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Wenn ein «Kompostist» ein «Ohrentorium» schreibt

Dreimal führten an diesem Wochenende die Singknaben das Weihnachtsoratorium von J. S. Bach auf. Ein besonderes Erlebnis ist da immer die Aufführung für Kinder am Samstag kurz vor Mittag. Bloggerin Lucilia Mendes von Däniken war dabei.

Am Samstagvormittag präsentierte sich in der Jesuitenkirche Solothurn ein Bild, wie ich es mir in Kirchen öfters wünschte: viele Kinder, junge Eltern, aber auch Senioren. Es wurde gelacht, geklatscht, Kinder mussten nicht ruhig sitzen, sie durften mit der Hirtin durch den Gang gehen, Fragen beantworten, ihre Zwischenrufe wurden nicht mit einem «psssssst!» beantwortet, sondern man hörte zu. Die Musiker präsentierten mit Stolz und Freude ihre Instrumente. Nicht kurz und sec, sondern mit viel Schalk. Wie zum Beispiel der Kontrabassist, der sein Instrument mit viel Gestikulieren als das «königlichste» schmackhaft machen wollte. Oder ein schönes Bild: die Solistin, die vor der eindrücklichen Ambassadorenkrippe sitzend ihren warmen Tee aus der Thermostasse trinkt.

Den roten Faden durch das Konzert spannte die Erzählerin Sabina Reich, die schon vor der Kirche die Kinder in ihr kleines Schauspiel eintauchen liess. Überall suchte sie ihre Schafe: Auf der Gasse, im C&A, später zwischen den Kirchenbänken, im Cembalo, hinter dem Beichtstuhl-Vorhang. Sie liess die Kinder lachen, wenn sie vom «Kompostisten« erzählte, der das «Ohretorium» geschrieben hat. Erzeugte Lachen, wenn sie die Singknaben fragte, ob sie mitsingen dürfe und einer dann antwortet: «Nei, mir wei keni Meitschi im Chor ha!»

Frisch und fröhlich war das stündige Konzert und trotz viel Klamauk, mit Sonnenbrille singenden Singknaben und umher spazierenden Kleinkindern: Wenn vom Altarraum her «Jauchzet, frohlocket» erklingt, wenn von der Hirtin, der Musik, dem Chor und den Solisten die Weihnachtsgeschichte erzählt wird, dann kommt unweigerlich eine feierliches Stimmung auf.

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