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Bitte anfassen!

Papierkunst hiess für mich bis heute Origami. Wie viel Kunst aber tatsächlich in Papier stecken kann, zeigte ein Familienworkshop im Kunstmuseum Solothurn.

Wer am heutigen Sonntagvormittag dem Kunstmuseum in Solothurn einen Besuch abstattet und einen letzten Blick auf die faszinierenden Werke des Papierkünstlers Ruedi Fluri werfen wollte, hatte die Gelegenheit den Künstler sowie viele kleine Künstlerinnen und Künstler in Aktion zu erleben. Was sich die Organisatorinnen für die Kinder ab vier Jahren ausgedacht hatten, war so spannend, dass immer wieder neugierige Museumsbesucher den Kleinen über die Schultern blickten.

Überraschend war vor allem der Einstieg des Workshops. Fluri begann nicht etwa das Papier zu falten oder zu biegen, nein, er benutzte die Papierstreifen als Vorlage für ein kleines Trommelkonzert. Getrommelt wurde dabei mit Kartonröhren auf den Tisch seines im Museum improvisierten Ateliers. Nicht nur durch den getrommelten Rhythmus begann es den Kindern in den Fingern zu zucken. Man spürte sie förmlich: Die Lust etwas mit dem Papier machen zu dürfen.

Aufgeteilt in zwei Gruppen ging es los. Bei den Kunstvermittlerinnen Claudia Leimer und Lisa Spiegel warteten Wellkarton, Scheren, Holzperlen und Basteldrähte darauf, zu Girlanden verwandelt zu werden. Kreise, Quadrate, Dreiecke wurden ausgeschnitten und zusammen mit Ringen aus WC-Röllchen auf Draht aufgefädelt. Die Resultate erinnerten an die in zwei Räumen weiter aufgehängten visualisierten Tonaufzeichnungen von Andrea Wolfensberger.

An Ruedi Fluris Tisch waren die Vorgaben für die kleinen Kunstwerke noch einfacher. Zur Verfügung standen Kaffee-Pappbecher, Scheren sowie Malerklebband. Und kaum durften die Kinder loslegen, wurde geschnitten, kombiniert, geklebt was das Zeug hält. Hier und dort versuchten die Eltern das Werk der Kinder etwas zu steuern, doch bald war klar, wer das Zepter in der Hand hält. Die Kinder liessen ihrer Fantasie freien Lauf. Die Zeit flog und am Schluss zeigten die kleinen Kunstwerk eindrücklich, mit wie wenig man unglaublich viel erzeugen kann. Da stand auf dem Tisch ein Vogel mit langem Schnabel neben einer Blume, aufgeschichtete Becher erinnerten an Pyramiden und ein Junge präsentierte stolz seine Rassel.

Die zwei Stunden vergingen im Fluge – und die Kommentare der Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmer liessen darauf schliessen, dass wohl in einigen Familien in der nächsten Zeit deutlich weniger Karton und Papier im Abfall, sondern auf dem Basteltisch recycliert wird.

Weitere Familienanlässe finden in den nächsten Tagen im Naturmuseum sowie im Museum Blumenstein in Solothurn statt.

 

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