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Kettenreaktion statt Papierrohstoff

Das Projekt «Kettenreaktion 2016 – ZELLULOSEcampus» kommt recht enigmatisch daher: Kunstschaffende arbeiten hinter verschlossenen Türen auf dem Attisholz-Areal in Luterbach. Was sie da tun, verändert sich zum einen immer und ist zum anderen nicht immer zu sehen. Aber macht die Überraschung nicht den Reiz an der Kultur aus? – Eben!

Genau acht Jahre ist es her, seit die Zellulosefabrik Borregaard bzw. Attisholz in Luterbach dicht machte. Vor knapp sechs Jahren kaufte der Kanton das Areal und seit einigen Wochen herrscht wieder Leben auf der mächtigen Industriebrache. Aber kein Unternehmen hat sich dort angesiedelt, keine Industrie produziert wieder, Kunst und Kultur haben sich eingenistet. «Kettenreaktion» heisst das enorm vielseitige Projekt mit Beteiligung verschiedenster Künstler und Kulturexponenten, das in diesen Wochen den Raum der ehemaligen Fabrik mehr und mehr in Beschlag nimmt.

Initiiert von Ausstellungsmacher und Künstler Werne Feller wird das Areal bis im Oktober inszeniert. «Es gilt den Ort subtil zu inszenieren, die Gäste für seine Vergangenheit zu sensibilisieren und die Vorstellung für Neues zu öffnen», schreiben die Verantwortlichen auf der Website zum Projekt (s.u.). Feller hat sich schon seit längerer Zeit mit dem Verein «Beneath the Surface» der Kunst im öffentlichen Raum verschrieben. Der Name des Vereins sagt aber schon: Man bewegt sich in der Nähe zur Oberfläche und nicht immer an der Oberfläche bzw. in der Öffentlichkeit selbst. Auch der «ZELLULOSEcampus» öffnet nur zu ausgewählten Zeitfenstern die Türen für die interessierte Öffentlichkeit. Was dazwischen geschieht, ist ein gut gehütetes Geheimnis. Die Künstler, die dem Areal neues, künstlerisches Leben einhauchen, tun dies unbehelligt, Stück um Stück. Nach dem Anfang gedeiht die Inszenierung Schritt für Schritt. Man stelle «durch die Arbeiten der Künstler und Studierenden, das Rahmenprogramm und die Dokumentation der Prozesse eine Neuentdeckung des Areals in der letzten Oktoberwochen für ein breites Publikum dar», heisst es weiter.

Oder während einem der Zeitfenster, die sich schon vor Oktober öffnen. Beispielsweise freitags und samstags von 16 bis 18 Uhr oder sonntags von 14 bis 16 Uhr. Mit Dr. Harald Hinz, (Lauterbach/D), Maja Kopp, Burg und Nicolas Wiese (Berlin) seien diese Woche schon einige Personen an der Arbeit gewesen, teilen die Verantwortlichen beispielsweise heute per Newsletter mit. Auch zu sehen seien die Interkulturellen Schriftbilder, die unter der Leitung von Gabriella Affolter und Daniel Lüthi entstanden sind.

Es gehört ein bisschen Experimentierfreude und eine gehörige Portion Neugier dazu, will man sich ein Bild von der Arbeit auf dem «ZELLULOSEcampus» machen. Denn zumindest im Moment ist noch nicht viel Greifbares da. Aber ist nicht das genau der Reiz an einem Besuch einer jeden Kulturinstitution? Sich überraschen lassen..? Also los! Das Wetter stimmt dieses Wochenende auch (noch)!

«ZELLULOSEcampus»: Noch bis im Oktober auf dem Areal der Zellulose Attisholz. Für die Öffentlichkeit begeh- und entdeckbar freitags/samstags von 16 bis 18 Uhr und sonntags von 14 bis 16 Uhr. Oder immer mal wieder auf der Website des Projekts: www.kettenreaktion.jetzt

 

 

 

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