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Trummer in Biberist: «Loryplatz»

Dank Trummer hat zmitz-Blogger Ruedi Stuber die Sonnenstrahlen nicht nur draussen, sondern auch in der Pauluskirche in Biberist geniessen können.

Am Loryplatz in Bern hat Christoph Trummer drei Jahre gewohnt.  Dieser vertrauten Umgebung widmet er seinen poetischen Song «Loryplatz». Darin kommentiert er in präzisen Beobachtungen die leisen und schrittweisen Veränderungen im Leben seines Quartiers. Das Lied erinnert an Balladen von Büne Huber. Wenn Trummer, der in Frutigen aufgewachsen ist, als Schüler an einem freien Nachmittag mal nach Thun fuhr, fühlte er sich in der grossen weiten Welt. 

In diese weite Welt hat er sich später aufgemacht. Er fuhr nach Amerika und landete nach seiner Rückkehr dort, wo er sich heute wohlfühlt: in Bern und in der Mundart. Das Publikum in der Pauluskirche in Biberist ist von Beginn weg offen für Trummers Musik. Die Texte kommen an und seine drei Mitmusiker an E-Piano, Schlagzeug und Bass begleiten die fliessenden Melodien abgeklärt und konzentriert. Trummer kommentiert unspektakulär und mit klarem Blick die Vorgeschichten seiner Songs. Mit «Maria Magdalena» knüpft er dort an, wo das Konzert stattfindet, nämlich in einer Kirche. Seine Präsenz erwärmt die Kirchenkühle und die farbigen Schwaden aus der Rauchmaschine wollen und wollen nicht zu der dichten und authentischen Atmosphäre passen, die ohne den Schnickschnack auskäme. Immer wieder fliesst Philosophisches ein, das mit ruhigen, hin und wieder etwas monoton-wehmütigen Melodien einhergeht: «I ma kes Paradies erkämpfe, wenn’s nid mit dir cha sy» oder «…weme s Läbe verlüürt, bevor me tot isch…». Das Schlagzeug prägt Trummers musikalischen Stil und gewährleistet, dass sein Konzert unter der Etikette «Die Kirche rockt» Platz hat. Trotz aller Musikalität dominieren Themen und Texte eines Musikers, der seine Umwelt offen wahrnimmt und kommentiert. Bodenhaftung und Auseinandersetzung mit der Realität bilden den Teppich, über den Trummer sein Publikum führt. Ein Publikum, das übrigens enttäuschend klein ist. Draussen scheint wieder einmal die Sonne und nach den vergangenen nasskalten Tagen ziehen heute wohl viele den Grill der Rauchmaschine in der Kirche vor. – Im Endeffekt finden aber auch jene ihre Sonnenstrahlen, die auf die marinierten Plätzli verzichtet haben. Stehend applaudiert das Publikum den Musikern, die sich mit Drübereingaben bedanken. Und weil man sich in einer Kirche befindet, tönt der Applaus des spärlichen Publikums mächtig und ovationsartig. So eben, wie ihn die Leute auf der Bühne verdient haben.

Trummer ist in unserer Region am 12. November solo im Rahmen von «Château Chanson» auf Schloss Waldegg zu hören. Infos dazu findet man hier.

 

 

 

 

 

 

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