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«SoRock» ist da: Ein Blick auf die Solothurner Kulturszene

Heute ist «SoRock» erschienen. Das Magazin zeigt die Solothurner Kultur in ihrer ganzen Breite und macht Lust auf sie. zmitz hat sich das 64 Seiten starke Heft natürlich auch angeschaut, genauer: die beiden Blogger Lucilia Mendes von Däniken und Fabian Gressly.

Solothurner Kultur,
wie man sie kennt

Fabian Gressly

Lust auf mehr - mehr Überraschendes, mehr «SoRock»

Lucilia Mendes von Däniken

Nun ist es also da. Die Erwartungen wurden ja in den letzten Wochen ziemlich geschürt, obwohl lange nicht wirklich klar war, ob das Solothurner Kulturmagazin «SoRock» wirklich erscheinen würde. Doch am Samstag wurde das Heft in einer Auflage von 30‘000 Exemplaren mit der «az Solothurner Zeitung» verteilt. Eine willkommene, schön gestaltete Begleitlektüre einer Zeitung aufs Wochenende hin, die eine Umschau in der Solothurner Kulturszene hält und damit in weiten Teilen an «Mensch Solothurn» erinnert: Unter dem Leitthema «Roter Teppich für die Kultur» kommen viele Menschen kurz zu Wort, werden kurz vorgestellt. Menschen, die einem schon bestens vertraut sind, wie Autor Franco Supino, Rapper Manillio, Schauspielerin Natalina Muggli und auch weniger breit bekannte wie Schlagzeuger Alain Ackermann, Musiker Ben Fonda (alle übrigens schon hier auf zmitz) oder Schauspielerin Olivia Lina Gasche und das SMS-Duo Martin Breu/Hannes Schraner.

«SoRock» ist beste Imagewerbung für die Kulturregion Solothurn, veranschaulicht sie in grosser Breite und lässt einen an vielen Orten einen kurzen Blick erhaschen. Dass der Titel ein Magazin für Rockmusik erwarten lässt, ist bei der Lektüre lediglich ein Nebengedanke. Ebenso die Frage, wieso Amy Winehouse oder ein 16 Jahre alter, englischer Film zitiert werden. Oder wieso die bestens in Erinnerung gebliebenen Kunstaktionen auf dem Amthausplatz oder Museumspark von Gjavit Aliu, die auch schon 7 und 14 Jahre zurückliegen, zu sehen sind.

Das Magazin gibt Lust auf mehr Kultur, ist schön zu lesen. Das liegt auch an den wenigen Inseraten, die das Layout stören würden. Aber die eben auch den Aufwand finanzieren würden. So fragt sich der geneigte Leser schon mal, wie das denn geht, zumal die Herausgeber Anne-Catherine Kramis, Susanne Schneider und Daniel Fuchs im Editorial entsprechende Probleme durchblicken lassen. Dem Leser kann das ja aber eigentlich getrost auch wurst sein und er ist einfach gespannt auf eine allfällige weitere Ausgabe. Angekündigt sind drei bis fünf Ausgaben pro Jahr. Die nächste soll Anfang Juli kommen, zum Thema «Solothurn liegt am Meer» und darum vielleicht wieder mit Franco Supino.

So, das ist es nun also, das neuen Kulturmagazin. Man hat im Vorfeld – vor allem auf Facebook – viel gelesen. Aber auch viel gemunkelt. Kommt es – oder kommt es nicht? Wer steckt dahinter? Letztere Frage wird in der ersten «SoRock»-Ausgabe nur am Rande beantwortet. Wer genau sind die Macher dahinter? Warum machen sie das, respektive, woher nehmen sie den Mut dazu?

Heutzutage ein Magazin auf die Beine zu stellen, braucht nicht nur Mut, sondern auch viel Idealismus. Kommt das gut? – fragte ich mich im Vorfeld. Nun liegt es vor mir. Das Magazin ist gestalterisch ansprechend. Bis auf die regenbogenfarbige Titelseite, die gefällt mir nicht so. Mit Manillio hingegen hatte man ein gutes Händchen, steht er doch im Moment mit seiner neuen CD auf Platz 1 der Hitparade. Im Heft steht das zwar nirgends, Redaktionsschluss war, bevor dies bekannt wurde. Der grosse Nachteil eines Printerzeugnisses. Der rote Teppich als Leitmotiv ist nett, die Fotos dazu sehr gelungen. Der rote Faden hingegen fehlt mir etwas.

Einige der Porträts überraschen mich positiv. Andere bergen zu wenig Überraschungen. Freude habe ich an den Fotos von Gjavit Alius Aktionen. Die sind mir in guter Erinnerung. Aber: Was macht der jetzt eigentlich?

Beim Lesetipp oder einigen abgedrucken Zitaten frage ich mich: Hätte man da nicht auch ein Erzeugnis eines Solothurners gefunden? Gerne lese ich darum das Interview mit Franco Supino. Über ihn weiss ich zu wenig – jetzt doch etwas mehr. Und auch über die junge Frau, die ich oft im Bus gesehen habe, weiss ich jetzt mehr. Dass sie Schauspielerin ist zum Beispiel und weshalb ich sie schon ewig nicht mehr im Bus gesehen habe.

Die erste Ausgabe von «SoRock» erinnert mich etwas an die «Mensch Solothurn»-Magazine – und genau darum macht es Lust auf mehr. Heisst: Ich wünsche mir noch etwas mehr: Mehr Überraschendes, mehr Backstage und noch etwas mehr Mut. Vor allem aber stellt sich mir weiterhin die Frage: Gibt es denn auch noch mehr? Eine zweite Chance hätten die drei Macher verdient.

 

 

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