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Zu Gast bei Besenvals

Immer wieder Schritte im Kies. Im Entrée des Schlosses stehen die Besucher dicht gedrängt. Niemand hätte gedacht, dass über 50 Leute zu einer Schlossführung kommen. Und das an einem sonnig-milden Mittwochabend!

Die Besucher hatten eine gute Nase. Der junge Museumsleiter Andreas Affolter führt seine Gäste mit viel Souplesse durch die Waldegg. Er braucht keinen Spick, er versprüht Charme, geht zurückhaltend mit Jahrzahlen um und weiss viele Details in einen grösseren Zusammenhang zu stellen. Man möchte meinen, Affolter sei seit Jahren hier tätig. Das stimmt nicht: Es ist noch kein Jahr her seit er André Schluchter abgelöst hat.
Vor der Südfassade erläutert er die rekonstruierte Gartenanlage des Schlosses, das als Sommerhaus erbaut worden ist. Er zeigt, dass die breit-ausladende Fassade zu einem grossen Teil reine Attrappe ist: Bluff ohne Funktion. Aber eindrücklich schon.
Der Rundgang durch das Schlossinnere streift immer wieder die Geschichte der Familie von Besenval mit ihren Beziehung zum französischen Hof. Die Besenvals verdanken ihren Reichtum dem guten Einvernehmen mit Frankreich. Sie haben dem französischen König zu tapferen Söldner verholfen und der hat sich dafür erkenntlich gezeigt. – Voilà tout! Am mächtigen Tisch im Gartensaal geben sich vier Besenval-Generationen ein Stelldichein, zumindest bildlich.
Affolter liebt die Details. Zum Beispiel die Kleider oder Orden auf den Gemälden an den Wänden und erläutert deren Bedeutung und Veränderungen. Der Vortrag setzt Puzzleteile zu einem stimmigen Ganzen zusammen, das kurzweilig und unterhaltsam daherkommt.
Man wäre in Stimmung, am grossen Tisch Platz zu nehmen. Auf einen Apéro. Bis das Dîner aufgetragen wird.

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