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Musik im Blut

Adina Friis kennt man mit ihren sphärischen «Luumu»-Klängen. Am Donnerstag trat sie mit drei Mitmusikerinnen als «Blue Raincoats» im Kulturm auf. Dabei zeigten sie sich von einer anderen Seite. zmitz-Blogger Ruedi Stuber war dabei und weiss, von welcher...

Die Kulturm-Lounge ist gerammelt voll. Viele Instrumente auf der Bühne, dahinter verheissungsvoll ein blauer Regenmantel an der Wand. Die «Blue Raincoats» füllen nicht nur das Konzertlokal, sie erfüllen auch die Erwartungen der Zuhörer.

Es ist der erste Auftritt der Formation unter diesem Namen. Und der stammt aus dem Repertoire von Leonard Cohen. Auf der Bühne stehen Marion Baschung und Manon Kaiser neben Adina und Steffi Friis. Die beiden Schwestern kennt man als erfolgreiche Musikerin und Schauspielerin schon länger. Doch die beiden «Unbekannteren» stehen den Friis-Schwestern in nichts nach. Ergebnis: Der Abend mit den «Blue Raincoats» ist ein rundes Ding: Sichere Intonation und musikalische Präzision. Dazwischen kurze, gelegentlich launige Moderationen. Sie geben den vielen ruhigen, fast andächtigen Stücken des Abends eine persönliche, abgeklärte Note, unterbrochen einzig vom lautstarken Applaus. Das Quartett wechselt sich ständig in den Rollen: Moderationen, Soli und Instrumente… - Man bekommt den Eindruck: Alle können alles und alle vier haben Musik im Blut.

Das Repertoire von 16 Cover-Titeln reicht von den Beatles über Leonard Cohen und Tom Waits hin zu Madonna. Alle Titel in Englisch, alle sehr stimmig von Adina Friis für die «Blue Raincoats» arrangiert. Speziell gefallen mir die mehrstimmigen Gesänge und der Einsatz von Cello und Bassklarinette für die tiefen Lagen. Sie sind das Markenzeichen einer vielversprechenden Formation, die den Regen nicht zu scheuen braucht. Wenn es die «Blue Raincoats» bei diesem einen Auftritt bewenden lassen, machen sie etwas falsch.

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