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«Kalaschnikowa» – oder: Wie moderner Flamenco in die Kirche kommt

Mit ihrer neuen Produktion versucht die Tanzcompagnie «el contrabando» der Zuchwilerin Anet Fröhlicher auszuloten, was passiert, wenn der Körper sich die Schlagserien einer Serienfeuerwaffe abringt. Ab nächstem Donnerstag im «Haus der Kunst St. Josef» in Solothurn.

Am 21. April bringt Anet Fröhlicher mit ihrer Tanzcompagnie «el contrabando» die neueste Tanzproduktion auf die Bühne. «Kalaschnikowa» zelebrierte nicht, wie es der archaisch anmutende Titel vermuten lassen könnte, etwaige Assoziationen des kalten Kriegs oder standhafte Sowjets. Es gehe vielmehr um eine menschlich-existenzielle Ebene, die sie mit der modernen Interpretation von Flamenco körperlich einzufangen und zu vermitteln versuche, sagt sie. Ausgangspunkt der Inszenierung bildet die akustische Parallele von Serienfeuer und des Rhythmus‘, den die Fussschläge im Flamenco erzeugen.

Geprobt hat die künstlerische Leiterin mit den Tänzerinnen Jojo Hammer, Elisabeth Keuck, Vera Köppern und Henna-Elise Selkälä zuerst in Berlin. Die letzten beiden Wochen vor der Premiere dann fanden die Proben im «Haus der Kunst» statt, wo sechs der sieben bisher angesetzten Aufführungen stattfinden werden. «Erst da kamen Bühneninstallation, Requisiten, Kleidung usw. dazu», erzählt Fröhlicher im Vorfeld der Premiere. Und erst da habe dann überhaupt ein Gesamtgefühl für die Inszenierung entstehen können.

So wird wohl auch bei ihr selbst erst dann ein Eindruck dessen entstanden sein, wie «Kalaschnikowa» wirken wird. Denn in der Konzipierung des Stücks arbeitet sie weitgehend ohne äussere Mitwirkung. Es sei schwierig, andere beim Entstehen eines Stücks mitwirken zu lassen. «Dieser Prozess ist sehr schwierig zu öffnen», sagt die Trägerin des Preises für Tanz 2015 des Kantons Solothurn. Solange die Produktion nicht fertig Gestalt angenommen habe, fehlten Spannung und Rhythmus. Das mache es für andere gerade schwer nachvollziehbar, sei für sie selbst aber sehr interessant. So ist Anet Fröhlicher denn auch immer gespannt, wie die jeweilige Inszenierung denn beim Publikum ankommt. Wer ihr dieses Feedback geben möchte, sollte sich «Kalaschnikowa» ansehen, ab 21. April im «Haus der Kunst St. Josef» in Solothurn.

«Kalaschnikowa», Tanzproduktion der Compagnie «el contrabando»; 21./22./23./28./29./30. April, jeweils um 20.30 Uhr im «Haus der Kunst St. Josef» Solothurn. Am 25. April um 20 Uhr zusätzlich in der «Schützi» Olten. Details auf der Website von «el contrabando».

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