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Solothurn aus dem Bücherschrank

Neue Bildbände über Solothurn erscheinen in regelmässigen Abständen. Die Stadt bietet ja ausreichend pittoreske Motive. Etwas aufwändiger als Ansichten einer Stadt fotografisch wiederzugeben ist, wenn man die Sache literarisch angeht. Eine willkürliche Auswahl soll Leser auf den Geschmack bringen.

Fritz Grob hat 1979 «Schriftsteller sehen Solothurn» veröffentlicht; - ein Werk, das Reisende und Dichter zitiert, die Solothurn aus ihrer Optik geschildert haben: Am spektakulärsten kommt da Casanova zum Zug, dessen amouröse Eskapaden in Solothurn offenbar nicht ganz in seinem Sinn abgelaufen sind. Aber auch Gotthelf, Spitteler oder Robert Walser zitiert Fritz Grob. Das Werk hat grosse Beachtung gefunden und wurde deshalb 2013 neu aufgelegt.

Mehrere einheimische Autoren haben Solothurn als Kulisse für Krimis verwendet: fiktive Geschichten spielen also in authentischer Umgebung! Ich denke da an Dieter Bedenigs «Mord auf St. Urs», Christof Gassers «Solothurn trägt Schwarz» (zmitz hat hier darüber geschrieben) und an Franco Supinos Jugendroman «Wasserstadt». Der Leser findet seinen Spass daran, als Ortskundiger dem Autor auf die Finger zu schauen, zu überwachen, wie präzis er vertraute Orte beschreibt.

Susanna Schwagers Roman «Fleisch und Blut» schildert anhand der Lebensgeschichte ihres Grossvaters Hans ein Metzgerleben in Solothurn. Hier verbindet sich erlebte Realität mit Ecken in der Stadt, die man wiedererkennt, auch wenn die Geschichte Jahrzehnte zurückliegt.

Im deutschen Gmeiner-Verlag erscheinen immer wieder Werke, die in einer realen geografischen schweizerischen Umgebung angesiedelt sind. (wie auch zmitz-Blogger Reto Stampfli hier schon beschrieben hat). Mir hat in dieser Serie Rolf von Siebenthals Krimi «Höllenfeuer» besonders imponiert. Grund: Spannende Szenen spielen sich auf der zweiten Jurakette ab und als Balsthaler habe ich geschmunzelt, dass sogar die Strassenkreuzung, an der mein Elternhaus liegt, Erwähnung findet.

Die meisten der erwähnten Bücher habe ich im offenen Bücherschrank am Kreuzackerplatz gefunden: Eine reiche Fundgrube für Lesende und ein grosser Dank allen, die diesen Schrank betreuen. Ihre Arbeit wird hochgeschätzt.

Grob, Fritz; «Schriftsteller sehen Solothurn», 1979, Neuauflage 2013, hier auf buchhaus.ch bestellen
Bedenig, Dieter; «Mord auf St. Urs», Weissenstein-Verlag, 2004, hier auf buchhaus.ch bestellen
Gasser, Christof; «Solothurn trägt Schwarz», Emons 2016, hier auf buchhaus.ch bestellen
Supino, Franco; «Wasserstadt», Kwasi-Verlag, 2013, hier auf buchhaus.ch bestellen
Schwager, Susanna; «Fleisch und Blut», 2004, Chronos, (10. Auflage!), hier auf buchhaus.ch bestellen
von Siebenthal Rolf; «Höllenfeuer», Gmeiner, 2014, hier auf buchhaus.ch bestellen.

 

 

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