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Kunst, wo ich gehe und stehe

Die Stadt Grenchen hat einen Führer zur «Kunst im öffentlichen Raum» veröffentlicht: 60 Seiten umfasst das Büchlein, rund 120 Werke sind darin erfasst und kommentiert, gegliedert ist das Ganze in einen Innenstadt-Rundgang und eine Velo-Rundfahrt. Zmitz-Bloggerin Myriam Brotschi Aguiar machte sich auf, die Objekte zu erkunden.

Das Gute an der Broschüre: Sie schafft Bewusstsein für das reiche Vorhandensein von Kunst im öffentlichen Raum Grenchens. Allein schon, dass dieses Büchlein produziert wurde, dass es an diversen Orten aufliegt oder bestellt werden kann, sensibilisiert nämlich dazu, Ausschau zu halten nach diesen Objekten, die von Künstlern geschaffen oder von Bewunderern zur Kunst erklärt wurden. Skulpturen, Reliefs, Gemälde oder Brunnen, die wir, die wir in Grenchen wohnen, täglich passieren, ohne dass wir ihnen spezielle Aufmerksamkeit schenken. Oder nur gelegentlich, eigentlich mehr zufällig.

Das wollte ich ändern, weshalb ich mir am letzten Sonntag vorgenommen habe, den Rundgang zu absolvieren und von jedem einzelnen der beschriebenen Objekte einen Augenschein zu nehmen. So machte ich mich auf, stieg jedoch quer ein, das heisst, ich startete in der Nähe meiner Wohnung und begann beim Parktheater, wo die «Unendliche Schleife» von Max Bill steht, spazierte durch den Stadtpark mit dem Bronze-Denkmal von Dursli und Babeli, dem Regenbrunnen von Peter Travaglini sowie dem Brunnen von Fritz Flury.

Schon bald merkte ich, wie es den Blick auf die Werke verändert, wenn man sich ihnen mit Zeit nähert, wenn man sie bewusst betrachtet, das Material spürt, die Formen nachzeichnet, sich hinsetzt und beobachtet, dabei die Gedanken wandern lässt. Die Broschüre versorgt mich mit homöopathisch dosierten Informationen, gerade genug, um das Interesse zu wecken oder die Fantasie anzuregen. Meine besondere Neugierde gehört dem Werk Nr. 42, einer Brunnenanlage von Heinz Gisiger, welche beim VEBO-Wohnheim in Grenchen stehen soll. Diesen Brunnen habe ich nie zuvor gesehen, obwohl ich hin und wieder die Bielstrasse entlang gehe. Und tatsächlich dauerte es einen Moment, bevor ich ihn erspähte. Vielleicht deshalb war mir, als müsste ich ihn würdevoll umschreiten und ihn so von allen Seiten inspizieren. Eine spezielle Erfahrung, die ich da mit mir erlebte.

Eine andere Entdeckung war der Space Ikarus von Moritz Bormann, eine eher verspielte Metallskulptur mit einer Ikarus-Figur als Wetterfahne, die unweit des Bahnhof Nord vor der Uhrenmanufaktur Fortis steht. Ich muss gestehen, ich habe die Zeit vergessen durch die Auseinandersetzung mit diesen Werken, weshalb ich nach ungefähr 1 ½ Stunden den Weg nach Hause antrat. Die schöne Unbekannte in ihrer nackten Schutzlosigkeit in der Auffahrt der Eterna dazugezählt, habe ich in dieser Zeit gerade mal sechs Objekte bewundert. Ich muss also ein andermal wiederkommen, um meinen Rundgang fortzusetzen.

«Kunst im öffentlichen Raum»: Eine Broschüre der Stadt Grenchen, Standortmarketing, Kultur und Sport Bahnhofstrasse 23, 2540 Grenchen, www.grenchen.ch

 

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