Schlussbouquet präsentiert sich dann wieder als Marsch durch das Publikum, welches klar ausstrahlt, wie die Musik gefällt: groovige Zufriedenheit. 

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