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Kindheitserinnerung im Konzertsaal

Kann ein Kinderkonzert weit zurück liegende Kindheitserinnerungen wecken? Bloggerin Lucilia Mendes von Däniken hat die Probe aufs Exempel gemacht und eine der zwei Aufführungen von «Peter und der Wolf» im Konzertsaal besucht.

«Peter und der Wolf» erinnert mich an Nachmittage bei meinem Götti. Da durften wir dieses musikalische Märchen auf Schallplatte hören. Viel mehr weiss ich nicht mehr. Ich mag mich nicht im Detail an die Geschichte erinnern, die Musik dazu liegt mir auch nicht mehr im Ohr. Und doch habe ich das Werk in guter Erinnerung.

Am vergangenen Samstag sitze ich also im Konzertsaal und freue mich auf das Kinderkonzert des Solothurner Stadtorchesters. Nicht nur wegen «Peter und der Wolf» – sondern mir gefällt auch immer die Stimmung. Kinder, die etwas unruhig auf den Stühlen rumrutschen, bis dann das Licht gedimmt und die Scheinwerfer auf die Bühne gerichtet werden. Die Kinder stehen auf oder knien auf ihre Stühle um auch ja nichts zu verpassen.

Die Erzählerin Barbara Grimm weiss die Kinder rasch mit ihren Erklärungen abzuholen – unterstützt wird sie dabei von Yorin, einem Jungen, der im Publikum sitzt und sie «ganz spontan» unterstützt, indem er in die Rolle von Peter schlüpft. Nicht Schauspieler schlüpfen in die weiteren Rollen, sondern Instrumente. Peter wird von den Streichern dargestellt, das tiefklingende Fagott steht für den Grossvater. Die Flöte ist das Vögelchen, die Oboe die quakende Ente und die Klarinette das schmeichelnde Kätzchen. Die Pauken und die grosse Trommeln lassen die Gewehrschüsse durch den Konzertsaal donnern. Und last but not least: Drei Hörner setzen den Wolf in Szene.

Schlag auf Schlag geht es in der Geschichte rund um den Jungen Peter, der am Waldrand bei seinem Grossvater wohnt. Da die Tiere seine Freunde sind, versteht Peter auch deren Sprache. Obwohl sein Grossvater Peter immer und immer wieder vor dem Wolf warnt, fürchtet Peter diesen Nicht. Eines Tages kommt dieser dann tatsächlich in den Garten geschlichen und frisst die Ente «rübis-stübis» auf. Mit viel List und der Unterstützung des Vogels gelingt es Peter den Wolf zu überwältigen und ihn nicht den Gewehrsalven der Jäger auszuliefern, sondern ihn zurück in den Wald zu führen.

Und plötzlich beginnt im Konzertsall die Geschichte, die ich bisher nur von der Schallplatte her gekannt habe, zu leben. Zumindest ein bisschen, denn mir geht es so wie einigen Kindern: Die Musik hat mir gefallen, das Konzert war kurzweilig, aber irgendwie waren die Figuren zu wenig greifbar. Nach Schallplatte und Konzert müsste jetzt also noch das Theater kommen – damit wäre der Kreis dann wohl geschlossen.

 

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