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So solls sein!

Der Dienstag war so ein Tag für Blogger Fabian Gressly, wie er sie gern hat. So, wie die Filmtage aus seiner Sicht sind und sein müssen. Ein kurzer Tagebuch-Eintrag:

Die Filmtage sind jedes Jahr ein Biotop an vielfältigsten Menschen, an Eindrücken und natürlich an Filmen. Als arbeitender Mensch ist es mir leider nicht mehr möglich, ganz so ausgiebig wie zu Stundentenzeiten in die Kinosäle zu pilgern. Aber am Samstag konnte ich mir mit Freunden – sie waren das erste Mal an den Filmtagen – die Trickfilme in der Reithalle anschauen. Nach «Grozny Blues» am Sonntagabend im Konzertsaal – übrigens einem spannenden Film über die Verhältnisse in einer längst vergessenen Krisenregion – erlebte ich gestern quasi die Quintessenz der Filmtage. Ich durfte von Berufes wegen mit zwei spannenden Filmemachern sprechen und habe mir in einem Film ein Thema auslegen lassen, das ich in dieser Tiefe selbst nicht mitbekommen habe.

Zum einen ist da Christian Frei. Der aus Schönenwerd stammende Dok-Filmer ist spätestens seit seinem für den Oscar nominierten «War Photographer» den meisten ein Begriff. Ein Mann, der sich auf ein Thema einschiesst und nicht locker lässt. Einer, der von sich sagt, dass wenn er sich dann mal festgebissen hat, nicht mehr loslässt. Er erzählte von seinem aktuellen Filmprojekt und davon, was ihn zu seiner Arbeit antreibt. Ein Mann, der sechs Monate pro Jahr im Ausland ist und oft dort seine Themen findet. Auf der anderen Seite Werner «Swiss» Schweizer, unter anderem aufgewachsen in Oensingen. Einer der wichtigsten Filmschaffenden des Landes, der seit gut 20 Jahren mit Samir die Köpfe von «Dschoint Ventschr» bildet. Einer, der sagt, dass sein Nachname tatsächlich prägend sein könnte: Dass sich ein Schweizer mit seinem Land auseinander setzt. Einer, der in den 80er-Jahren gegen das System anging und nun Grundbesitzer am Bielersee, Wein- und Filmproduzent mit Angestellten ist.

Und dem gegenüber wiederum steht der Hauptprotagonist seines aktuellen Dokumentarfilms, der hier in Solothurn Premiere hatte: «Offshore – Elmer und das Bankgeheimnis» behandelt die Geschichte von Rudolf Elmer, der als Leiter einer Julius-Bär-Tochterfirma auf den Cayman Islands Informationen von Steuer… – waren es jetzt -Hinterzieher oder -Betrüger? – jedenfalls von solchen entwendet und Julian Assange und WikiLeaks ausgehändigt hat. Ein Whistleblower, dem nun an allen Ecken und Enden der Prozess gemacht wird, obwohl das Bankgeheimnis inzwischen beerdigt ist und die Fakten ihm längst Recht gegeben haben. Ein Mann, der aus den etabliertesten Bankerkreisen gefallen ist, sich gegen das System stellt und für die Alternative Liste Politik macht.

Wer den zmitz-Artikel zum Start der Filmtage und darin meinen Beitrag gelesen hat, weiss: Ich hab ein bisschen Mühe mit den Filmtagen und ihrer Strahl- und Anziehungskraft für Leute jenseits der Reuss, die sonst während des Jahres kaum Solothurn kennen und mit jemandem aus der Romandie lieber Englisch als Französisch reden. Aber solche Tage versöhnen mich und zeigen mir: Im Grunde sind die Filmtage noch genau gleich wie vor 30 Jahren. Und darum freue ich mich schon auf die 52. Filmtage im kommenden Jahr. Aber erst mal gibt’s nochmals einen schönen, langen Sommer!

 

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